Carius, Otto

 

* 27. Mai 1922, Zweibrücken / Pfalz

†  24. Januar 2015 Herschweiler-Pettersheim

 

Otto Carius wurde im Mai 1940 zum Infanterie-Ersatz-Bataillon 104 nach Posen einberufen, kam anschließend zur Panzer-Ersatz-Abteilung 7 nach Vaihingen und im Oktober 1940 in die 1. Kompanie des Panzer-Regiments 21. Ab Juni 1941 nahm er am Rußlandfeldzug teil und wurde am 1. August 1941 zum Unteroffizier befördert. Kurz darauf wurde er zur Panzer-Ersatz-Abteilung 25 nach Erlangen versetzt und anschließend zum 8. Offiziersanwärterlehrgang nach Wünsdorf bei Berlin kommandiert. Am 1. Februar 1942 zum Feldwebel befördert, wurde er als Zugführer zur 10. / Panzer-Regiment 21 versetzt, wo er am 1. Oktober 1942 zum Leutnant der Reserve befördert wurde. Wenig später kam er zur 1. Kompanie des Regiments. Im Februar 1943 wurde er zur Panzer-Ersatz-Abteilung 500 versetzt und am neuen "Tiger"-Panzer ausgebildet. Im Mai 1943 kam er als Zugführer zur 2. Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 502, mit der er vor Leningrad, im November 1943 bei Newel, im Januar 1944 wieder vor Leningrad kämpfte und sich bei den Abwehrkämpfen im März 1944 bei Narwa besonders auszeichnete. In dieser Zeit vernichtete sein Zug 38 Panzer, vier Sturmgeschütze und 17 Geschütze. Für diese Leistung wurde er am 4. Mai 1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Im Juli 1944 übernahm er die Führung der 2. Kompanie und zeichnete sich bei Dünaburg erneut besonders aus. Am 21. Juli 1944 konnte er mit seinen Tigern 28 russische Panzer und zahlreiche LKWs vernichten und so den Rückzug der 290. Infanterie-Division decken. Am 24. Juli 1944 wurde er bei einer Erkundungsfahrt mit dem B-Krad schwer verwundet. Er kam in ein Lazarett und wurde anschließend per Schiff in die Heimat gebracht. Am 27. Juli 1944 wurde er mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Außerdem wurde er am 1. August 1944 zum Oberleutnant der Reserve befördert. Nach seiner Genesung kam er am 2. Januar 1945 zur Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 500, übernahm am 11. Februar 1945 die 2. / Jagd-Tiger-Abteilung 512 und führte diese bei den letzten Kämpfen im Ruhrkessel. Bei Iserlohn geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde.
Nach dem Krieg studierte er Pharmazie und übernahm 1956 die "Tiger-Apotheke" in Herschweiler-Pettersheim.

Ritterkreuz (4. Mai 1944) Eichenlaub (27. Juli 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011