von der Chevallerie, Kurt Wilhelm Gustav Erdmann

 

* 23. Dezember 1891, Berlin

† 18. April 1945, bei Kolberg (vermisst)

 

Kurt von der Chevallerie trat am 24. Februar 1910 als Fahnenjunker in das Kaiserliche Heer ein. Der Sohn des Generalmajors Hans von der Chevallerie kam dabei zum Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5, in dem er am 11. August 1911 zum Leutnant befördert wurde. Mit diesem Regiment ging er im 1. Weltkrieg auch an die Front. Im Herbst 1914 kam er dann zum Reserve-Grenadier-Regiment Nr. 262. Im Juli 1915 wurde er an der Front verwundet. Am 11. August 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Herbst 1915 kam er dann nach seiner Genesung wieder zum Reserve-Grenadier-Regiment Nr. 262. Ihm wurden bis Ende 1915 beide Eisernen Kreuze verliehen. Ab Sommer 1916 wurde er in den verschiedensten Stäben eingesetzt, darunter ab Ende 1916 als Adjutant der 34. Landwehr-Infanterie-Brigade. Bei dieser wurde er am 20. September 1918 zum Hauptmann befördert. Im Krieg wurden ihm noch mehrere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er wieder in das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 versetzt. Von diesem wechselte er Anfang 1919 als Kompanieführer zum Freiwilligen Garde-Grenadier-Bataillon des Freikorps Hindenburg, dem er bis Mai 1920 angehörte. Danach wurde er dann im Reichsheer im Reichswehr-Infanterie-Regiment 102 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment. In diesem wurde er als Chef der 6. Kompanie eingesetzt. Im Herbst 1925 wurde er dann für 3 Jahre in das Reichswehrministerium versetzt. Im Frühjahr 1927 war er bei der Personalgruppe der Heeres-Personalabteilung (PA) im Einsatz. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zur 1. Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Am 1. Februar 1931 wurde er zum Major befördert. Ab Januar 1932 wurde er dann beim Stab der 6. Division der Reichswehr eingesetzt. Am 1. August 1933 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. September 1933 wurde er dann zum Kommandeur des II. Bataillons vom 17. Infanterie-Regiment ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des Infanterie-Regiment Göttingen ernannt. Am 1. Juli 1935 wurde er zum Oberst befördert. Bei der Enttarnung wurde er am 15. Oktober 1935 dadurch zum Kommandeur des Infanterie-Regiment 38 ernannt. Am 6. Oktober 1936 wurde er durch die Verlegung und Umbenennung seines Regiments zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 87 ernannt. Anschließend wurde er ab dem 12. Oktober 1937 zum Chef der 10. Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt. Am 15. August 1938 wurde er zum Chef der Zentralabteilung (G Z) des Generalstab des Heeres ernannt. Am 1. März 1939 wurde er als solcher zum Generalmajor befördert. Mit der Aufstellung der 83. Infanterie-Division wurde er am 1. Dezember 1939 zu deren Divisionskommandeur ernannt. Er führte die Division dann zuerst im Westfeldzug ins Gefecht. Dabei wurden ihm die Spangen zu beiden Eisernen Kreuzen verliehen. Im Westfeldzug ist sein einziger Sohn, Hans-Rudolf, als Leutnant gefallen. Am 10. Dezember 1940 gab er sein Kommando ab und übernahm dafür als Kommandeur die neue 99. leichte Infanterie-Division. Als solcher wurde er am 1. Januar 1941 zum Generalleutnant befördert. Mit seiner Division nahm er am Russlandfeldzug teil, wo er für die Leistungen der Division beim Vorstoß in die Südukraine am 23. Oktober 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt. Am 1. Dezember 1941 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Ende Dezember 1941 wurde er mit der Führung des LIX. Armeekorps beauftragt. Am 1. Februar 1942 wurde er zum General der Infanterie befördert und damit gleichzeitig zum Kommandierenden General des LIX. Armeekorps ernannt. Für die Abwehrleistung seines Korps im Raum Kiew im November 1943 wurde ihm am 19. Dezember 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Anfang Februar 1944 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Vom 2. Juni 1944 bis zum 5. September 1944 wurde er mit der Führung der 1. Armee in Frankreich beauftragt. Mit dieser kämpfte er sich im Sommer 1944 unter schwierigsten Umständen nach Lothringen zurück. Anschließend wurde er in die Führerreserve des OKH versetzt und am 31. Januar 1945 aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Seit dem 18. April 1945 gilt er im Raum Kolberg in Pommern als vermisst.

 

Ritterkreuz (23. Oktober 1941) Eichenlaub (19. Dezember 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011