Dönitz, Karl

 

16. September 1891, Berlin-Grünau + 24. Dezember 1980, Aumühle DonitzK-1.jpg (6295 Byte)

Karl Dönitz trat am 1. April 1910 der kaiserlichen Marine bei. Ab 1916 wurde er als Oberleutnant bei der U-Boot-Waffe eingesetzt. 1918/19 war er in Kriegsgefangenschaft, wurde dann von der Reichswehr übernommen und 1921 zum Kapitänleutnant befördert. 1928 erfolgte die Beförderung zum Korvettenkapitän und 1933 die Beförderung zum Fregattenkapitän und zum Kapitän zur See. 1936 wurde er Führer der U-Boote. Er baute diese Waffe nach seinen Erfahrungen, welche er im Ersten Weltkrieg gewonnen hatte, auf. Durch ihn wurde die später so erfolgreiche "Rudel-Taktik", das operieren mehrerer U-Boote an einem Geleitzug, eingeführt und weiterentwickelt. Bis Kriegsbeginn konnte er 56 U-Boote in Dienst stellen. Im Oktober 1939 erfolgte seine Beförderung zum Konteradmiral, seine Dienststelle wurde am 17. Oktober 1939 in Befehlshaber der U-Boote umbenannt. Der Plan für das Eindringen von U-47 unter Günther Prien in den Kriegshafen Scapa Flow geht auf ihn zurück. Am 21. April 1940 erfolgte die Verleihung des Ritterkreuzes. Nach der Eroberung Frankreichs verlegte Dönitz sein Hauptquartier nach Frankreich, von wo aus er seine U-Boote über Funk führte. Im September 1940 wurde er zum Vizeadmiral befördert. Nach dem Scheitern der Überwasser-Streitkräfte der Kriegsmarine und dem Rücktritt von Großadmiral Raeder wurde Dönitz am 30. Januar 1943 zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und Befehlshaber der U-Boote ernannt. Es gelang ihm, Hitler die Abwrackung der Flotte auszureden. Am 6.April 1943 erhielt er das Eichenlaub. Trotz der schlechten Lage an allen Fronten und auch bei seiner U-Boot-Waffe verurteilte Dönitz den Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 aus Schärfste. Dadurch sah ihn Hitler als den geeigneten Mann zur "fanatischen Fortführung des Krieges" und ernannte ihn in seinem Testament am 30. April 1945 zum Nachfolger als Staatsoberhaupt Deutschlands. Dönitz sah im weiteren Widerstand aber nur noch den Sinn, so viele Flüchtlinge und Soldaten aus den von der Roten Armee überrannten Ostgebieten über See in den Westen zu evakuieren. Die Westmächte beließen Dönitz auch nach Ende des Krieges als Staatsoberhaupt in Flensburg-Mürwick und regelten mit ihm die Übergabe der staatlichen Gewalt. Sowjetisches Misstrauen führte jedoch am 23. Mai 1945 zu seiner Verhaftung. Im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess wurde er trotz erheblicher Beweisnot zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, welche er in Spandau absaß.

Ritterkreuz (21. Oktober 1940) Eichenlaub (6. April 1943)