Hoepner, Erich

 

* 14. September 1886, Frankfurt/Oder

† 8. August 1944, Berlin-Plötzensee (hingerichtet)

 

Erich Hoepner trat am 10. März 1905 als Fahnenjunker in das Schleswig-Holsteinische Dragoner-Regiment Nr. 13 in Metz ein. Mit Patent vom 15. Februar 1905 wurde er im Februar 1906 zum Leutnant befördert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er bereits Oberleutnant. Er zog Anfang August 1914 als Ordonanzoffizier im Stabe des XVI. Armeekorps ins Feld. Nach Kriegsende wurde er als Rittmeister in die Reichswehr übernommen. Dort wurde er als Eskadronschef im Reiter-Regiment 2 in Allenstein. Danach tat er Dienst im Generalstab der Inspektion der Kavallerie in Berlin. Später wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 1. Kavallerie-Division eingesetzt. Er wurde 1927 zum Major im Generalstab befördert. Er wurde in diesem Jahr als Generalstabsoffizier im Wehrkreis I verwendet. 1930 wurde er zum Bataillonskommandeur im 17. (Preuß./Braunschw.) Infanterie-Regiment ernannt. Im Jahre 1932 wurde Hoepner zum Oberstleutnant befördert und daraufhin zum Kommandeur des 4. (Preuß.) Reiter-Regiment in Potsdam ernannt. Am 1. Februar 1933 wurde er zum Chef des Stabes der 1. Division der Reichswehr. Dadurch wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 zum Chef des Stabes vom Wehrkreiskommando I in Königsberg ernannt. In dieser Position erfolgte 1935 seine Beförderung zum Oberst. Bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 wurde er dann zum Chef des Stabes beim Gruppenkommandos 1 in Berlin ernannt. 1937 erfolgte die Ernennung zum Generalmajor. Erich Hoepner wurde im Herbst 1937 zum Kommandeur der 1. leichte Division in Wuppertal ernannt. Schon am 30. Januar 1938 folgte mit Patent vom 1. August 1937 die Beförderung zum Generalleutnant. Er übernahm im Herbst 1938 das XVI. Armeekorps als Kommandierender General. 1938 war Hoepner auch an Plänen für einen möglichen Militärputsch gegen Hitler beteiligt, der aber durch das Münchener Abkommen nicht zur Durchführung kam. Am 1. April 1939 wurde er zum General der Kavallerie befördert. Als solcher führte er das XVI. Armeekorps im Polenfeldzug. Für die Leistungen in diesem Feldzug erhielt er am 27. Oktober 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Auch im Westfeldzug kommandierte er weiter das XVI. Armeekorps. Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generaloberst befördert. Er behielt die Führung über seinen Stab, als dieser zur Panzergruppe 4 umbenannt wurde. Am 18. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung und am 19. Oktober 1941 im Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "An der Durchführung dieser Operationen waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, der Generalobersten Freiherr von Weichs und Strauß, sowie die Panzerarmeen der Generalobersten Guderian, Hoth, Hoepner und des Generals der Panzertruppen Reinhardt beteiligt." Am 21. Oktober 1941 wurde er namentlich in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht genannt: "Trotz andauernder starker Bedrohung ihrer Ostflanke drehte die Masse der Armee des Generaloberst Busch zusammen mit der Panzerarmee des Generaloberst Hoepner zunächst nach Norden ein." Auch bei der weiteren Umbenennung am 1. Januar 1942 in 4. Panzerarmee kommandierte Hoepner diesen Stab. Am 8. Januar 1942 wurde Hoepner aber auf Befehl Hitlers abgelöst und anschließend auch unehrenhaft aus der Wehrmacht entlassen. Er hatte während der sowjetischen Winteroffensive einen Durchhaltebefehl ignoriert und die eigenen Truppen auf vorbereite Stellungen zurückgenommen. Er zog sich dann in Berlin in das Privatleben zurück und fand aber 1943 Anschluss an den militärischen Widerstand. Am 20. Juli 1944 befand er sich im Bendlerblock in Berlin, wo er in der Nacht verhaftet wurde. Im ersten Prozess gegen die Attentäter des 20. Juli 1944 wurde er am 8. August 1944 zum Tode verurteilt. Er wurde noch am gleichen Tag in Berlin-Plötzensee erhängt.

 

Ritterkreuz (27. Oktober 1939)