Kieslich, Franz

 

* 17. März 1913, Bochum / Westfalen  

Franz Kieslich war Angehöriger der Landespolizei und kam am 1. April 1935 als Unteroffizier zur Luftwaffe. Hier wurde er zum Flugzeugführer ausgebildet und wurde ab dem Frühjahr 1938 Lehrer an der Stuka-Schule 1 in Kitzingen. Im Oktober 1940 wurde er zum Stuka-Geschwader 77 versetzt und flog im April 1941 seine ersten Einsätze auf dem Balkan. Ab Juni 1941 flog er über Rußland und wurde am 1. September 1941 vom Oberfeldwebel als aktiver Offizier zum Oberleutnant befördert. Ab dem 14. Februar 1942 war er Adjutant der III. / Stuka-Geschwader 77 und wurde am 20. Juli 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Ab dem 27. August 1942 führte er die 7. Staffel des Geschwaders und wurde am 14. Oktober 1942 deren Kommandeur. Nach 513 Einsätzen wurde er am 5. Januar 1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Anschließend zum Hauptmann befördert, flog er am 25. Juli 1943 seinen 600. und am 30. November 1943 seinen 800. Einsatz. Am 28. Januar 1944 wurde er Kommandeur der III. Gruppe des Schlacht-Geschwaders 77 und flog am 25. Juli 1944 über Lemberg seinen 1.000. Einsatz. Nach 1.038 Einsätzen erhielt er am 10. Oktober 1944 das Eichenlaub verliehen. Am 1. Dezember 1944 zum Major befördert, flog er am 18. Februar 1945 seinen letzten Einsatz. Anschließend wurde er Kommodore des Ergänzungs-Schlacht-Geschwaders 148. Bei Kriegsende geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er bereits im Juni 1945 entlassen wurde. Auf 1.078 Einsätzen hatte er 10 Schiffe mit 23.000 brt, einen Zerstörer und ein U-Boot versenkt und wurde selber 20 mal abgeschossen.

 

Ritterkreuz (5. Januar 1943) Eichenlaub (10. Oktober 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011