Bleidorn, Rudolf Julius

 

* 1864,

+ 1937,

 

Rudolf Bleidorn wurde am 14. April 1883 zum Sekondeleutnant befördert. Am 20. Mai 1913 wurde er als Oberstleutnant zum Kommandeur vom Straßburger Feldartillerie-Regiment Nr. 84 ernannt. Vor Beginn des 1. Weltkrieges war er noch immer Kommandeur vom Straßburger Feldartillerie-Regiment Nr. 84. Mit diesem zog er zu Beginn des 2. Weltkrieges auch an die Westfront aus. Am 5. September 1914 wurde er zum Oberst befördert. Am 24. Dezember 1914 gab er sein Kommando ab, übernahm er aber am 6. Februar 1915 wieder. Anscheinend war er zwischendurch Kommandeur vom Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 54. Ab Februar 1917 bis Mitte November 1917 wurde er als Arko 79 eingesetzt. Anfang Dezember 1917 wurde er dann zum Arko der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht ernannt. Am 19. Februar 1918 gab er dieses Kommando ab und wurde dafür zum Arko 36 ernannt. Als solcher wurde er am 25. Februar 1918 zum Generalmajor befördert. Anfang Juni 1918 gab er dieses Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum General der Artillerie 10 ernannt. Im Jahr 1918 hielt er vor dem Reichstag auch einen Vortrag zur Frühjahrsoffensive 1918. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit vielen anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er im Übergangsheer im Frühjahr 1920 als Befehlshaber der Artillerie zur Reichswehr-Brigade 13. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann zum Artillerieführer V ernannt. Am 15. Juni 1921 gab er dieses Kommando ab. Er wurde jetzt in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt. Dort wurde er zum Inspekteur der Artillerie (In 4) ernannt. Als solcher wurde er mit dem Rangdienstalter vom 1. Juli 1921 zum Generalleutnant befördert. Er übte diese Funktion über mehrere Jahre aus und kann dadurch schon als Vater der Artillerie der Reichswehr bezeichnet werden. Am 1. Februar 1927 wurde er zum General der Artillerie befördert. Noch im gleichen Jahr, oder Anfang 1928 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Im Zuge der Heeresvermehrung wurden mehrere Kasernen im Reich (u.a. Loetzen, Jüterbog, Soest, Gießen, Fulda, Frankfurt am Main, Ulm und Ansbach) nach ihm benannt. Auch der 1926 gebaute 21 Meter hohe Artilleriebeobachtungsturm des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr erhilet seinen Namen. 1937 ist er dann gestorben.