Standort Braunschweig

Fliegerhorst Braunschweig-Broitzem
Industrieplatz Braunschweig-Völkenrode
Feldflugplatz Braunschweig-Waggum

 

Braunschweig liegt im Südosten des Bundeslandes Niedersachsen und war Hauptstadt des Freistaates Braunschweig bis zu dessen Auflösung 1946. Beteits im 19. Jahrhundert war Braunschweig Garnisonsstadt. Hier lagen das Infanterie-Regiment Nr. 92 und das Braunschweiger Husaren-Regiment Nr. 17.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Braunschweig Standort der Reichswehr. Das Reichswehr-Infanterie-Regiment 20 wurde in der Stadt stationiert. Ab 1935 wurde die Garnison dann schnell größer. Vor allem Artillerie-Einheiten und der Stab der 31. Division bestimmten die Garnison.
Am südwestlichen Stadtrand von Braunschweig entstand bereits 1916 eine Fliegerstation, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges demontiert werden musste. Ab 1928 wurde das Gelände dann als ziviler Flugplatz genutzt und ging 1934 in den Besitz der Luftwaffe über. Anschließend wurde der Platz bis Kriegsende zu Ausbildungszwecken verwendet. Nach Kriegsende entstand hier eine Siedlung der Weststadt Braunschweig.
Westlich von Braunschweig hatte die "Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt " (DFL) einen Industrieplatz. Während des Krieges wurde der Platz auch von der Luftwaffe genutzt. Heute befindet sich auf dem Gelände die "Physikalisch-Technische Bundesanstalt" PTB.
Südlich des Stadtteiles Waggum wurde ab Februar 1935 der neue Flugplatz Braunschweig-Waggum errichtet. Der neue Zivilflugplatz der Stadt entstand als Ersatz für den Fliegerhorst Braunschweig-Broitzem. Am 27. August 1939 wurde der Platz von der Luftwaffe beschlagnahmt. Neben Ausbildungsverbänden der Wehrmacht nutzten Luftfahrttechnische Betriebe den Platz. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Regionalflughafen.
Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe schwer getroffen. Mehr als 40 schwere und schwerste Angriffe britischer und amerikanischer Bomberverbände galten zunächst überwiegend Rüstungsbetrieben (Flugzeuge, Panzer, optische Präzisionsinstrumente) sowie anderen kriegswichtigen Anlagen. Ab 1943 wurden diese Angriffe immer heftiger und bezogen bald das gesamte Stadtgebiet mit ein. Den schwersten Angriff erlebte die Stadt in der Nacht zum 15. Oktober 1944, bei dem fast die gesamte Innenstadt zerstört wurde. Der entfachte Feuersturm wütete 2 1/2 Tage. Etwa 1.000 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben. Insgesamt sind dem Luftkrieg in Braunschweig ca. 3.500 Personen zum Opfer gefallen, mehr als 40 % davon waren Ausländer. Am 12. April 1945 marschierte die 30. US-Infanterie-Division in die Stadt ein und beendete den Krieg für die Stadt.

 

Fronttruppenteile

31. Infanterie-Division.

Artillerie-Kommandeur 31

Infanterie-Regiment 17

Panzer-Abwehr-Abteilung 31

4.(E.)/Panzer-Abwehr-Abteilung 31

I./Artillerie-Regiment 55

II./Artillerie-Regiment 55

Stab / Artillerie-Regiment 67

I./Artillerie-Regiment 67

II./Artillerie-Regiment 67

Beobachtungs-Abteilung 19

Beobachtungs-Abteilung 31

Panzerabwehr-Abteilung 31

Infanterie-Division Nachrichten-Abteilung 31

3.(E.)/Nachrichten-Abteilung 31

Sanitäts-Abteilung 31

Division Nr.191

Regiment Braunschweig

Grenadier-Regiment 17

I. Flieger-Korps (J)

Landesschützen-Bataillon 708

Landesschützen-Bataillon VIII/XI

Flakgruppe Braunschweig

Flakgruppe Harz

Flak-Regiment 25

Luftnachrichten-Regiment 2

1.SS-Totenkopf-Jagd-Brigade

SS-Wach-Bataillon Braunschweig

 

Ersatztruppenteile

Sanitäts-Staffel

Luftsanitäts-Staffel

Landwehr-Ausbildungs-Leiter Braunschweig

Heeresfachschule (V.W.)

Heeresfachschule (V.)

Infanterie-Ersatz-Regiment 31

Reserve-Infanterie-Regiment 31

Infanterie-Ersatz-Regiment 561

Grenadier-Ersatz-Regiment 561

Infanterie-Ersatz-Bataillon 17

Grenadier-Ersatz-Bataillon 17

Reserve-Infanterie-Bataillon 17

Reserve-Grenadier-Bataillon 17

Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie (motorisiert)13

Infanterie-Ersatz-Bataillon 194

Infanterie-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 267

Urlauber-Kompanie Braunschweig

Panzer-Abwehr-Ersatz-Abteilung 13

Panzerjäger-Ersatz-Abteilung 13

Artillerie-Ersatz-Abteilung 19

Artillerie-Ersatz-Abteilung 31

Artillerie-Ersatz-Abteilung 171

Beobachtungs-Ersatz-Abteilung 31

Fallschirmjäger-Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon

Fallschirm-Schule 3

Fliegerschule Braunschweig, Abteilung I a

Heimatpferdepark der Waffen-SS

SS-Junkerschule

SS-Musikschule Braunschweig

SS-Ergänzungsstelle Mitte

 

Kommandobehörden / Dienststellen

Wehrmachts-Kommandantur Braunschweig

Wehrbezirks-Kommando (WK XI, Wehrersatzbezirk Hannover. Zuständig für die Wehrmeldebezirke (Wehrmeldeämter) Braunschweig und Wolfenbüttel.)

Wehrmeldeamt (WK XI, Wehrbezirk Braunschweig. Zuständig für den Stadtkreis und den Landkreis Braunschweig.)

Luftkreis-Kommando VII

Luftwaffen-Gruppenkommando 2

Luftflotte 2

4. Flieger-Division

Höherer Kommandeur der Flakartillerie

Wehrmachtfürsorgeoffizier

Wehrwirtschaftsstelle Bez. Braunschweig

Psych.Prüfstelle XI

Wehrkreisarzt XI mit Sanitäts-Abteilung

Rüstungskommando

Ev.Standortpfarrer

Ev.Standortpfarramt

Heeres-Standort-Verwaltung

Heeres-Verpflegungs-Hauptamt

Heeres-Bauamt

 

Einrichtungen

Standortlazarett

Heeres-Nebenzeugamt

Heeres-Munitionsanstalt Grasleben

Heeres-Munitionsanstalt Lehre

Lufttanklager

Luft-Muna

Oflag XI B

Außenkommando KL Neuengamme - Fa.Büssing, Lager Büssing NAG, Lager Schilldenkmal

Außenkommando KL Neuengamme - mit UnterkommandoVechelde

Außenkommando KL Neuengamme - Trümmerbeseitigung, Unterbringung in SS-Reitschule

Außenkommando KL Neuengamme - Arbeit für Truppen-Wirtschaftslager, nur 10 Häftlinge

Außenkommando KL Buchenwald - Instandsetzungsarbeiten SS-Junkerschule

 

Literatur und Quellen:

Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934 - 1945 - und was davon übrig blieb, VDM-Verlag, 1. Auflage 2010

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945, Band 16, Teil 3. Biblio-Verlag Osnabrück 1996

Reichsgesetzblatt 1941 Teil I, Seiten 397ff.