Standort Ulm

Artillerie-Kaserne
Bleidorn-Kaserne
Boelcke-Kaserne
Flandern-Kaserne
Gaisenberg-Kaserne
Gallwitz-Kaserne
Grenadier-Kaserne
Hindenburg-Kaserne
Kienlesberg-Kaserne
Pionier-Kaserne
Sedan-Kaserne
Untere Kuhberg-Kaserne
Wilhelmsburg-Kaserne

 

Die Stadt Ulm ist eine alte Universitätsstadt am östlichen Rand von Baden-Württemberg. Weltberühmt ist die Stadt durch ihr Münster, welches den höchsten Turm der Welt hat. Die Stadt liegt ca. 90 Kilometer südöstlich von Stuttgart, bzw. 130 Kilometer nordwestlich von München. Ulm zählte 1913 bereits knapp 60.000 Einwohner, davon waren knapp 10.000 Soldaten der großen Ulmer Garnison. 1933 besaß die Stadt 62.472 Einwohner, deren Zahl bis 1939 auf 68.585 anstieg. In direktem Bezug zu Ulm sind auch Neu-Ulm und Ulm-Wiblingen zu nennen.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zur Festung ausgebaut. Auch im 17. Jahrhundert wurde die Befestigung erweitert. Im Jahr 1702 wurde die Festung von bayrischen Truppen erobert, die aber 1704 wieder vertrieben wurden. 1796 belagerten und beschossen die Franzosen die Festung. Daraufhin wurde die Festung erneut verstärkt. 1800 wurde die Stadt erneut durch die Franzosen belagert und nach dem Waffenstillstand rückten die Franzosen in die Stadt ein. 1802 wurde Ulm zur bayrischen Hauptstadt der Provinz Schwaben. Bis 1804 wurden die meisten Befestigungen der Stadt geschliffen. 1805 wurde wieder begonnen die Befestigungen aufzubauen, was aber nicht mehr abgeschlossen werden konnte, Mitte Oktober 1805 kapitulierte die österreichische Verteidigung von Ulm. Zwischen 1805 und 1808 wurden erneut alle Befestigungen geschliffen. 1806 rückten wieder bayrische Truppen in die Stadt ein. Mit dem Vertrag von 1810 wurde Ulm württembergisch. Der südlich der Donau gelegene Teil wurde dem Königreich Bayern zugeteilt und erhielt die Bezeichnung Neu-Ulm. Die bayrischen Truppen gingen in den bayrischen Teil über. In Ulm zogen jetzt württembergische Truppen ein. Es folgten ständig wechselnde Einquartierungen starker Truppenteile. Zwischen 1842 und 1859 wurde Ulm mit Neu-Ulm zur Bundesfestung ausgebaut. Dabei entstanden ein Großteil der Kasernen.
1842 - 1848 wurde die Wilhelmsburg (Werk XII) erbaut
1852 - 1857 wurde die Wilhelmsfeste mit Werk XIII und XVII erbaut
1843 - 1852 wurde der Kienlesberg mit den Werken IX, X und XI befestigt
1843 - 1858 wurde der Gaisberg mit den Werken XVIII und XXI befestigt
1843 - 1855 wurde die obere Stadtfront mit den Werken I - VIII und obere Stadtkehle, sowie die Werke XXVII und XXVIII errichtet und befestigt
1844 - 1854 wurde die Hauptumfassung des rechten Ufers, eines Reduits und zwei Pulvermagazine zu je 1.200 Zentner erbaut
1845 - 1855 wurde die untere Stadtfront mit den Werken XXII mit XXIV und die untere Stadtkehle Werk XXV (Roter Turm) und XXVI erbaut 
1846 - 1858 wurde der untere Kuhberg mit den Vorwerken XXIX und XXX befestigt
1846 - 1859 wurde das Fort auf der Albecker Steige, Vorwerk XXXIX, erbaut
1847 - 1854 wurde Fort Avancé als Vorwerk XXXVII errichtet, ab 1867 "Fort Prittwitz"
1848 - 1850 wurde der Turm XXXVI (Lehrer Turm) errichtet, bereits 1870 wieder abgebrochen
1848 - 1856 wurde das Fort auf dem unteren Eselsberg, Vorwerk XXXIV, errichtet
1848 - 1857 wurde der obere Kuhberg mit dem Vorwerken XXXII befestigt
1850 - 1852 wurde der Turm XXXVIII (Örlinger Turm) erbaut
1850 - 1853 wurden die Vorwerke 12, 13 und 14 auf dem rechten Donauufer errichtet
1852 - 1854 wurde das Vorwerk XLI (Fort Friedrichsau) erbaut'
1855 - 1856 wurde das Vorwerk XXXIII (Söflinger Turm) erbaut
1855 - 1857 wurde das Vorwerk XXXI auf dem Mittleren Kuhberg errichtet
1855 - 1857 wurden 5 Waffenplatz-Reduits im gedeckten Weg der Fronten 3-5, 5-7 und 7-9 des rechten Ufers erbaut
1855 - 1858 wurde das Vorwerk XL am Safranberg (Safranturm) errichtet
Ab 1873 wurde die Festung erneut ausgebaut. Die folgenden Jahr verbrachte die Garnison in Frieden. Am 8. November 1904 wurde die katholische Garnisonskirche, heute St. Georg-Kirche, eingeweiht. Die Einweihung der evangelischen Garnisonskirche (heute Pauluskirche) erfolgte am 5. November 1910. 1914 zogen die Einheiten der Garnison in den 1. Weltkrieg. Auch zur Reichswehrzeit waren in Ulm ständig Truppen stationiert. Ab 1927 gehörte auch noch Wiblingen zur Garnison. 1933 richteten die Nationalsozialisten im Fort Oberer Kuhberg ein Konzentrationslager ein. Die Häftlinge wurde bei Straßenarbeiten eingesetzt. Das Lager wurde im Juli 1935 wieder aufgelöst und die Häftlinge wurden nach Dachau verlegt. Mit dem Aufbau der Wehrmacht begann auch in Ulm, im Wehrkreis V, eine rege Bautätigkeit. So wurden die Boelcke-Kaserne, die Flandern-Kaserne und die Hindenburg-Kaserne neu erbaut. Während des Ausbaues der Wehrmacht kam es zu vielen Abgaben und Umgliederungen der Ulmer Einheiten. Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Ulmer Synagoge am Weinhof beschädigt. Angehörige der SA hatten zwar Feuer gelegt, doch der Brand richtete keinen großen Schaden an. Wenige Tage später wurde mit dem Abbruch des Gotteshauses begonnen. Die Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm war im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine der stärksten Garnisonen der Wehrmacht. Als Beispiel war das Artillerie-Regiment Ulm das einzige Artillerie-Regiment der Reichswehr, welches mit allen 5 Abteilungen in der gleichen Garnison lag. Im Krieg wurden einige Ersatzeinheiten in der Stadt stationiert. Außerdem wurden im Fort Oberer Kuhberg zwischen 1940 und 1944 Kriegsgefangene untergebracht. Außerdem befand sich dort im Krieg angeblich noch eine Munitionsanstalt. Die Stadt wurde Ende 1944 und Anfang 1945 mehrfach bombardiert. Der schwerste Angriff traf die Stadt am 17. Dezember 1944. 707 kamen bei dem Angriff ums Leben, 613 wurden verletzt. 25.000 Bewohner wurden obdachlos. Bei Kriegsende war die Innenstadt zu 85 % zerstört, 5.761 Ulmer hatten den Tot gefunden. Auch die in Ulm beheimateten Einheiten hatten im 2. Weltkrieg einen hohen Blutzoll erbracht.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Ulm zur amerikanischen Besatzungszone. Zuerst wurden in den Kasernen Lager und Schulen eingerichtet. 1946 befanden sich ca. 6.500 Displaced Persons in der Stadt. 1956 zog auch die Bundeswehr in die Stadt ein. Noch heute ist die Bundeswehr am Standort vertreten.

Bei den Einheiten ist zu berücksichtigen, das hier auch Einheiten von Neu-Ulm genannt sein könnten.

Fronttruppenteile

5. Infanterie-Division

Infanterie-Regiment 13 (III. (Jäger) Bataillon)

Infanterie-Regiment 35 (III. Bataillon, Ausbildungs-Bataillon)

Infanterie-Regiment 56

Panzer-Abwehr-Lehr-Abteilung 5

Artillerie-Kommandeur 5

Artillerie-Regiment 5

Artillerie-Regiment 41

Artillerie-Regiment 25 (II. Abteilung)

Beobachtungs-Abteilung 5

Ergänzungs-Batterie 11

Pionier-Bataillon 5

Pionier-Bataillon 15

Pionier-Bataillon 25 (1. Kompanie)

Pionier-Bataillon 45 (4.(Erg.) Kompanie)

Ergänzungs-Pionier-Kompanie 11

Nachrichten-Abteilung 5

Fahr-Abteilung 5 (1. und 4. Eskadron)

Kraftfahr-Abteilung 5 (2. und 4. Kompanie)

Landesschützen-Bataillon 423

Landesschützen-Bataillon 506

Landesschützen-Regiment 2/V

Landesschützen-Regiment 4/V

Landesschützen-Bataillon X/V

Landesschützen-Bataillon XVIII/V

Standort-Bataillon z.b.V. Ulm

Heimat-Flak-Abteilung 72/VII

leichte Heimat-Flak-Batterie 6/VII

leichte Heimat-Flak-Batterie 36/VII

 

Ersatztruppenteile

Division Nr. 165

Infanterie-Ersatz-Bataillon 56

Infanterie-Ersatz-Bataillon 59 (Landwehr)

Grenadier-Ersatz-Bataillon 460

Fla-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon (motorisiert) 55

Infanterie-Panzer-Jäger-Ersatz-Kompanie 225

Artillerie-Ersatz-Regiment 5

Artillerie-Ersatz-Abteilung 5

Artillerie-Ersatz-Abteilung 41

Beobachtungs-Ersatz-Abteilung 5

Pionier-Ersatz-Bataillon 5

Bau-Ersatz-Bataillon 15

Bau-Ersatz-Bataillon 18

Sanitäts-Ersatz-Abteilung 5

Veterinär-Ersatz-Abteilung 5

 

Kommandobehörden / Dienststellen

Kommandeur der Pioniere V

Wehrkreisarzt V mit Sanitäts-Abteilung Ulm

Sanitäts-Abteilung 5

Wehrersatz-Inspektion

Wehrbezirks-Kommando

Wehrmeldeamt

Wehrmachtfürsorge- und Versorgungsamt

Wehrmachtfürsorgeoffizier

Wehrwirtschaftsstelle Bezirk Ulm

Sanitäts-Staffel

Standortlazarett Ulm

Militärgefängnis

Heeres-Zeugamt mit Heeres-Material-Amt

Gericht der 5. Division

Heeres-Bezirksabnahmestelle

Heeres-Standort-Verwaltung

Standort-Kommandantur

Heeres-Verpflegungs-Amt

Heeres-Verpflegungs-Hauptamt

Heeres-Bauverwaltung

Heeres-Bauamt I und II

Auskunftnebenstelle Ulm

Ortskommandantur

Evangelisches Standortpfarramt mit Evangelischem Standortpfarrer (Pauluskirche)

Katholisches Standortpfarramt mit Katholischem Standortpfarrer (Kirche St. Georg)

1. und 2. Heeresfachschule (V.W.)

Heeresfachschule (V.)

Heereshandwerkerschule

Heeresfachschule für Technik



Einrichtungen:

SS-Berufsschule Ulm

Heimat-Pferdelazarett 105

Außenkommando KL Dachau bei der Klöckner-Humboldt-Deutz AG

 

Landespolizei-Truppen:

Landespolizei-Regiment 57

 

RAD-Truppen:

RAD-Hauptmeldeamt XXVIa

RAD-Meldeamt 109