Angerstein, Karl

 

* 4. Dezember 1890, Mühlhausen

+ 20. September 1985, Feldkirchen

 

 

Karl Angerstein trat am 25. September 1911 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment 87 ein. Am 18. Februar 1913 wurde er zum Leutnant befördert und am 2. Juni 1914 zur Fliegerausbildung beim Fliegerbataillon 3 kommandiert. Am 2. August 1914 wurde er Flugzeugführer bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 4 und Führer der Flieger-Halbabteilung "W" und "K". Nach einer Verwundung und einem Lazarettaufenthalt Ende 1915 wurde Karl Angerstein Flugzeugführer bei den Fliegerabteilungen 52 und 23. Am 6. Juni 1916 zum Oberleutnant befördert, wurde Karl Angerstein am 29. April 1916 Führer des Kampfeinsitzer-Kommandos West. Nach einer Verwundung am 10. Juni 1916 wurde er am 22. Dezember 1916 z.b.V. der Inspektion der Fiegertruppe und zum Kommando der Flieger-Beobachtungsschulen kommandiert. Am 3. August 1917 erfolgte die Kommandierung zur Staffel 17 des Bombengeschwaders 3 der OHL, wo er Führer der Bombenstaffel 18 wurde.

Bei Kriegsende  trat Karl Angerstein zur Polizei über, wo er Führer der Fliegerstaffel bzw. der Luftpolizei-Abteilung Königsberg wurde. Es folgten die Verwendungen als Führer der Technischen Hundertschaft bei der Schutzpolizei Elbing, als Führer der Schutzpolizei Deutsch-Eylau und als Führer der Schutzpolizei Stuhm. Am 15. Oktober 1924 wurde er Leiter des luftpolizeilichen Überwachungsdienstes bei der Schutzpolizei Magdeburg und am 1. Mai 1933 Inspizient der Preußischen Luftpolizei. Am 15. Oktober 1934 wurde er Leiter des Luftamtes München.

Am 1. April 1935 erfolgte die Übernahme als Major zur Wehrmacht. Er wurde Offizier z.b.V. des RLM und Ob.d.L., kommandiert zur I./KG 157. Am 1. Juli 1937 wurde er Gruppen-Kommandeur im KG 155 und KG 158. Bei Kriegsbeginn wurde Oberstleutnant Angerstein Kommodore des Kampfgeschwaders 28 und Anfang 1940 Kommodore des Stuka-Geschwaders 3. Am 1. Februar 1940 zum Oberst befördert, wurde er am 17. Juli 1940 zum Kommodore des Kampfgeschwaders 1. Am 2. November 1940 wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Am 1. April 1941 zum Generalmajor befördert, wurde er am 2. März 1942 Höherer Kommandeur der Kampf- und Aufklärungs-Fliegerschulen. Am 26. Juni 1943 wurde er mit der Führung des I. Fliegerkorps beauftragt. Am 1. April 1943 wurde Karl Angerstein zum Generalleutnant befördert und am 7. November 1943 Offiziersrichter am Reichskriegsgericht. Anfang 1944 wurde er Vertreter der Luftwaffe beim OKM und anschließend beim stellvertretenden Generalkommando des X. Armeekorps in Hamburg. Bei Kriegsende geriet Angerstein in Kriegsgefangenschaft, aus der er am 30. Juni 1947 entlassen wurde.

Ritterkreuz (2. November 1940)