Polizei-Regiment Nordnorwegen
Polizei-Regiment 26
SS-Polizei-Regiment 26
Im Jahr 1942 wurde in Norwegen der Stab des Polizei-Regiments Nordnorwegen aufgestellt. Dieser führte die in seinem Bereich stationierten Polizei-Bataillone. Mit Befehl des RFSS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministeriums des Inneren, Oberkommando I (O) (3) Nr. 184/42 , Berlin, den 9. Juli 1942 betr. Zusammenfassung der Polizei – bzw. Reserve-Polizei-Bataillone zu Polizei-Regimenter und Bestimmung neuer Standorte (Anhang) wurde das Regiment in Polizei-Regiment 26 umbenannt. Hierzu wurden ihm die Polizei-Bataillone 251, 255 und 256 als I., II. und III. Bataillon eingegliedert. Am 24.Februar 1943 wurden die Polizeiregimenter in SS-Polizeiregimenter umbenannt. Das Polizei-Regiment 27 erhielt folglich die Bezeichnung SS-Polizei-Regiment 26. Diese Entscheidung des Reichsführers SS und Chef der Deutschen Polizei wurde mit der „Anerkennung ihres besonders tapferen und erfolgreichen Einsatzes…“ begründet. (siehe auch Rolf Michaelis, Der Einsatz der Ordnungspolizei 1939 – 1945, Berlin 2008, S. 24). Im Mai 1943 lag das I. Bataillon in Schneidemühl, das II. Bataillon in Adlershorst und das III. Bataillon in Thorn. In den genannten Standorten wurden die Bataillone für den Osteinsatz aus den Polizei-Aussbildungs-Bataillonen Dortmund und Fichtenwalde aufgefüllt. Im Juni 1943 verlegte das Regiment nach Rußland hinter den Mittelabschnitt der Ostfront in den Raum Baranowitschi. Es wurde im Partisanenkampf bei Zamosc in Polen und gegen die Kolpak-Bande im August 1943 in den Karpaten eingesetzt, wobei es erhebliche Verluste erlitt. Mitte August 1943 war das Regiment an der Räumung des Ghettos von Bialystok beteiligt. Dabei kam es zu bewaffneten Wiederstand der Ghetto-Bewohner, der durch das Regiment gebrochen wurde. Mindestens 30.000 Juden wurden deportiert, etwa die Hälfte wurde unmittelbar darauf in Konzentrationslagern ermordet. Im September 1943 lag es in den Karpathen und im Oktober 1943 im Fronteinsatz bei Kiew. Hier wurde das Regiment im Juli 1944 vernichtet und im November 1944 aufgelöst.
Literatur und Quellen:
Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936 - 1945 Teil II: Die Stäbe und
Truppeneinheiten der Ordnungspolizei, Georg Tessin
Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939 - 1945. Ein Überblick anhand
der Feldpostübersicht, bearbeitet von Georg Tessin und Norbert Kannapin,
Biblio-Verlag, Osnabrück 2000
Wolfgang Curilla, Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum
und in Weißrussland, Schöningh-Verlag Paderborn, 2. Auflage 2006
Rolf Michaelis, Der Einsatz der Ordnungspolizei 1939 – 1945, Berlin 2008
Stefan Klemp, Nicht ermittelt, Klartext-Verlag Essen, Jan.2005