Bayerlein, Fritz

 

* 14. Januar 1899, Würzburg + 31. Januar 1970, Würzburg BayerleinF-1.jpg (9866 Byte)

 

Fritz Bayerlein trat 1918 als Soldat in das Infanterie-Regiment 9 ein und kam an die Westfront. Hier erhielt er im letzten Kriegsjahr noch das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Als Fahnenjunker-Unteroffizier wurde Bayerlein nach dem Krieg in die Reichswehr übernommen und 1922 beim Infanterie-Regiment 21 zum Leutnant befördert. Bis 1938 hatte Bayerlein mehrere Truppenkommandos inne, bevor er die Kriegsakademie besuchte und a.s Major zum 2. Stabsoffizier der 3. Panzer-Division ernannt wurde. 1939 übernahm er den Stab der 10. Panzer-Division, mit der er den Polen- und Frankreichfeldzug erlebte. Im Frühjahr wurde Bayerlein Chef des Stabes der Panzergruppe 2 unter Generaloberst Guderian. Nach den ersten Erfolgen in Rußland wurde Bayerlein nach Afrika versetzt, wo er am 5. Oktober 1941 als Oberstleutnant zum neuen Stabschef des Deutschen Afrika-Korps ernannt wurde. Für die Leistungen Bayerleins bei den Rückzugskämpfen Rommels erhielt Bayerlein am 26. Dezember 1941 das Ritterkreuz verliehen. Bayerlein plante mit Rommel dessen Offensive, die das DAK bis nach El Alamein führte. Und er unterstütze Rommel und dessen Nachfolger von Thoma beim anschließenden Rückzug nach Tunesien. Kurz vor der Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Afrika wurde Bayerlein per Flugzeug nach Italien evakuiert.Für seine Leistungen als Stabschef erhielt er hier am 6. Juli 1943 das Eichenlaub verliehen. Nach einer Verwendung als Chef des Stabes bei General Hube wurde Bayerlein am 25. Oktober 1943 zum Kommandeur der 3. Panzer-Division ernannt. Diese führte er in den Abwehrkämpfen bei Charkow, bei Nowo Iwanowka, Poltawa und am Dnjepr sowie bei Kiew und Uman. Am 10. Januar 1944 wurde Generalleutnant Bayerlein zur Panzerlehr-Division versetzt, um deren erster Kommandeur zu werden. Bayerlein wurde am Morgen des 6. Juni alarmiert, um mit seiner Diviison die gelandeten Alliierten in der Normandie ins Meer zurückzuwerfen. In Anbetracht der erdrückenden Luftüberlegenheit bat Bayerlein um die Verschiebung des Abmarschbefehls in die Nacht. Doch diese Bitte wurde abgelehnt und auf dem Marsch zum Einsatzgebiet verlor die Division viele Fahrzeuge und Männer durch die alliierten Luftangriffe. Bayerlein führte seine Division gegen die gelandeten Alliierten, vermochte aber, zusammen mit den anderen deutschen Verbänden, die Alliierten nicht mehr ins Meer zurückzudrängen. Die Division kämpfte, bis sie wegen schwerster Verluste aus der Front genommen werden mußte. Für die energisch vorgetragenen Angriffe erhielt Bayerlein am 20. Juli 1944 die Schwerter verliehen. Die schwer dezimierte Division wurde in Heilbronn und Paderborn wieder aufgefrischt und für die Ardennen-Offensive im Winter 1944/45 bereitgestellt. Mit seiner Division gelang Bayerlein am 23. Dezember 1944 die Einnahme des Ortes St. Hubert. Die Division war damit am weitesten aller Divisionen nach Westen vorgestoßen. Ab hier mußten sich die deutschen Truppen zurückziehen. Und wieder hatte die Panzerlehr-Division schwere Verluste erleiden müssen. Am 15. Januar 1945 gab Bayerlein die Führung der Division ab und wurde Kommandierender General des LIII. Armeekorps. Mit dieser Wurde Bayerlein zusammen mit der Heeresgruppe B im Ruhrkessel eingeschlossen. Nach schweren Kämpfen entschloß sich Bayerlein zu eigenen Kapitulationsverhandlungen mit den Alliierten und führte so seine truppen am 15. April 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Der Rest des Ruhrkessels kapitulierte einen Tag später.