Gudowius, Erich

 

* 6. März 1876, Schöneiche, Kreis Wohlau

† 5. Januar 1944, Berlin

 

Erich Gudovius trat im Sommer 1892 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 8. Brandenburgisches Infanterie-Regiment "General-Feldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen" Nr. 64. In diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 19. Dezember 1893 zum Sekondeleutnant befördert. Am 1. Oktober 1903 wurde er als Oberleutnant für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Im Frühjahr 1909 wurde er zum Hauptmann befördert. Ab Anfang 1912 gehörte er als Hauptmann zum Generalstab vom Generalkommando VI. Armeekorps. Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde er dann auch an der Front eingesetzt. Dabei wurde er jetzt anfangs im Generalstab vom Landwehr-Korps eingesetzt. Ab September 1944 wurde er dann als Ia bei der 44. Reserve-Division eingesetzt. Dort wurde er am 28. November 1914 zum Major befördert. Er wurde im Laufe des Krieges noch bei verschiedenen Generalstäben eingesetzt. Am 4. August 1918 wurde ihm der Pour le mérite als Chef des Generalstabes vom XIV. Armeekorps verliehen. Im 1. Weltkrieg wurden ihm außerdem noch das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern, beide Eisernen Kreuze und jede Menge andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dort wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Stab der Reichswehr-Brigade 4 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Bataillonskommandeur zum 17. Infanterie-Regiment. Als solcher wurde er am 18. Dezember 1920 zum Oberstleutnant befördert, wobei das Rangdienstalter auf den 1. Oktober 1920 festgelegt wurde. Am 15. Juni 1921 wurde er dann in den Stab vom 17. Infanterie-Regiment nach Göttingen versetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1923 zum Oberst befördert. Als solcher wurde er am 1. April 1923 zum Kommandant der Festung Küstrin ernannt. In seine Amtszeit fiel damit auch der Putsch von Küstrin. Dabei wurde, nach der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen, durch Major Buchrucker die Eingliederung der "schwarzen Reichswehr" in die normale Reichswehr zu erzwingen um die Vertreibung der Franzosen anzugehen. Dazu wollte er eine Militärdiktatur installieren und machte Mitte September seine "schwarze Reichswehr" mobil. Dabei handelte es sich um illegale Abteilungen, die seit der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr in den wichtigsten Garnisonen Brandenburgs aufgestellt und bewaffnet wurden. Die Reichsregierung verhängte dann den Ausnahmezustand und forderten die Remobilisierung. Außerdem ergeht Haftbefehl gegen Buchrucker. Dieser flüchtet nach Küstrin und besetzt mit seinen Truppen Teile der Festung. Oberst Gudowius weigert sich aber ihn zu unterstützen und so kommt es zu einem Feuergefecht, bei dem es zwei Tote und 7 Verwundete gab. Bis zum 3. Oktober 1923 werden dann auch andere besetzte Forts wieder von regulären Truppen übernommen. Noch in diesem Monat wurde Buchrucker wegen Hochverrats zu 10 Jahren Festungshaft verurteilt. Am 1. Oktober 1925 wurde er zum Chef des Stabes vom Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Am 30. September 1926 wurde er von diesem Posten abgelöst. Er wurde dafür am 1. Oktober 1926 zum Kommandeur vom 16. Infanterie-Regiment in Oldenburg ernannt. Am 1. November 1927 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 31. März 1928 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Im Frühjahr 1929 ging er dann als Militärberater nach China. Er wurde dann ab Juni 1929 bis 1931 als Professor und Lehrer für politische Ökonomie an der Kriegsakademie in Peking unter Jiang Jieshi eingesetzt. Dort taten auch Generalleutnant a.D. Friedrich Lindemann (Lehrer für Militärgeschichte) und Oberst a.D. Ernst-August Lassen (Kavallerieinstrukteur) ihren Dienst. Ab 1931 wurde er dann als Dozent für den chinesischen Generalstab tätig. 1935 endete seine Tätigkeit und er kehrte wieder nach Deutschland zurück.

Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er wieder reaktiviert. Am 27. August 1939 wurden ihm als so bezeichneten Tannenberg-General die Charakter als Generalleutnant verliehen. Er wurde jetzt zum stellvertretenden Chef der Kriegsgeschichtlichen Abteilung im Oberkommando des Heeres ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juni 1942 zum Generalleutnant z.V. befördert. Am 31. März 1943 wurde er endgültig aus dem Dienst der Wehrmacht verabschiedet. Noch vor Kriegsende ist er dann in Berlin verstorben.