Truppenübungsplatz Königsbrück

 

1890-1892 war Königsbrück kurzzeitige Garnison der 3. Kompanie des Trainbataillons (3 Offiziere, ca. 100 Unteroffiziere und Soldaten sowie 68 Dienstpferde), trotzdem fanden Einquartierung weiterer Truppenteile von April - September statt.

Da für die Ausbildung der Infanterie, besonders für die mit hoher Reichweite ausgerüsteten Waffen Ende des 19. Jahrhunderts immer schwieriger wurde, geeignete Übungsplätze zu finden, entschloss man sich zum Bau eines Schießplatzes in der wenig besiedelten Gegend von Königsbrück. Hier war von 1890 bis 1892 die Garnison eines Trainbataillons gewesen. Auch weitere Truppenteile wurden in der Zeit einquartiert. Am 1. Juni 1892 beginnt der Bau eines Infanterie-Schießplatzes bei Glauschnitz (hinter der Waldschule) und des Barackenlagers Stenz. Am 30 Juni 1893 werden beide zum ersten Mal benutzt. 1892 plante man nach Königsbrück eine reitende Abteilung in ständige Garnison zu legen, sofern die  Stadtgemeinde mit kostenloser Überlassung des Bauplatzes für die zu erbauende Anlage entgegenkomme. Die Forderung wurde von der Stadt erfüllt, so konnte im September 1893 mit dem Bau der Kaserne an der Höckendorfer Straße begonnen werden konnte. Es folgte der Bau des Garnisonslazarett, des Wasserwerkes in der Aue und des Wasserturmes. Das gute Einvernehmen zwischen Stadtverwaltung, Standesherr (Naumann) und Sächsischem Kriegsministerium führte dazu, dass Königsbrück 1893 im Oktober zur "Garnisonsstadt" ernannt wurde. Am  2. April 1895 zog die "Reitende Abteilung des 1. königlich-sächsischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 12" in die neu erbauten Kasernen am Bahnhof ein. Für die Stadt brachte die Garnison und industrielle Verbesserungen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gaststätten und Geschäfte entstanden. Die Bevölkerung vergrößerte sich sprunghaft (mit Garnison 3245 Einwohner). Das Militär bestimmt das Stadtbild von Königsbrück.

Durch die Militarisierung in Europa und Deutschland hielt es der Reichstag für notwendig, in Sachsen einen zweiten Truppenübungsplatz anzulegen (die Vergrößerung des Sächsischen Heeres, die Truppenbildung der verschiedenen Regimenter, sowie aus der Einführung neuer Waffen) der neue Schießplatz sollte eine entlastende Alternative zum schon bestehenden Dresdner Truppenübungsplatz bieten. Bereits 1902 wurde über die Möglichkeit eines Truppenübungsplatz bei Königsbrück nachgedacht, das Projekt jedoch wieder fallengelassen

1905 waren über 30 Projekte im Gespräch, 4 kamen in die engere Wahl, die sich bei näherer Prüfung nicht durchsetzen konnten, da die Vorteile für das Gebiet nördlich von Königsbrück überwogen und die Bewohner der 3 Dörfer Quosdorf (63 Einwohner), Otterschütz (198 Einwohner) und Zietsch (116 Einwohner) sich 1906 freiwillig bereit erklärten, ihr gesamtes Besitztum dem Reichsfiskus käuflich zu überlassen, genehmigte der Deutsche Reichstag am 18. März 1907 die Anlegung des Übungsplatzes nördlich von Königsbrück (4588 Hektar) und bewilligte die erste Baurate von 4 Millionen Reichsmark (geplante Gesamtkosten 11,8 Millionen Reichsmark.
Gründe für die Wahl des Platzes waren:
- Bodenbeschaffenheit und Sicherheit,
- vorhandene Eisenbahnverbindung,
- Preis des zu erwartenden Geländes,
wobei darauf Bedacht zu nehmen war, dass möglichst wenige der Ernährung dienende Bodenflächen in den Platz aufgingen und dass bewohnte Gebäude nur bei unbedingter Notwendigkeit verlassen werden sollten, das große Waldgebiet nordwestlich von Königsbrück wurde schließlich als am geeignetsten für diese Voraussetzungen befunden.

Im Bauentwurf vom Juni 1906 wurde der Bau des Neuen Lagers für 4 Jahre (von 1907-1910) konzipiert, es entstanden Massive-, Fachwerkbauten und Wellblechbaracken, Dienstgebäude der Garnisonsverwaltung, Geräteschuppen, die Garnisonswaschanstalt, Wirtschaftsbaracken und Ställe, die Offizierspeiseanstalt, Beschlagschmieden, das Wach- und Arrestgebäude mit der Post, Offiziers- und Mannschaftsbad, das Patronenhaus.
Für die Wasserversorgung wurde ein Wasserwerk in der Nähe der Grünmetzmühle gebaut, ebenfalls eine Kläranlage. Das gesamte Lager wurde mit elektrischer Beleuchtung und Telefon ausgestattet. (1907 Baubeginn Neues Lager - 60 Gebäude,  1909 - 6 Wellblechbaracken, 3 Wirtschaftsgebäude, 1 Badehaus, 1910 - 28 Wellblechbaracken für Mannschaften, 4 Wellblechbaracken für Pferde).
Auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes mussten alle wichtigen und benötigten artilleristischen und infanteristischen Einrichtungen aufgebaut werden. Die Belegungsfähigkeit in der Planungs- und Projektierungsphase wurde mit 5565 Mann und 1567 Pferden angegeben. Kommandant des Truppenübungsplatzes wurde Oberstleutnant Stark (später Generalmajor). Am 22.08.1906 fand eine geheime Vorführung der Fotorakete (eine Erfindung von Alfred Maul) vor Militärbehörden auf dem Schießplatz Glauschnitz statt. In der Stadtgemeinderatssitzung vom 11. Oktober 1906 wird ein Dankesschreiben verlesen vom Königl. Kriegsministerium, gerichtet an den Bürgermeister Leßmann: "Nachdem es Euer Hochwohlgeboren in langwierigen und teilweise... ein rasches Aufblühen Königsbrücks zu begünstigen."

1908 Beginn des Übungsbetriebs
Am 8. März 1909 wurde vom Ministerium des Inneren die Bildung eines selbständigen Gutsbezirk mit dem Namen Königsbrück genehmigt. Dieser wird gebildet aus den bisherigen Landgemeinden Otterschütz und Zietsch, sowie dem selbstständigen Gutsbezirk Infantrieschiessplatz bei Königsbrück und den Rittergütern Steinborn und Schmorkau, ferner aus Teilen der früheren Landgemeinde Quosdorf, sowie aus den Flurstücken der selbständigen Gutsbezirke der Standesherrschaft Königsbrück und der Rittergüter Schwepnitz und Krakau mit Vorwerk Sella, den Gemeinden Steinborn, Weißbach usw. Besonders in den Sommermonaten wurden auf dem Truppenübungsplatz Schießübungen abgehalten. Neben dem Schießen wurde außerdem das Bataillons-, Regiments- und Brigadeexerzieren geübt, weiterhin das Schulschießen.
Die Belegungsfähigkeit des Truppenübungsplatzes wurde 1913 mit 279 Offizieren, 7247 Unteroffizieren und Mannschaften und 1733 Pferden angegeben. In den Monaten April bis Juli waren zeitweise ca. 5000 Personen auf dem Truppenübungsplatz stationiert, da in dieser Zeit 4-5 Regimenter oder Regimentsteile von Infanterie, Kavallerie, Feldartillerie und Pioniere gleichzeitig übten, wobei das Exerzieren und das Schießen die Hauptaufgaben der Truppen waren.
Zeitgenössische Aussagen machen deutlich, wie geliebt und gehasst der Truppenübungsplatzes war:
 "Eine großzügig angelegte Drillanstalt. Viele Tausend junger und alter Männer werden dort Tag für Tag abgerichtet... " (WZ 7.12.1918) oder "Es dürfte keinen zweiten Truppenübungsplatz geben, der mit technischen Neuheiten so ausgestattet ist, wie der in Königsbrück. Alle Änderungen in der Kriegführung und Waffentechnik werden hier auf ihre Auswirkung sorgfältig erprobt und die dabei gemachten Erfahrungen verwendet", oder "Es wird keine Formation unserer Truppen geben, die nicht schon hier übte." (WZ 19.5.1932)
1914 - Die Reitende Abteilung des Feldartillerie Regiments Nr. 12 wird am 3. Mobilmachungstag, dem 4. 8. 1914 in Königsbrück in Eisenbahnwaggons verladen und an die Westfront abtransportiert.
Im ersten Weltkrieg wurde das Neue Lager für russische, serbische, italienische, belgische und französische Kriegsgefangene (nur Mannschaften) eingerichtet. Diese wurden in Stallzelten, Geräteschuppen, Offizierspferdeställen, Mannschaftsbaracken und Zelten untergebracht (pro Mann 2,5 m²).
Um dem demoralisierenden Einfluss der Untätigkeit vorzubeugen, die nutzlose Ernährung durch den Staat zu verhindern und die Arbeitskraft in wirtschaftliche Werte umzusetzen, war es nötig, die Gefangenen arbeiten zu lassen.
So wurden beispielsweise innerhalb des Barackenlagers und der Stadt Königsbrück von den Gefangenen Straßen gebaut, die Gefangenen bekamen dafür 1-5 Pfennig Lohn am Tag.
Am 27.10. 1914 umfasste das Gefangenenlager 14.535 Kriegsgefangene mit einem Bewachungskommando von 1800 Mann. 1916 waren ca. 15000 Mann untergebracht, ca. 3000 Serben im Serbenlager, ca. 4000 Franzosen im Franzosenlager, ca. 8000 Russen im Russenlager, später wurde auch ein Italienerlager eingerichtet.
Viele Kriegsgefangene wurden schwer verletzt nach Königsbrück gebracht und überlebten trotz Hilfe nicht, andere starben an den Unzulänglichkeiten der Haftbedingungen.
Insgesamt wurden 724 Kriegsgefangene auf einem Kriegsgefangenenfriedhof des Neues Lagers begraben. Dieser befand sich an der Schmorkauer Straße.
Die Gräber waren in Abteilungen nach Nationalitäten getrennt angelegt, in den Abteilungen der Russen, Franzosen, Italiener und Serben wurden Denkmäler errichtet.

Am 8.12.1919 zog die Reitende Abteilung wieder im Neuen Lager ein und wurde am folgenden Tag aufgelöst.
1919 erfolgte die Umbenennung der Königlichen Sächsischen Armee in Deutsche Reichswehr.
Der Truppenübungsplatz bleibt zur weiteren Nutzung erhalten, der Übungsbetrieb wird von der Heeresstandortverwaltung geführt, dazu gehören auch das Proviantamt, das Baubüro und Lagerlazarett.
Noch im Jahr 1919 erfolgte die Stationierung Stationierung leichter Reichswehr Artillerie (Grenzjäger Artillerie-Regiment Nr. 12.).

Am 5. Mai 1921 findet die Feier zur Enthüllung des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Sächsischen Reitenden Artilleristen (vor der Stadtschule - 1946 abgetragen) statt - das Ehrenmal stellte einen massiven Block dar, in Sandstein gearbeitet, auf granitem Unterbau, nach oben sich verjüngend ca. 21/2 m hoch. Die Vorderseite enthielt die Widmung:  "1914-1918 Ihren im Kriege gefallenen und verstorbenen Kameraden zum ehrenden Andenken gewidmet von Offizieren, Reserve-Offizieren und ehemaligen Einjährig-Freiwilligen der Reitenden Abteilung Feldartillerie-Regiments Nr. 12"

Auf den Flächen der rechten und linken Seite sind die Namen von 36 Angehörigen der Reitenden Abteilung verzeichnet, die im Kriege den Tod erlitten haben. Nach oben schließt ein Fries, dessen Seiten das eiserne Kreuz schmückt, den massiven Stein ab.

Am 24. Mai 1924 die 2. Wiedersehensfeier ehemaliger Angehöriger der sächsischen Reitenden Artillerie statt.
1927 fand das erste Motorradrennen auf dem Truppenübungsplatz statt, weitere folgten. Am 16. Juni 1928 findet auf dem Truppenübungsplatz die Sportplatzweihe (Erler-Kampfbahn) statt, im Norden des Neuen Lagers gelegen, dicht an dem von der Schmorkauer Straße abzweigenden Wege nach Zietsch, mit Rasenplatz und Fußballtoren ausgestattet.

1929 kam es zur Einweihung des sogenannten Sachsensteines, Gedenkstein für die Gefallenen der königlich-sächsischen Armee (Der Königlich-Sächsischen Armee XII und XIX Armee Korps und ihren Feldformationen 1914-1918 - Es fielen für das Vaterland 3752 Offiziere, 141 522 Unteroffiziere und Mannschaften - Gewidmet von den Kameraden des Alten und Neuen Heeres).

Am 27. und 28. August 1932 fand die 25jährige Wiedersehensfeier der ehemaligen Einwohner von Zietsch, Otterschütz und Quosdorf statt. Am Nachmittag des 28. August gab es in Krakau einen historischen Festumzug zu sehen.
1933 wird die 2. Eskadron der Fahrabteilung 4 von Dresden nach Königsbrück verlegt, mit dem geheimen Auftrag, Nebelwerfer zu testen, am 1.Oktober 1934 wird die Eskadron in Artillerie-Abteilung umbenannt.
1933-1939 werden auf dem Truppenübungsplatz mehr als 20 Truppenteile und Einheiten aufgestellt und dort zeitweilig stationiert, dazu kommen stationäre Einrichtungen
1934 befanden sich in Königsbrück die Kommandantur des Truppenübungsplatzes, die Artillerie-Abteilung und eine Nachrichten-Abteilung in ständiger Garnison
1935 Wiedereinführung der Wehrpflicht
Am 1. Oktober 1935 erhält die Artillerie-Abteilung die Bezeichnung "Nebel-Abteilung 1" - erste Einheit zur chemischen Kriegsführung - die Nebel-Abteilung 1 wird im 2. Weltkrieg nur als Spezialartillerie eingesetzt, kein Einsatz von chemischen Granaten.
14. Oktober 1935 wird die 1. Batterie als "Nebel-Abteilung 2" nach Bremen verlegt, die 2. Batterie verbleibt in Königsbrück
1935 Gesetz zur Erweiterung der Truppenübungsplätze
1936 Der Bau des Südlagers im Neuen Lagers wurde genehmigt. Um den Truppenübungsplatz zu erweitern, mussten weitere 7 Dörfer geräumt werden, Termin bis zum 1. April 1938
1938 Weihe eines Gedenksteins zur Erinnerung an die ehemalige Reitende Abteilung des Sächsischen Feldartillerie-Regiments Nr. 12
1938 kommt es zur Erweiterung des Truppenübungsplatzes durch die Wehrmacht auf ca. 7800 ha, 7 Dörfer (einschließlich der Rittergüter Steinborn, Schmorkau und Krakau) wurden geräumt:
Bohra (215 Einwohner)
Krakau (478 Einwohner)
Naundorf (142 Einwohner)
Rohna (302 Einwohner)
Sella (120 Einwohner) 
Steinborn (402 Einwohner) und
Zochau (143 Einwohner)
Der Truppenübungsplatz ging in die Verwaltung der Wehrmacht über.

1939 sind in Königsbrück folgende Truppenteile und Einheiten stationiert:
Nebel-Abteilung 1,
Panzer-Regiment 31/I.,
Sanitäts-Abteilung 4 /San.Staffel,
Heeresmunitionsanstalt,
Kommandantur Truppenübungsplatz Königsbrück

1940-1945 wurden ca. 20 Ersatzeinheiten aufgestellt und ausgebildet, außerdem wurden ausgebildete Truppenteile und Verbände in die Reserve genommen, aufgefüllt und ausgebildet danach erneut in den Kampf geworfen. 1944 Stationierung der Fahnenjunkerschule der Panzertruppen Ausbildung am Sturmpanzer "Brummbär"
Ab 1942 wird die Legion "Freies Indien" zum Kampf gegen England auf dem Truppenübungsplatz ausgebildet. Die Legionäre trugen Wehrmachtsuniformen mit Turban. Im April 1945 griffen Wehrmachtseinheiten sowjetische Truppen im Neuen Lager, Schmorkau und Schwepnitz an.

1945 wurden durch die Sowjetischen Truppen alle militärisch genutzten Flächen und Gebäude in und um Königsbrück besetzt. Sie dehnten das Territorium noch willkürlich aus. Am 25. Juni 1945 erfolgte die Neubesiedlung von Bohra, Steinborn, Krakau und Naundorf durch Flüchtlinge. Am 3. August 1945 gibt es eine neue Anordnung vom Ortskommandanten der Roten Armee Königsbrück: Die zum ehemaligen Truppenübungsplatz Königsbrück gehörenden Dörfer Sella, Krakau, Zochau und Rohna werden aus militärischen Gründen zur Besiedlung nicht freigegeben, die im Dorf Krakau angesiedelten Familien mussten sofort wieder umgesiedelt werden.
1947 wurden die Dörfer wieder geräumt (außer Naundorf) Die in und um Königsbrück stationierten Einheiten, Truppenteile und Verbände gehörten zur 11. Panzerdivision, die der 1. Garde-Panzerarmee in Dresden unterstellt war.
Es waren stationiert:
Panzerregiment 40 und 44,
Panzerinstandsetzungs- und Bergebataillon,
Panzerjägerbrigade 112
1967 Baubeginn Panzerkaserne Röhrsdorf, Erweiterungsbau im Neuen Lager, Kfz und Panzerhallen, Ausbau des Truppenübungsplatz zum modernen Manövergelände und Schießplatz von der Pistole über Panzer, Artillerie bis zur Rakete. Es wurde Ausbildungs- und Übungsgelände für Kampfhubschraubereinheiten und Luftlandetruppen geschaffen. In den letzten Jahrzehnten wurden Raketenbasen mit den dazugehörigen Leit- und Nachrichtensystemen errichtet (Führungsbunker für den atomaren Kriegsfall auf dem Truppenübungsplatz wahrscheinlich zur Führung der 1. Gardepanzerarmee im Kriegsfall) 1984 erfolgte die Stationierung der ersten mit Atomsprengköpfen ausgerüsteten SS 22 und OD 23 Mittelstreckenraketen, einschließlich der Lagerung von Kernsprengköpfen.

1989 Unglücksfall in Königsbrück: 2 Kinder werden bei Experimenten mit herumliegenden Regenerierungspatronen für Panzertauchrettungsgeräte getötet und ein weiteres schwer verletzt.

Durch die politische Wende Ende 1989 ergaben sich völlig neue Bedingungen für die Zukunft der hier stationierten sowjetischen Truppen. In der Zeit bis zum endgültigen Abzug gab es massive Bürgerbeschwerden über den nächtlichen Schießbetrieb und der damit verbundenen Lärmbelästigung aus den umliegenden Gemeinden - Unterschriftensammlungen fanden statt. Am 26. April 1990 folgt ein Autocorso mit anschließender Kundgebung gegen die weitere militärische Nutzung des Truppenübungsplatzes. Im Dezember 1990 erfolgt die Räumung des Alten Lagers durch die Truppen der Roten Armee. Der Landkreis Kamenz und die umliegenden Gemeinden setzten sich mit Nachdruck für die zivile Nutzung des Truppenübungsplatzes ein. Im August 1992 verlassen die letzten größeren Einheiten der Westtruppe der GUS- Streitkräfte das Gelände. Am 23.09.1992 gibt die Bundeswehr bekannt, den Übungsplatz einer zivilen Nutzung zu überlassen. Im Oktober 1992 übernimmt das Bundesvermögensamt Dresden den Truppenübungsplatz. Mit Wirkung vom 6. Oktober 1992 erfolgt eine einstweilige Sicherstellung des größeren Teiles des Truppenübungsplatzes "Königsbrücker Heide" als Naturschutzgebiet durch das Regierungspräsidium Dresden. Am 10. Oktober 1992 findet ein  Dankgottesdienst auf der Königshöhe (85 Jahre Truppenübungsplatz) statt.

Bilder vom Truppenübungsplatz Königsbrück Seite 1

Bilder vom Truppenübungsplatz Königsbrück Seite 2

Bilder vom Truppenübungsplatz Königsbrück Seite 3

Kommandanten des Übungsplatzes

Oberst Eppendorf (1920)

Oberst Paul Oppermann (1921) - 28. Februar 1928

Oberstleutnant Theodor Krohn 1. März 1926 - 31. Januar 1928

Oberstleutnant Rühle von Lilienstern (1928)

Generalmajor Curt Osterroth 1. Oktober 1928 - 31. Januar 1931

Oberstleutnant Baumbach (1931) (1932)

Oberstleutnant Eckart von Tschammer und Osten 1. März 1933 - 30. September 1934

Oberst Moritz Andreas 1. Oktober 1934 - 1. April 1937

Generalmajor Karl Maderholz 14. Februar 1937 - 31. August 1939

Generalmajor z.V. Wilhelm Schwartz 15. Oktober 1939 - 15. September 1944

Generalmajor Helmuth Freiherr von Hofmann 15. September 1944 - 1945