Freiherr von Bodenhausen, Erpo Kraft Bodo Ernst Gustav Wilke

 

* 12. April 1897, Schloß Arnstein, Kreis Witzenhausen

† 9. Mai 1945, bei Grobin, Kurland (Selbstmord)

 

Erpo von Bodenhausen trat am 2. Oktober 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Rheinisches Dragoner-Regiment „Freiherr von Manteuffel“ Nr. 5. Im Frühjahr 1915 kam er dann zum Regiment an die Front. Am 5. Juli 1915 wurde er bei diesem zum Leutnant befördert. Er diente dann für die restliche Zeit im 1. Weltkrieg als Zugführer und Ordonanzoffizier im Rheinisches Dragoner-Regiment „Freiherr von Manteuffel“ Nr. 5. Er wurde im Krieg nicht nur verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1915 festgelegt. Beim Übergangsheer der Reichswehr gehörte er im Frühjahr 1920 zum 16. Reiter-Regiment. Auch bei der Übernahme in das 100.000 Mann-Heer der Reichswehr blieb er als Eskadronoffizier weiter beim 16. Reiter-Regiment. Im Frühjahr 1924 gehörte er zur 4. (Preuß.) Eskadron in Langensalza. Am 1. Oktober 1924 wurde er dann als Ordonanzoffizier in den Stab vom 16. Reiter-Regiment nach Kassel versetzt. Als solcher wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 1. Februar 1926 wurde er dann zum Regimentsadjutant vom 16. Reiter-Regiment in Erfurt ernannt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Am 1. Oktober 1930 kam er wieder in das 16. Reiter-Regiment zurück. Am 1. April 1931 wurde er dann in den Stab der 3. Kavallerie-Division nach Weimar versetzt. Am 1. September 1931 wurde er dann in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann als Adjutant vom Heeres-Personalamt (PA) eingesetzt. Dort wurde er auch am 1. Dezember 1931 zum Rittmeister befördert. Am 1. September 1933 wurde er zum Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 zum Chef der Ausbildungs-Eskadron vom Reiter-Regiment Hannover ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef der 2. Eskadron vom Reiter-Regiment 13 ernannt. Am 1. März 1936 wurde er zum Major befördert. Mitte Mai 1936 wurde er dann als Adjutant in den Stab der 12. Infanterie-Division nach Schwerin versetzt. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann wieder in das Kavallerie-Regiment 13 versetzt. Am 10. November 1938 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom Kavallerie-Schützen-Regiment 8 in Cottbus ernannt. Am 1. April 1939 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Zum Beginn des 2. Weltkrieges führte er seine Abteilung dann im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 8. Februar 1940 wurde seine Tochter geboren. Durch die Umgliederung des Regiments wurde er am 1. April 1940 zum Kommandeur des II. Bataillons vom Schützen-Regiment 8 ernannt. Kurz darauf führte er sein Bataillon noch im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Mitte Dezember 1940 wurde er zum Kommandeur vom Schützen-Regiment 28 ernannt. Im Frühjahr 1941 führte er sein Regiment dann in den Balkanfeldzug. Im Sommer 1941 führte er das Regiment dann im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Im Herbst 1941 wurde er verwundet. Am 17. Dezember 1941 wurde er zum Oberst befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Januar 1941 festgelegt. Am 31. Januar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Ende Mai 1942 gab er sein Kommando über das Schützen-Regiment 28 ab und wurde dafür zum Kommandeur der 23. Schützen-Brigade ernannt. Durch die Umbenennung der Brigade wurde er dann Anfang Juli 1942 zum Kommandeur der 23. Panzer-Grenadier-Brigade ernannt. Anfang November 1942 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Anfang Januar 1943 wurde er zum Kursleiter des Lehrgangs für Regimentsführer für Schnelle Truppen an der Panzertruppenschule Wünsdorf ernannt. Am 1. März 1943 kam er dann als Führer zum Stab der 12. Panzer-Division. Dort wurde er dann nach wenigen Tagen mit der Führung der 12. Panzer-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Am 20. April 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1943 festgelegt. Er wurde an diesem Tag auch mit der Führung der 12. Panzer-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Am 1. Mai 1943 wurde er dann zum Kommandeur der 12. Panzer-Division ernannt. Anfang November 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1943 festgelegt. Am 17. Dezember 1943 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er führte die Division dann bis zum Frühjahr 1945 in Kurland. Am 28. Dezember 1944 wurde er namentlich in den Ergänzungen zum Wehrmachtsbericht genannt: "In den harten Kämpfen der dritten Kurlandschlacht haben sich die norddeutsche 225. Infanteriedivision unter Führung von Generalleutnant Risse und die pommersche 12. Panzerdivision unter Führung von Generalleutnant Freiherr von Bodenhausen durch hervorragende Standhaftigkeit ausgezeichnet." Im März 1945 wurde er auch noch für das Eichenlaub vorgeschlagen, was aber abgelehnt wurde. Am 12. April 1945 gab er sein Kommando ab und wurde dafür mit der Führung vom L. Armeekorps beauftragt. Am Tag der Kapitulation zog er den Freitod der Gefangennahme durch die Rote Armee vor.

 

Ritterkreuz (17. Dezember 1943)