Dollmann, Friedrich

 

* 2. Februar 1882, Würzburg + 28. Juni 1944, Normandie DollmannF-1.jpg (10493 Byte)



Als Fähnrich trat Friedrich Dollmann am 15.Juli 1899 in das 7.Bayrische Feldartillerieregiment "Prinzregent Luitpold" ein. Er besuchte die Münchener Kriegsschule und wurde am 1. Oktober.1909 als Oberleutnant für drei jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Bei Kriegsausbruch zog er als Hauptmann und Adjutant der Münchener 1. Feldartilleriebrigade ins Feld. Zuletzt tat er im AOK 6 Dienst. Nach dem Krieg in die Reichsehr übernommen, setzte er seine Laufbahn als Adjutant des Artillerieführers VII (München) fort. Am 1. Juni.1921 rückte er zum Major im Stab der 7. (Bayrischen) Division auf. Vorübergehend kommandierte er als Oberstleutnant in seiner Heimatstadt Würzburg eine Abteilung des 7.(Bayrischen) Artlillerieregimentes. Am 1. Oktober.1929 wurde er als Chef des Stabes der 7.Division am 1. Februar 1930 zum Oberst befördert. Am 1. Februar.1931 erhielt er das Kommando über das 6.(preußische) Artillerieregiment in Minden Bereits am 1. Oktober 1932 kehrte er im Rang eines Generalmajors als Artillerieführer VII nach München zurück. Nach wenigen Monaten verließ er diese Dienststelle, um am 1. Februar 1933 als Inspekteur der Artillerie ins Berliner Reichwehrministerium zu gehen. Am 1. Oktober 1933 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. Oktober1934 wurde er Kommandeur der Heeresdienststelle Kassel. Am 1. Oktober 1936 zum General der Artillerie befördert, wurde er Kommandeur des IX. Armeekorps. Bei Kriegsbeginn 1939 wurde Friedrich Dollmann Oberbefehlshaber der 7. Armee im Westen und mit der Erstellung des "Westwalles" betraut. Während des Frankreichfeldzuges erzwang Generalleutnant Dollmann mit seinen Einheiten den Oberrhein-Übergang bei Breisach. Anschließed führte er seine Männer bis nach Straßburg uns schloß so mit den von Norden kommenden Panzrkräften der Panzergruppe Guderian die noch in der Maginot-Linie befindlichen französischen Truppenteile ein. Für diese Leistung wurde ihm am 28. Juni 1940 das Ritterkreuz verliehen, am 19. Juli 1940 wurde er in einer Reichstagssitzung in Berlin um Generaloberst befördert. Nach Beendigung des Frankreichfeldzuges blieb Generaloberst Dollmann mit seiner 7. Armee im Westen. Mit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie begann auch der letze Lebensabschnitt Friedrich Dollmanns. Nach drei Wochen harter Kämpfe, in denen es nicht gelungen war, die Alliierten aus Frankreich zu vertreiben, wurde Cherbourg von Hitler zur Festung erklärt. Generaloberst Dollmann erkannte den sinnlosen Einsatz von ca. 14.000 deutschen Soldaten und deren unweigerliche Gefangenschaft oder deren Tot in der Festung und befahl den dort stationierten Einheiten, sich zur 7. Armee durchzuschlagen und so dem Untergang zu entgehen. Als Hitler in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1944 von Dollmanns Eigenmächtigkeit erfuhr, machte er diesen für den Fall Cherbourgs verantwortlich und wollte ihn durch ein "Generalgericht" aburteilen lassen. Generaloberst Dollmann legte daraufhin in einem Fernschreiben  die Gründe für den Fall Cherbourgs dar, die allesamt nicht in seinem Einflußbereich gelegen hatten. Nach der Absendung dieses Fernschreibens um 3 Uhr Morgens verabschiedete er sich von seinem Chef des Stabes und beging auf seinem Gefechtsstand in Le Mans Selbstmord. Die nachträgliche Verleihung des Eichenlaubes am 2. Juli 1944 war eine späte Rechtfertigung für die Lagebeurteilung und die Führung durch Generaloberst Dollmann.

 

Ritterkrezz (28. Juni 1940) Eichenlaub (2. Juli 1944, postum)