von Angern, Günther

 

* 5. März 1893, Kolberg

† 1. od. 2. Februar 1943, Stalingrad (Selbstmord)

 

Günther von Angern trat am 1. April 1911 als Fahnenjunker in die Kaiserlich Armee ein. Er kam dabei zum Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6. Am 18. November 1912 wurde er in diesem zum Leutnant befördert. Mit seinem Regiment kam er dann zu Beginn des 1. Weltkrieges an die Front. In diesem Krieg wurde er auf verschiedenen Positionen in seinem Regiment eingesetzt. Am 22. März 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Ihm wurden neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann im 100.000 Mann-Heer der Reichswehr zum 6. (Preuß.) Reiter-Regiment. In diesem wurde er am 1. Oktober 1922 zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er am 1. Februar 1924 zur 3. Eskadron vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment in Militsch versetzt. Noch im gleichen Jahr wurde er dann zur Ausbildungs-Eskadron vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Breslau versetzt. 1925 wurde er dann auch zum Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Breslau ernannt. Ab Herbst 1930 wurde er dann zum Stab der 1. Kavallerie-Division nach Frankfurt an der Oder kommandiert. In der Rangliste ist er im Frühjahr 1931 bei der 4. Eskadron vom 8. (Preuß.) Reiter-Regiment verzeichnet. Im Herbst 1931 wurde er dann auch offiziell zum Stab der 1. Kavallerie-Division versetzt. Am 1. April 1933 wurde er dort zum Major befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er bei der Inspektion der Kavallerie eingesetzt. Im Frühjahr 1935 wurde er dann zum Kommandeur vom Reiter-Regiment Fürstenwalde ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1935 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Enttarnung der Verbände bei der Erweiterung zur Wehrmacht wurde er dann automatisch zum Kommandeur vom 9. (Preuß.) Reiter-Regiment in Fürstenwalde ernannt. Auch bei der Umbenennung des Regiments zum Kavallerie-Regiment 9 am 6. Oktober 1936 blieb er weiter der Kommandeur. Als solcher wurde er am 1. März 1938 zum Oberst befördert. Am 10. November 1938 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er am gleichen Tag zum Kommandeur der 3. Schützen-Brigade ernannt. Diese führte er dann bei Beginn des 2. Weltkrieges zuerst im Polenfeldzug. Bereits in diesem wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Anfang Dezember 1939 wurde er dann zum Kommandeur der 11. Schützen-Brigade ernannt und auch mit ihrer Aufstellung beauftragt. Diese führte er dann zuerst im Frankreichfeldzug in den Kampf. Diese Brigade wurde besonders erfolgreich im Westfeldzug geführt. Von ihren Gegnern erhielt sie den Beinamen Gespenster-Division. Danach führte er die 11. Schützen-Brigade auch zu Beginn vom Ostfeldzug sehr erfolgreich. Für eine Tat bei Ostrog am 27. Juni 1941 wurde er am 22. Juli 1941 im Ehrenblatt des Deutschen Heeres genannt. Anfang August 1941 gab er dann das Kommando über die Brigade ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 15. August 1941 übernahm er dann die Führung über die 11. Panzer-Division im Ostfeldzug. Bereits am 24. August 1941 wurde er schwer verwundet. Er musste das Kommando abgeben und wurde nach dem Lazarettaufenthalt in die Führerreserve versetzt. Am 8. März 1942 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Bis September 1942 dauerte sein Genesungsprozess. Dabei wurde er am 1. Oktober 1941 zum Generalmajor befördert. Am 15. September 1942 wurde er mit der Führung der 16. Panzer-Division beauftragt. Später wurde er im Kessel von Stalingrad zum Kommandeur der 16. Panzer-Division ernannt. Am 1. Dezember 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Im Kessel von Stalingrad beging er vor der Kapitulation Selbstmord um der russischen Gefangenschaft zu entgehen.

 

Ritterkreuz (5. August 1940)