Kinzel, Eberhard

 

* 18. Oktober 1897, Berlin-Friedenau

† 23. Mai 1945, Idstedt bei Flensburg (Selbstmord)

 

Eberhard Kinzel trat am 16. Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 3. Brandenburgisches Infanterie-Regiment "Graf Tauentzien von Wittenburg" Nr. 20. Anfang 1915 schlug er bei diesem Regiment dann auch die Offizierslaufbahn ein. Im Mai 1915 wurde er als Fähnrich an der Front verwundet. Mitte Juli 1915 kehrte er nach seiner Genesung wieder zur Truppe zurück. Am 30. Juli 1915 wurde er zum Leutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. November 1915 festgelegt. Er wurde im Verlaufe des 1. Weltkrieges noch in verschiedenen Funktionen in seinem 3. Brandenburgisches Infanterie-Regiment "Graf Tauentzien von Wittenburg" Nr. 20 eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich. Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann nach einer gewissen Zeit beim Freikorps von Oven in das Reichsheer übernommen. Im Frühjahr 1920 wurde er dann im Übergangsheer beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 6 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Ordonanzoffizier zum 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment. 1921 wurde er dann bei diesem Regiment als Kompanieoffizier der 14. Kompanie eingesetzt. Ab dem 1. April 1923 wurde er dann als Adjutant des Ausbildungs-Bataillons vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Greifswald eingesetzt. Als solcher wurde er im Sommer 1925 zum Oberleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 1. Oktober 1926 wurde er dann für die nächsten zwei Jahre zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Danach wurde er weiter bei diesem Stab geführt, aber am 1. Oktober 1928 zur Kommandantur Berlin kommandiert. Am 1. Oktober 1929 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin kommandiert. Am 1. Oktober 1930 wurde er auch offiziell in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er dann in der Abteilung Fremde Heere (T 3) vom Truppenamt (TA) eingesetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1932 zum Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1933 wurde er an die deutsche Botschaft in Warschau versetzt. Dort wurde er jetzt als Assistent des Militärattachés eingesetzt. Dort wurde er im Januar 1936 zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Januar 1936 festgelegt. Am 1. April 1936 wurde er dann in das Infanterie-Regiment 66 versetzt. Am 1. April 1937 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier der 19. Infanterie-Division in Hannover ernannt. Am 10. November 1938 wurde er dann in das Oberkommando des Heeres nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt mit der Wahrung der Geschäfte des Abteilungsleiters der 12. Abteilung (12. Abt.) beim Oberquartiermeister IV (O Qu IV) beauftragt. Am 1. Februar 1939 wurde er zum Oberstleutnant i.G. befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1938 datiert. Als solcher wurde er jetzt zum Leiter der Abteilung Fremde Heere Ost II ernannt. In dieser Position verblieb er jetzt die nächsten Jahre. Dabei wurde er am 1. Februar 1941 zum Oberst i.G. befördert. Ihm wurden in dieser Funktion auch beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Im März 1941 erschien er in Budapest im März 1941 mit einem Brief des Generaloberst Halder an den ungarischen Generaloberst Werth. Dieses Schreiben enthielt den deutschen Wunsch der Teilnahme Ungarns an einem eventuellen jugoslawischen Kriege mit den fünf mobilisierten ungarischen Armeekorps gegen die Sowjetunion. Der Brief setzte in Aussicht das baldige Eintreffen einer deutschen Abordnung unter Leitung des Generalleutnant Paulus in Budapest zur Besprechung der operativen Zusammenarbeit und des deutschen Aufmarsches gegen Südslawien über ungarisches Gebiet. Kinzel nahm dann die Antwort mit nach Berlin zurück. Am 1. Mai 1942 wurde er durch Oberstleutnant i.G. Reinhard Gehlen im OKH abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Am 23. Mai 1942 wurde er zum Chef des Generalstabes vom XXIX. Armeekorps ernannt. Am 12. November 1942 wurde er erneut in die Führerreserve versetzt. In dieser Phase leitete er vom 15. bis zum 22. Dezember 1942 den Deutscher Verbindungsstab beim italienischen II. Armeekorps. Am 23. Dezember 1942 wurde ihm für seine Tätigkeit als Chef der Abteilung Fremde Heere Ost das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. Januar 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er jetzt zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando z.b.V. Cramer ernannt. Am 22. Januar 1943 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Nord ernannt. Am 1. September 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Mitte Juli 1944 wurde er abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Am 1. September 1944 wurde er zum Kommandeur der 570. Volks-Grenadier-Division ernannt. Durch die Umbenennung der Einheit wurde er dann am 15. September 1944 zum Kommandeur der 337. Volks-Grenadier-Division ernannt. Anfang März 1945 gab er sein Kommando ab. Er wurde in diesem Monat zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Weichsel ernannt. Am 20. April 1945 wurde er zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er dann bereits am 22. April 1945 zum Chef des Generalstabes vom Operationsstab Nord bei Großadmiral Dönitz ernannt. Anfang Mai 1945 gehörte er mit Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, Konteradmiral Gerhard Wagner, Major Jochen Friedel und Oberst i.G. Fritz Poleck zur Delegation bei den Kapitulationsverhandlungen im Hauptquartier von Feldmarschall Montgomery. Mit der Kapitulation geriet er dann in Gefangenschaft. In dieser beging er noch im Mai 1945 Selbstmord.

 

Ritterkreuz (23. Dezember 1942)