Sperrbrecherflottillen

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Kriegsabzeichen für Minesuch-, U-Boots-, Jagd- und Sicherungsverbände

 

Zu Beginn des Krieges begann der Auftrag der Sperrbrecher darin, durch das Auflaufen auf Minen einen Weg durch ein Minenfeld zu schaffen und damit einen minenfreien Weg zu bahnen. Dazu wurden die Laderäume der Schiffe mit leeren Fässern beladen, um im Falle eines Minentreffers mehr Auftrieb zu erreichen und dich Schwimmfähigkeit des Schiffes zu sichern. Während die Schiffe bei Kriegsbeginn nur gegen Ankertauminen eingesetzt wurden, kamen später Vorrichtungen für Magnet- und Akustikminen hinzu.
Die Vorpostenboote wechselten teilweise mehrfach die Flottillen, wodurch Mehrfachnennungen in der folgenden Aufstellung möglich sind.

 

1. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt im September 1940 als 1. Sperrbrechergruppe und im Juli 1940 dann in 1. Sperrbrecher-Flottille umbenannt. Die Flottille operierte in der westlichen Ostsee und den Ostsee-Eingängen, ab 1940 auch auf den Wegen der Deutschen Bucht. Die Flottille unterstand dabei dem Führer der Minensuchboote Nord. 1946 aufgelöst.

 

Flottillenchef:

September 1939 Korvettenkapitän d. Res. z.V. Richard von Stosch

Mai 1941 Korvettenkapitän Schmidt-Prestin

Mai 1942 Fregattenkapitän Dipl.-Ing. von Liebenstein

Februar 1943 Korvettenkapitän Frank

 

zugehörige Boote:

Sperrbrecher X (10), XI (11), XII (12), A, B, C, 13, 15, 17, 22, 27, 29, 36, 133, 138, 160, 161, 163, 164, 167, 169, 173, 176, 177

ab Kriegsmitte: Tender und Geleitkontrollschiff "Hamburg", Flakjäger 28, Kanonenboot "K 4", Geleitschiff "Möwe"

 

 

2. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt im Herbst 1939 als 2., 4. und 6. Sperrbrechergruppe. Am 1. Juli 1940 dann zur 2. Sperrbrecherflottille zusammengefaßt. Am 1. Juli 1941 wurde die Flottille geteilt zur 2. und 6. Sperrbrecherflottille. Der Hauptliegehafen der Flottille war Royan. Nach der Invasion der Alliierten in der Normandie wurde die Flottille im September 1944 aufgelöst.

 

Flottillenchef:

Juli 1940 Fregattenkapitän Lothar Köhler

März 1941 Korvettenkapitän Rudolf Körner (i.V.)

Mai 1941 Fregattenkapitän Rudolf Körner

Oktober 1942 Fregattenkapitän Drevin

 

zugehörige Boote:

2. Sperrbrechergruppe:

Sperrbrecher I, II, III

4. Sperrbrechergruppe:

Sperrbrecher IV, V, VI

6. Sperrbrechergruppe:

Sperrbrecher VIII, IX

2. Sperrbrecherflottille:

Sperrbrecher 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 14, 16, 19, 20, 21, 32, 34, 35, 36, 122, 136, 137, 146, 153, 163, 168, 175, 178

Zeitweise "F 4"

 

 

3. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt am 1. Oktober 1940 durch die Umbenennung der 1. Vorpostenflottille. Die Flottille wurde zum Freiräumen und Freihalten der Auslaufwege der Unterseeboote durch den Kleinen und Großen Belt sowie durch den Sund. Außerdem wurde die Flottille zum Freiräumen der westlichen Ostsee eingesetzt. 1946 aufgelöst.

 

Flottillenchef:

Oktober 1940 Fregattenkapitän Dr. Friedrich Körner

1. Januar 1942 Korvettenkapitän von Schlieben

Februar 1943 Korvettenkapitän Eichert

April 1944 Kapitän zur See Fontane

 

zugehörige Boote:

Sperrbrecher 13, 14, 18, 22, 23, 24, 25, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 120, 131, 139, 145, 148, 158, 161, 165, 166, 172, 181, 185

Nachtjagdschiff "Togo"

 

 

4. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt im Juni 1940 als Sperrbrechergruppe Niederlande und am 25. September 1940 in 4. Sperrbrecherflottille umbenannt. Im Herbst 1941 wurde aus Teilen der Flottille die 5. Sperrbrecherflottille gebildet. Eingesetzt wurde die Flottille zum Räumen von Wegen im englischen Kanal und der Auslaufwege der Unterseeboote zwischen Schelde und Cherbourg. Die Flottille wurde im Juli 1943 aufgelöst.

 

Flottillenchef:

Juni 1940 Fregattenkapitän Dr. med. Wilscheck

Oktober 1941 Korvettenkapitän Karl Palmgren

ab April 1943 unbesetzt

 

zugehörige Boote:

Sperrbrecher 21, 102, 120, 141, 142, 143, 144, 145, 146, 147, 148, 149, 150, 167, 168, 170, 171, 183, 184

Flußsperrbrecher 201, 202, 203, 204

 

 

5. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt im November 1941 aus Teilen der 4. Sperrbrecherflottille. Im dezember 1941 wurde die Flottille zur 8. Sperrbrecherflottille umbenannt. Eingesetzt wurde die Flottille in der Nordsee und an der holländischen Küste.

 

Flottillenchef:

November 1941 Korvettenkapitän Fels

 

 

6. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt am 1. Juli 1941 durch die Teilung der 2. Sperrbrecherflottille. Eingesetzt wurde die Flottille zur Räumung von Unterseebootsauslaufwegen und Flußmündungen an der westfranzösischen Küste. Flottillenstützpunkt war Nantes, ab Juli 1941 Concarneau. Die Flottille wurde im September 1944 aufgelöst.

 

Flottillenchef:

Juli 1941 Fregattenkapitän Woldemar Petri

Januar 1943 Korvettenkapitän Notholt

 

zugehörige Boote:

Sperrbrecher 1, 4, 6, 8, 9, 19, 121, 134, 135, 157, 162, 170, 171, 174, 180

 

8. Sperrbrecherflottille

 

Aufgestellt am 9. Dezember 1941 durch die Umbenennung der 5, Sperrbrecherflottille. Eingesetzt wurde die Flottille in der Nordsee und an der holländischen Küste. Bei Kriegsende wurde die Flottille zudem an der dänischen Küste eingesetzt. Bei der Kapitulation wurde die Flottille aufgelöst.

 

Flottillenchef:

Dezember 1941 Korvettenkapitän Fels

Februar 1943 Korvettenkapitän Gerdts

April 1944 Kapitän zur See Michatsch

 

zugehörige Boote:

Sperrbrecher 26, 28, 33, 102, 145, 147, 148, 149, 150, 153, 154, 179, 185, 190

Flußsperrbrecher 201, 202, 203, 204, 205

Raddampfer "Frisia IX"

 

Literatur und Quellen:

Akten aus dem Bundesarchiv: RM 61/II 129, RM 20/1818, RM 20/1819, RM 20/1820, RM 20/1821
"Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945", W. Lohmann, H.H. Hildebrand, Podzun-Verlag