Gazen, Waldemar von

 

* 6. Dezember 1917, Hamburg
† 13. Januar 2014, Göttingen
 

 

Waldemar von Gazen trat 1936 als Offiziersanwärter in das Infanterie-Regiment 66 der Wehrmacht ein. Am 1. September 1938 erfolgte seine Beförderung zum Leutnant. Im Verband des Infanterie-Regiments 66 (13. Infanterie-Division) nahm Waldemar von Gazen am deutschen Überfall auf Polen teil. Hier wurden ihm am 29. September bzw. am 14. Oktober 1939 das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse verliehen. 1940 befehligte Gazen die 2. Kompanie des Infanterie-Regiments 66 im Westfeldzug. Am 13. Oktober 1940 wurde sein Regiment in das Lehr-Infanterie-Regiment (mot. 66) umbenannt und nach Rumänien verlegt.[2] Dort bildete das Regiment den Lehrstab der deutschen Lehrtruppen in Rumänien. Im Mai 1941 kehrte das Lehr-Regiment nach Deutschland zurück und wurde am 28. Mai 1941 in das Schützen-Regiments 66 umbenannt.

Im Verbund der 13. Panzer-Division nahm Gazen ab Juni 1941 am Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion (sog. Ostfeldzug) teil. Im Südabschnitt der Ostfront stieß das Regiment bis Rostow vor. Am 15. November 1941 wurde Gazen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Nach der Schlacht um Rostow, welche vom 17. November bis 2. Dezember 1941 angedauert hatte, wurde das Regiment um Gazen zurückgenommen.

1942 unterstand das Regiment um Gazen noch der 13. Panzer-Division am Don (III. Panzerkorps in der 1. Panzer-Armee der Heeresgruppe A). Am 5. Juli 1942 erfolgte die Umbenennung des Schützen-Regiments 66 in das Panzergrenadier-Regiment 66. Hier wurde Gazen am 18. September 1942 als Oberleutnant und Chef der 2. Kompanie des Panzer-Grenadier-Regiments 66 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Ritterkreuzverleihung an Gazen bezog sich dabei auf die Kämpfe um Rostow im Juli 1942, die schließlich zur (wiederholten) Einnahme der Stadt am 25. Juli 1942 geführt hatten. In diesen Kämpfen war die Kompanie um Gazen bis zum Temernik-Abschnitt vorgestoßen, wo sie einen Brückenkopf bilden konnte. Mit der Einnahme einer unversehrten Straßenbrücke über den Temernik in seinem Abschnitt schuf Gazen die Voraussetzung zur Einnahme Rostows.

1943 war das Regiment um Gazen in Kertsch auf der Krim eingesetzt. Später im Kaukasus im Raum des Terek und des Kuban-Brückenkopfes. Bereits am 18. Januar 1943 wurde Gazen als Hauptmann und Führer der I. Kompanie des Panzer-Grenadier-Regiments 66 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. In der Begründung zur Verleihung des Eichenlaubs werden seine Leistungen als Führer einer Kampfgruppe genannt, die binnen zwei Tagen 22 sowjetische Panzer vernichtete. Ferner hatte Gazen, nach damaligen Sprachgebrauch, „entscheidenden Anteil“ an der Rückführung der Divisionen aus dem Kubangebiet. Am 28. August 1943 wurde Gazen zum Kommandeur des 66. Panzergrenadier-Regiments ernannt.[6] Im September 1943 zeichnete sich das Regiment um Gazen im Kampfraum von Melitopol erneut aus. Dafür wurde die von Gazen geführte Kampfgruppe am 3. Oktober 1943 im Wehrmachtbericht genannt. Am selben Tag erhielt Gazen in der Funktion des Regimentskommandeurs und im Dienstrang eines Majors am 3. Oktober 1943 die Schwerter zum Eichenlaub verliehen.

1944 lag sein Regiment in der Südukraine.[3] Dort wurde das Regiment in der Operation Bagration im August 1944 zerschlagen. In diesen Kämpfen wurde Gazen schwer verwundet. Nach seiner Genesung wurde Gazen am 1. August 1944 in den Generalstab des Heeres versetzt.[8] Dort erhielt Gazen eine Generalstabsausbildung und seine Beförderung zum Major im Generalsstab. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1943 festgesetzt. Den Dienstrang eines Majors i.G. war Gazens letzter Dienstrang. Die letzten Kriegsmonate war Gazen als I. Generalstabsoffizier (Ia) zunächst der 13. Panzer-Division zugeteilt. Vom 3. bis 4. April 1945 kommandierte er dann vorübergehend die 2. Panzerdivision. Bei Kriegsende geriet Gazen in westalliierte Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 wieder entlassen wurde.

Ritterkreuz (18. September 1942) Eichenlaub (18. Januar 1943) Schwerter (3. Oktober 1943)

 

Literatur und Quellen:

Die Ritterkreuzträger 1939–1945 Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007
Erwin Lenfeld und Franz Thomas: Die Eichenlaubträger 1940–1945, Weilburg-Verlag 1983, 2. Auflage
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/45, Podzun Pallas Verlag