Girg, Walter

 

* 13. August 1919, Hamburg-Harburg  

Walter Girg kam bei Kriegsausbruch zur SS-Verfügungstruppe, nahm mit der SS-Division "Das Reich" am Balkanfeldzug teil und kämpfte ab Juni 1941 in Rußland. Ende 1943 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert. Im April 1944 wurde er schließlich Zugführer in der 1. / SS-Jäger-Bataillon 502 des SS-Jagdverbandes "Mitte". Anfang September 1944 führte er mit 105 Mann das Unternehmen "Landfried" in Rumänien durch. Hinter den feindlichen Linien operierte er an den Pässen der Karpaten. In Kronstadt wurde er mit seinen Männern jedoch erkannt und sollten erschossen werden. Bei einem Feuerüberfall deutscher Artillerie gelang ihm die Flucht zu den eigenen Linien, wobei er jedoch selbst verwundet wurde. Seine Beobachtungen waren von wichtiger Bedeutung für die weitere Kriegsführung in Rumänien. Für seine Leistung wurde er am 16. September 1944 zum SS-Obersturmführer befördert und am 4. Oktober 1944 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Nach seiner Genesung stellte er im SS-Jagdverband "Mitte" einen Spezialverband mit russischen Panzern auf und operierte mit diesen in Pommern ebenfalls im russischen Hinterland. Am 12. März 1945 erreichte er mit seinem Verband die eingeschlossene Festung Kolberg. Dort wurden er und seine Männer als "Seydlitz"-Agenten (deutsche Soldaten in sowjetischen Diensten) gehalten und sollten erschossen werden. Doch der Irrtum klärte sich kurze Zeit später auf. In der Festung übernahm Girg einen Frontabschnitt bis zum Abtransport der Festungstruppe am 18. März 1945 über den Seeweg. Am 27. März 1945 wurde er zum SS-Hauptsturmführer befördert, wurde ihm von Hitler, bei dem er sich zum Rapport meldete, spontan mit der Nahkampfspange und dem Eichenlaub ausgezeichnet. Danach war Walter Girg bis Kriegsende Inspekteur der Ausbildung in den SS-Jagdverbänden.

 

Ritterkreuz (4. Oktober 1944) Eichenlaub (1. April 1945)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011