Jost, Walter

 

* 25. Juli 1896, Rastatt

+ 24. April 1945, Villa-Dosa (gefallen)

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Gleich zu Beginn des 1. Weltkrieges trat Walter Jost nach seinem Abitur als Kriegsfreiwilliger in das Inf.Rgt.111 ein und nahm mit diesem Regiment an den Kämpfen an der Westfront teil. In diesem Regiment wurde er 1916 zum Leutnant befördert. 1918 wurde er in das Inf.Rgt.113 mit Friedensstandort in Freiburg im Breisgau versetzt und blieb dieser Regimentstradition 24 Jahre lang treu. 1919 wurde er in das Inf.Rgt.14 der Reichswehr übernommen und diente in diesem Regiment als Oberleutnant, Hauptmann, Major bis zum Oberstleutnant. Im Februar 1940 wurde er zum Kommandeur seines Freiburger Infanterie-Regiments 75 ernannt und zog mit diesem in den Westfeldzug. So stieß er mit seinem Freiburger Regiment in schnellen Märschen über den Chemin-des-Dames zur Aisne vor. Nach dem harten, zügigen Übergang über den Fluß marschierte das Regiment nach Neuville und stieß mit großem Schwung durch St. Imoges-Germanine. Unter der persönlichen Führung von Oberstleutnant Jost wurde Fontaine genommen und nach kurzem Feuergefecht stieß man nach Moreul. Oberstleutnant Jost, der mit seinem Regiment an der Marne ankam, erkannte, daß ein überraschender übergang bei Tag hohe Verluste gebracht hätte und
entschloß sich, den Überraschungsangriff bei Anbruch der Dunkelheit zu starten. Dieser Entschluß wurde von dem Divisionskommandeur gebilligt. Dieser Übergang mit dem geschlossenen Regiment gelang bei Nacht ohne jeden gegnerischen Schuß. In Eilmärschen marschierte das Regiment über die Aube der Loire entgegen. La Charite wurde erreicht. Von dort ging es an die Loire, wo das Regiment entlang der Bahnlinie Bourges - Nevers zur Sicherung überging. Nach dem Waffenstillstand wurde das Regiment in den Gexer-Zipfel südwestlich von Genf verlegt.
Kommandeur Jost wurde zum Oberst befördert, erlitt jedoch einen schweren Autounfall, der ihn zu langem Lazarettaufenthalt zwang. Das Regiment stand im Sommer 1941 während seiner Abwesenheit in den Kämpfen um Grodno-Bialystok und um Smolensk und rückte am 2. Oktober 1941 auf Wjasma vor. Mitten in diesem Vormarsch kehrte Oberst Jost zum Regiment zurück. Nach den Kämpfen am Ostrand des Kessels im Wjasma wurde das Regiment zu Aufräumungsaufgaben innerhalb des Kessels herangezogen und Oberst Jost übernahm vertretungsweise die Führung der Division. Am 25. Oktober 1941 kam das Regiment innerhalb der 5. Inf.-Division nach Frankreich zur Auffrischung und Umgliederung in eine Jägerdivision. Anfangs Februar 1942 wurde die Division wieder nach Osten in den Raum des IImensees zur Abwehr schwerer Fronteinbrüche geworfen. So wie die Bataillone ankamen, wurden sie sogleich in den Abwehrkampf geworfen. Mitte Februar gelang es Oberst Jost nach seiner Ankunft die verschieden eingesetzten Bataillone wieder zusammenzufassen und zu geschlossenem Gegenangriff an der Nachschubstraße südwestlich Staraja-Russa bereitzustellen, um diese wieder für den Nachschub freizukämpfen. Am 16. Februar 1942 trat sein Jäger-Regiment 75 bei starkem Frost, aber strahlend blauem Himm'el zum Angriff an. Es stieß, von Sturzkampffliegern wirkungsvoll unterstützt, südlich der Rollbahn auf den Ort Grigorowo vor. Oberst Jost führte sein Regiment auch hier, wie gewohnt, stets in vorderster Linie. So führten diese schwierigen Unternehmen stets zum Erfolg.
Am 21. März 1942 begann nach gründlicher Vorbereitung mit allen schweren Waffen das Unternehmen "Brückenschlag" zur Befreiung der im Kessel von Demjansk Eingeschlossenen. Das Regiment biß und boxte sich mit der Unterstützung aller Waffen durch das unübersichtliche Waldgebiet mit seinen unvorhergesehenen gegnerischen Stellungen. Als der Regimentskommandeur Oberst Jost am 25. März 1942 gegen 10 Uhr bei seinen vorderen Truppen eintraf, offenbarte sich ihm der volle Erfolg der vorhergegangenen harten Kämpfe. Sofort setzte er sein Regiment in zwei Stoßkeilen zum weiteren Angriff und zur Verfolgung an. Oberst Jost ging mit auf Mal Gorby vor, so daß er von dort aus den weiteren Vorstoß auf Jaswy in vorderster Linie persönlich leiten konnte. Mit Jaswy wurde die wichtige Nachschublinie der Russen, die Straße Staraja-Russa - Demjansk, erreicht. In harten Abwehrkämpfen wurde Jaswy gehalten und von dort ein Stoß keil weit über die Redja hinweg vorgetrieben. So hatte Oberst Jost in persönlichem Einsatz in vorderster Linie mit der Zuverlässigkeit seines Freiburger Jäger-Regiments diesen beachtlichen Erfolg erzielt. Am 1. April 1942 kam der Oberbefehlshaber der 16.
Armee, Generaloberst Busch, persönlich zur Division, um Oberst Jost das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz für die hervorragende Leistung seines Regiments zu verleihen. Als Oberst Jost im Juli 1942 für den beurlaubten Generalleutnant Allmendinger die Division vertretungsweise führte, wurde er bei einem Besuch der vordersten linie am 15. Juli 1942 bei Jaswy schwer verwundet und wurde in das Feldlazarett zurückgebracht.
Nach seiner Genesung von seiner schweren Verwundung besuchte Generalmajor Jost am 4.Juli 1943 unsere Division. Er war inzwischen zum Oberkommando der Wehrmacht versetzt worden.   Generalleutnant Jost fiel als Kommandeur der 42. Jäger- Division in Italien am 24. April 1945 im Ort Villa- Dosa durch einen englischen Tieffliegerangriff. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Soldatenfriedhof Costermano, Block 3, Grab-Nr. 593.

Ritterkreuz (31. März 1942)