Heimatpferdelazarette

 

Im Zuge der Mobilmachung Ende August 1939 wurden die 15 vorhandenen Wehrkreispferdelazarette in Heimatpferdelazarette umbenannt und umgegliedert. Bis zum Beginn des Rußlandfeldzuges kamen weitere 28 Heimatpferdelazarette hinzu. Insgesamt bestanden während des Krieges 36 Heimatpferdelazarette. Davon wurden im Laufe des Krieges vier zu Armeepferdelazaretten und eines zu einer Veterinärkompanie. Die Heimatpferdelazarette unterstanden truppen- und fachdienstlich dem Wehrkreisveterinär unmittelbar, in Fragen der Unterbringung, der Versorgung, des Ersatzes usw. dem örtlichen Wehrkreiskommando. Die Aufnahmefähigkeit der Wehrkreislazarette betrug im Frieden 100 Pferde. Die Heimatpferdelazarette hatten eine Aufnahmekapazität von 500 - 600 Pferden, ab 1940 bis zu 1.000 Pferden. Bei dem großen Umfang der Lazarette war die Inanspruchnahme von Kasernen Voraussetzung für einen geregelten Dienstbetrieb. Gegliedert waren die Lazarette in:
- Aufnahmeabteilung
- chirurgische Abteilung
- innere Abteilung
- Absonderungsabteilung
- Räudeabteilung (bei Bedarf)
- Erholungsabteilung (bei Bedarf)
- Ausgabeabteilung
- Verwaltungsabteilungen (Zentrale, Zahlmeisterei, Truppenarzt mit Krankenrevier, Abteilung Pferdewesen zur Karteiführung, Küchen, Bekleidungs- und Gerätekammern)
Zu den Lazaretten gehörten wenigstens ein septischer und ein aseptischer Operationsraum mit Vorbereitungsraum, ein Dispensierraum mit großzügig ausgestatteter Apotheke und ein Röntgenraum.
Zu Kriegsbeginn hatten die Heimatpferdelazarette eine Stärke von 9 Offizieren, 1 Beamten, 27 Unteroffizieren und 351 Mannschaften. Materiell waren den Heimatpferdelazaretten 16 Zugpferde, 10 Reitpferde, 6 bespannte Pferdetransportwagen, 2 mittlere LKW, fünf schwere LKW für Pferdetransport, 1 PKW, 1 Krad und 3 Fahrräder zugeteilt.
In die Heimatpferdelazarette wurden vom Feldheer die Pferde überwiesen, deren Behandlung langwierig oder kompliziert war und deren Heilung voraussichtlich mehr als sechs Wochen benötigen würde, deren Wiederherstellung bis zur Truppentauglichkeit unwahrscheinlich war oder deren Behandlung nach den Richtlinien für chirurgische Maßnahmen den Heimatpferdelazarette vorbehalten war. Für die Zuführung der Pferde, die im Allgemeinen in Pferdetransportzügen zu je 330 kranken Pferden erfolgte, mussten die Heimatpferdelazarette das Begleitpersonal stellen.