Brandi, Albrecht

 

20. Juni 1914, Dortmund + 6. Januar 1966, Dortmund BrandiA-1.jpg (8160 Byte)

Am 1. April 1935 wurde Albrecht Barndi Seeoffiziersanärter bei der Kriegsmarine. Nach sechs Monaten Ausbildung An Bord der Karlsruhe wurde er im Juni 1936 als Fähnrich zur See ( 1. Juli 1936) an die Marineschule Flensburg-Mürvik kommandiert. Ab März 1937 war er Wachoffizier auf verschiedenen Minensuchern. Bei Kriegsbeginn war Brandis auf M-1 stationiert, als das Schiff die Beschießung der Westerplatte durch die Schleswig-Holstein deckte. Am 1. Oktober 1939 erfolgte seine Beförderung zum Leutnant zur See.

Danach wurde Brandis zur U-Boot-Waffe kommandiert, der Befehl wurde aber wiederrufen. Im MAi 1940 wurde er Kommandant von M-1. Im April 1941 erfolgte seine erneute Bestellung zur U-Boot-Waffe. Er kam auf die U-Boot-Schule nach Neustadt in Holstein. Nach Absolvierung seiner Ausbildung wurde er nach St. Nazaire versetzt.

Ende 1941 wurde Brandi Kommandantenschüler auf U-552. Unter Erich Topp operrierte das Boot vor der kanadischen Küste und versenkte zwei Schiffe.

Am 9. April 1942 erhielt Brandi sein erstes eigenes Boot, U-617. Nur fünf Mann seiner neuen Besatzung hatten Erfahrung auf U-Booten, die anderen waren Neulinge. Zwischen April und August 1942 trainierte Brandi seine Mannschaft und erprobte sein Boot bei der 5. U-Flottille. Auf seinen ersten beiden Feindfahrten konnte Kapitänleutnant Brandi (seit dem 1. 10. 1942) fünf Schiffe versenken und einen Zerstörer beschädigen. Auf seiner dritten Feindfahr erhielt Brandi am 4. November 1942 den Befehl, durch die Meerenge von Gibraltar in das Mittelmeer zu laufen. Bei diesem Durchbruch wurde U-617 von einer Sunderland angegriffen, die zwei Bomben gingen jedoch fehl. Am 19. November gelang es Brandi, einen Geleitzug anzugreifen. Nach dem Angriff wurde das Boot unter Wasser gedrückt, in einer vierstündigen Wasserbombenjagd wurden insgesamt 80 Wasserbomben abgeworfen.

Auf seiner vierten Feindfahrt hatte U-617 eine dreistündige Begegnung mit einem britischen U-Boot. Die beiden Boote umkreisten sich in der Hoffnung, in eine günstige Schußposition zu kommen. Nach drei Stunden brach Brandi das Treffen ab und tauchte. Am 21. Januar 1943 erhielt Brandi Ritterkreuz.

Auf seiner fünften Feindfahrt konnte Brandi den Minenleger HMS Welshman am 1. Februar 1943 versenken. Währen der sechsten Feindfahrt konnte Brandi einenKreuzer (HMS Uganda) und ein weiteres Schiff versenken. Bei seiner sechsten und letzten Feindfahrt mit U-617 konnte Brandi am 6. September 1943 den Zerstörer HMS Puckeridge versenken. Während der ersten Tage dieser Feidfahr sichtete U-617 die Flugzeugträger HMS Illustrious und HMS Formidable, für einen Torpedoangriff war die Position aber zu schlecht. Am 11. April 1943 erhielt er das Eichenlaub.

In der Nacht vom 11. September 1943 wurde U-617 in der Nähe der marokkanischen Küste geortet und von einem Flugzeug gebombt. Das Boot mußte von seiner Besatzung versenkt werden, diese geriet in Spanien in Internierungshaft. Brandis gelang die Flucht und die Rückkehr nach Deutschland.

Im Januar 1944 übernahm Brandis U-380, mit dem er eine Feindfahrt absolvierte. Nachdem das Boot die Feindfahrt beendet hatte, wurde es nach seinem Einlaufen in Toulon am 13. März 1944 von amerikanischen Flugzeugen versenkt. Daraufhin übernahm Brandis das Kommando über U-967. Bei seiner ersten Feindfahrt erhielt er am 9. Mai 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz. Bei seiner zweiten Feindfahrt mit U-967 erkrankte Brandis schwer, so daß die Unternehmung abgebrochen werden mußte. In Toulon übergab er das Kommando über U-967 an Oblt. Eberbach.

Im September 1944 wurde Korvettenkapitän Brandi ( seit dem 8. Juni 1944) Befehlshaber der U-Boot-Operationen in der östlichen baltischen See. Am 24. November 1944 erhielt er die Diamanten zum Ritterkreuz. Im Januar 1945 wurde Fregatten-Kapitän Brandi ( seit dem 18. Dezember 1944 ) Befehlshaber der Marinekleinkampfverbände. Bei Kriegsende kam er in kanadische Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1945 entlassen wurde.

Nach dem Krieg studierte Brandi Architektur und ließ sich nach seinem Studium in Dortmund nieder.