Herzog, Kurt

 

* 27. März 1889, Quedlinburg / Harz

† 8. Mai 1948, Workuta / Rußland

 

Kurt Herzog trat im Mai 1907 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 8. Königlich Sächsisches Feldartillerie-Regiment Nr. 78. In diesem wurde er am 14. August 1908 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 14. Februar 1907 datiert. Als Batterie- und Abteilungsführer beim Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 53 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Am 5. Oktober 1916 wurde er bei diesem zum Hauptmann befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 18. April 1916 festgelegt. Als solcher kam er dann im Spätherbst 1917 als Adjutant zum Artilleriekommandeur 152. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Sächsischen Militär St. Heinrichs-Orden und beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er dann als Hilfsoffizier beim Wehrkreiskommando IV eingesetzt. Von diesem wurde er dann unter Belassung seiner Uniform in das Reichswehrministerium nach Berlin kommandiert, wobei dies einer Versetzung gleichkam. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden. Er blieb aber weiter zum RWM kommandiert. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Batterieoffizier in das 4. Artillerie-Regiment versetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er zur III. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Jüterbog versetzt. Dort wurde er jetzt die nächsten Jahre als Chef der 8. Kompanie eingesetzt. Am 1. Oktober 1927 wurde er für die nächsten Jahre als Lehrer an die Infanterieschule Dresden versetzt. Dort wurde er am 1. April 1929 zum Major befördert. Am 1. April 1932 wurde er dann zum Kommandeur der III. Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Jüterbog ernannt. Als solcher wurde er am 1. September 1933 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er dann am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment Halberstadt ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1935 zum Oberst befördert. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 13 ernannt. Am 6. Oktober 1936 gab er sein Regiment ab. Er wurde dafür zum Kommandeur vom neuen Artillerie-Regiment 31 in Halberstadt ernannt. Am 1. März 1938 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Artillerie-Kommandeur I ernannt. Als solcher wurde er nach einem Jahr am 1. März 1939 zum Generalmajor befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er zum Kommandeur der Ergänzungstruppen im Wehrkreis I ernannt. Am 1. Oktober 1939 wurde er zum Artilleriekommandeur 108 (Arko 108) ernannt. Anfang Februar 1940 wurde er zum Kommandeur der 291. Infanterie-Division ernannt. Diese führt er dann als erstes während des Westfeldzuges ins Gefecht. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Bereits jetzt trug er beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Er führte die Division zum Sommerbeginn Juni 1941 in den Ostfeldzug beim Angriff auf das Baltikum. Für die Leistungen der Division beim Vormarsch in Richtung Nordrussland wurde er am 18. Oktober 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 10. Juni 1942 gab er sein Kommando über die 291. Infanterie-Division ab. Dafür wurde er jetzt mit der Führung des XXXVIII. Armeekorps beauftragt. Mit seiner Beförderung zum General der Artillerie zum 1. Juli 1942 wurde er zum Kommandierenden General des XXXVIII. Armeekorps ernannt. Dieses Kommando behielt er dann bis Anfang 1945. Für seine Führungsleistung während der ersten drei Kurlandschlachten wurde er am 12. Januar 1945 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Durch die Umbenennung seines Generalkommandos wurde er im Januar 1945 zum Kommandierenden General vom XXXVIII. Panzerkorps ernannt. Bei Kriegsende geriet er in russische Gefangenschaft. In dieser ist er drei Jahre nach der Kapitulation 1948 im Lager Workuta verstorben.

 

Ritterkreuz (18. Oktober 1941) Eichenlaub (12. Januar 1945)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Dermont Bradley, Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921-1945 Band 5: Von Haack - Hitzfeld, Biblio-Verlag 1999