Pionier-Bataillon 9

Feldpostnummern:

Einheit Feldpostnummer Feldpostnummer
Stab 16371 67456 A
1. Kompanie 03483 67456 B
2. Kompanie 16956  67456 C
3. Kompanie  24438
Kolonne 04411 bis 1944  -
Ukrainische Bau-Kompanie ab Mär/44 04411  -
Brückenkolonne B 03484 -

 

Am 2. Oktober 1934 rückten wieder Pioniere in die Kurhessen-Kaserne in Hann. Münden ein. Mit dem Parademarsch des ehemaligen Kurhessischen Pionierbataillons Nr. 11 (Großherzog von Baden) zogen sie durch die Straßen der Stadt. Die Bürger bereiteten ihnen in einer festlich geschmückten Stadt einen triumphalen Empfang. Das einrückende Bataillon, das zunächst "Pionierbataillon Münden" hieß, wurde aus zwei Kompanien des Ulmer Pionier-Bataillon 5, der 5. Kompanie und der Traditionskompanie des "Kurhessischen Pionierbataillons Nr. 11", der 1. Kompanie, aufgestellt. Bis zum Juni 1936 hatte das Bataillon sieben Kompanien, von denen vier Kompanien in der Kurhessen-Kaserne und drei Kompanien in der 1935 fertig gestellten "Gneisenau - Kaserne" im Gimter Feld untergebracht waren.

Zwischen 1935 und 1936 wurde das Bataillon aufgelöst. Ein Nachweis darüber ist noch zu erbringen.

 

Im Rahmen der Heeresvermehrung wurde am 6. Oktober 1936 das Bataillon im Standort Hanau erneut aufgestellt. Die Stämme kamen aus den Pionier-Bataillonen 11, 21, 41. Stammutter des Bataillons war das 1. (preuß.) Pionier-Bataillon in Königsberg. Offz., Uffz. und Mannschaften waren demnach ostpreußischen Soldaten. Das Bataillon unterstand der 9. Infanterie-Division. Am 6. Oktober 1936 um 12 Uhr begrüßte der Kommandeur sein Bataillon in der Kaserne, die vorher dem Eisenbahn-Regiment III gehört hatte, und jetzt dem Bataillon als vorübergehende Unterkunft diente. Die Zeit bis zum Eintreffen der Rekruten wurde zur Ausbildung und zum Zusammenschweißen des Ausbildungspersonals verwendet. Am 19. Oktober 1936 besuchte der Divisionskommandeur Generalleutnant Oßwald in Hanau das Bataillon. Am 19. und 20. Oktober 1936 trafen die Rekruten ein. Am 22. November 1936 fand die Hubertusjagd im Standort statt, an der auch Soldaten vom Batailon teilnahmen. Am 30. November 1936 erhielt der Feldwebel Siedelmann der 3. Kompanie vom Kommandierenden General des IX. Armeekorps für hervoragende Leistungen im Ausbildungsdienst eine goldene Uhr verliehen. Am 14. Dezember 1936 wurde von der benachbarten Panzer-Abwehr-Abteilung 36 eine Christopherus-Fahrt veranstaltet an der sich das Bataillon beteiligte. Die Fahrt führte durch den Spessart und stellte an Fahrer und Fahrzeuge höchste Ansprüche.

Am 21. Februar 1937 fand anläßlich des Heldengedenktages eine Gedenkstunde auf dem Marktplatz statt. Die Ehrenkompanie stellte die 1. Kompanie vom Bataillon. Nach der Kranzniederlegung schoß die Ehrenkompanie noch 3 Salven vor dem Vorbeimarsch am Standortältesten Generalmajor Groppe. In der Zeit vom 6. bis 10. März 1937 wurde bei dem im Frühjahr einsetzenden Hochwasser ein Notstandskommando der 3. Kompanie zur Bergung eines Sägewerkes nach Groß-Krotzenburg am Main entsandt. Die Führung hatten Leutnant Schimmel und Feldwebel Stahlberg. Am 16. März 1937 fand ein Bataillonsappell zm 2. Jahrestag der Wiedereinführung der Wehrpflicht statt. Dabei wurde der Chef der 3. Kompanie, Hauptmann Witt, zum Major befördert. Am 11. April 1937 wurde die Handballmeisterschaft im Bataillon ausgetragen. In der Zeit vom 15. April bis zum 17. April 1937 nahm eine eigens zusammengestellte Übungskompanie an einer Feldbefestigungsübung auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf teil. Jede Kompanie vom Bataillon stellte dafür einen Zug zur Verfügung. Bei schwierigen Bodenverhältnissen bauten die Soldaten eine moderne Feldstellung für Übungszwecke aus. Es bot sich reichlich Gelegenheit die Mannschaften im Sprengen, Bedienung des Drucklufterzeugers und des Bohr- und Aufreißhammers zu unterweisen.  Am 1. Mai 1937 stellte die 2. Kompanie unter Hauptmann Neumann die Ehrenkompanie zur Kundgebung auf dem Paradeplatz. Vom 3. Mai 1937 bis zum 18. Mai 1937 trat das Bataillon zu einer ersten gemeinsamen Übung zusammen. Die Übung behandelte ausschließlich das Gebiet des Kriegsbrückenbaus. Sie führte das Bataillon zunächst nach Frankfurt am Main. An mehreren Stellen wurde der Main überbrückt, so in Kelsterbach, Okriftel und Flörsheim. Tag- und Nachtbrückenschläge wechselten einander bei guter Witterung ab. Für die Dauer der Übung war dem Bataillon eine zweite Brückenkolonne zugeführt wurden. Trotzdem reichte das Gerät bei der Breite des Flusses stellenweise nicht voll aus. Dadurch mußte einmal eine öffentliche Fähre und ein anderes Mal verschiedene Schleppkähne mit eingebaut werden. Im Anschluß an die Übung übte das Bataillon einige Tage in Ginsheim am Rhein. Anschließend führte das Bataillon unter Beteiligung verschiedener Truppenteile der Division eine Flußübergangsübung bei Knoblochsaue in der Gegend von Oppenheim durch. Hier hatte auch König Gustav Adolf 1632 den Rhein überbrückt. Der Divisionskommandeur äußerte sich hinterher lobend zum Ausbildungsstand des Bataillons. Während der ganzen Übung hatte sich kein ernsterer Unfall ereignet. Am Divisionsdauerritt am 3. und 4. Juni 1937 nahmen Hauptmann Stöckel auf Magnoli und Leutnant von Sivers auf Gerlinde teil. Vom 12. April bis 30. April 1937 und vom 24. Mai bis zum 5. Juni 1937 fand beim Bataillon ein Ausbildungslehrgang für Uffz aller Waffen der Division im Pionierdienst statt. Der Lehrgang wurde vom Divisionskommandeur besichtigt, welches sich hinterher auch lobend äußerte. Am 26. und 27. Juni 1937 fand in Mainz die Ruderregatta statt, bei der erstmalig auch ein Ganzpontonrennen ausgeschrieben war. Die Mannschaft mit Unteroffizier Conrad, Obergefreiter Petermann, Gefreiter Braun, Pionier Schröder, Gefreiter Schwede, Pionier Wagner, Pionier Maienschein, Pionier Landsiedel, Pionier Loos und Pionier Hock errang den 1. Platz und gewann damit erstmalig den Herausforderungspreis der Stadt Mainz, eine Erinnerungsgabe der Stadt Mainz und den vom Kommandierenden General des XII. Armeekorps. Der Mannschaft wurde auch im Divisionstagesbefehl vom 1. Juli 1937 vom Divisionskommandeur Anerkennung zugesprochen. Vom 15. Juni 1937 bis zum 1. Juli 1937 befand sich das Bataillon auf Sperrübung im Raum Bebra - Sontra - Rothenburg an der Fulda. Anfänglich wurden die Sperraufgaben im Kompanieverband geübt, auch Sprengarbeiten und Wegebau, dann im Bataillonsverband. Schließlich fand eine größere Sperrübung unter Leitung des Höheren Pionier-Offiziers IX Oberst Dennerlein statt. Dieser wohnten auch die Generäle Dollmann und Oßwald bei. An der Übung beteiligten sich auch das Pionier-Bataillon 49, das Infanterie-Regiment 116, das MG-Bataillon 2 und das Artillerie-Regiment 9. Die Übung behandelte das Vorgehen einer motorisierten Aufklärungs-Abteilung gegen eine von einem Sperrverband geschaffene Sperrlinie und den darauffolgenden Angriff. Es gelang der Aufklärungs-Abteilung zwar die Sperrlinie zu durchbrechen, doch konnte sie nicht mehr die inzwischen im Hintergelände geschaffenen Sperren durchstoßen. Im Anschluß an diese Übung waren die Kompanien zur Durchführung von Behelfsbrückenbauten an der Fulda eingesetzt. Die 1. und 2. Kompanie erreichten nach dreitägigen Fußmarsch über 120 Kilometer am 1. Juli 1937 wieder den Standort, die 3. Kompanie war dank motorisierten Marsch bereits am 29. Juni 1937 zurückgekommen.  Am 25. Juli 1937 fand in Bad Orb ein Kreisschwimmfest stand, bei der auch die Schwimmeisterschaft ausgetragen wurde. Mit Wirkung vom 1. September 1937 wurde Major Witt zum Kommandeur des Pionier-Bataillon 21 ernannt. Gleichzeitig wurde Oberleutnant Zimmer vom Pionier-Bataillon 45 in das Bataillon versetzt und wurde Chef der 2. Kompanie. Am 5. September 1937 begannen die Herbstübungen. Sie führten das Bataillon zunächst in die Gegend von Treysa, Arolsen. Anschließend fanden die Divisionsübungen statt, bei diesen wurden auch 2 Angriffe über Flußabschnitte der Wohra und der Eder durchgeführt. Dabei wurde das Bataillon sehr vielseitig eingesetzt. Daran anschließend fand das Korpsmanöver von Kassel statt. Dieses führte die Kompanien zunächst über den Hohen Meissner, später an die Werra bei Creuzburg. Hier hatte das Bataillon eine 8-Tonnen- und eine 16-Tonnen-Brücke zu bauen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1937 wurde der Chef der 3. Kompanie Hauptmann Naumann zum Major befördert. Mit Wirkung vom 12. Oktober 1937 schied Hauptmann Stöckel mit der 1. Kompanie aus dem Bataillonsverband aus. Die Kompanie wurde als Stamm für die 1. Kompanie vom neuen Pionier-Bataillon 36 abgegeben. Der neue Chef der neuen 1. Kompanie wurde Oberleutnant Reinke. Am 26. Oktober 1937 erhielt das Bataillon in Wiebaden, Wehrkreis XII, vom Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, im Beisein vom Oberbefehslhaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch und des Befehlshabers der Gruppe 2 General der Artillerie Ritter von Leeb, seine Bataillonsfahne verliehen. Dazu waren Major Weber, Leutnant Schimmel und Leutnant von Sievers als Fahnenoffiziere, sowie Unteroffizier Vetter von der 1. Kompanie als Fahnenträger kommandiert. Am 13. November 1937 fand die Vereidigung der neuen Rekruten erstmals auf die neue Bataillonsfahne durch den Standortältesten Oberst Ziegler, Kommandeur vom Infanterie-Regiment 88, statt. Am 14. November 1937 nahm eine Mannschaft vom Bataillon bei der Kreismarschgepäckmeisterschaft teil, ihr gelang auch der Sieg.

In der Nacht vom 19. zum 20. Februar 1938 fand eine Nachtsuchfahrt der Motorgruppe Hessen des NSKK statt, an der zwei Mannschaften vom Bataillon beteiligten. Im Pkw waren dies Major Weber als Fahrer und Leutnant Schimmel als Beifahrer und beim Krad mit Beiwagen Oberfeldwebel Kurzmann als Fahrer und Feldwebel Stahlberg als Beifahrer. Beide Mannschaften brachte eine goldene Medaille mit nach Hause. Am 20. Februar fand im Rahmen des Tages der Wehrmacht Vorführungen im Brückenschlag, Angriff über den Main mit Floßsäcken, Fahrten mit Fähren und M.-Boot und mit PKW, LKW und ZKW statt. Vom 20. April 1938 bis zum 10. Mai 1938 war das Bataillon auf dem Pionierübungsplatz Dessau-Roßlau verlegt und übte dort den Kriegsbrückenbau. Am 15. Mai 1938 brach in der Hanauer Gummischuhfabrik ein Brand aus. Ein Notstandskommando der 2. Kompanie unter Lt. Schimmel und Lt. d. Res. Böttcher leistete bei der Bekämpfung des Brandes tatkräftige Hilfe. Das Oberkommando des Heeres befahl die 1. Kompanie vom Bataillon mit Befehl vom 20. Mai 1938 für 2 Monate als Lehrtruppe nach Österreich. Die Kompanie wurde dort zugweise auf 3 Bataillone verteilt. Der 1. Zug kam zum Pionier-Bataillon 2 in Korneuburg, der 2. Zug zur Heerespionierabteilung Klosterneuburg, der 3. Zug zum Pionier-Bataillon 1 Klosterneuburg. In der Zeit vom 20. bis zum 25. Mai 1938 zog das Bataillon in die neu erbaute Argonner-Kaserne in Wolfgang bei Hanau ein. Sie steht am Rande des Standortübungsplatzes, mitten im Wald, rings um das alte Schafott" von dem noch Reste erhalten sind. Erbaut und zum größten Teil fertiggestellt wurde sie vom März 1937 bis Mai 1938. Die Kaserne bestand aus einem Stabsgebäude, 3 Mannschaftsgebäuden, 1 Wirtschaftsgebäude, 1 Werkstattbau mit Kraftwagen-, Schlosser-, Schreiner-, Tischler-, Maler, Sattlerwerkstatt, Waffenmeisterei und Tankanlage. 11 Hallen, 1 Exerzierhaus, 1 offene Reitbahn und 1 Kleinkaliber-Schießstand. An Übungsplätzen verfügte das Bataillon über den Wasserübungsplatz bei Großauheim mit rund 550 Metern Uferlänge mit Verwalterhaus und 13 Hallen, sowie den Landübungsplatz direkt neben der Kaserne mit Verwalterhaus und 9 Hallen. Vom 29. Mai bis 2. Juni 1938 fand unter Leitung von Generalmajor Dennerlein, Höher Pionier-Offizier 2, eine Flußübergangsübung bei Mühlheim-Dietesheim unter Mitwirkung verschiedener Truppenteile statt. Den weiteren Sommer verbrachte das Bataillon an der Westgrenze beim Ausbau des Westwalls. Ursprünglich sollte das Bataillon in der Gegend von St. Wendel eingesetzt werden. Aber nach der Erkundung erhielt das Bataillon einen Gegenbefehl zur Verlegung in die Eifel in die Gegend von Neuerburg an der luxemburgischen Grenze. Der Stab lag in Neuerburg, die 2. und 3. Kompanie in den Dörfern dicht an der Grenze. Als das Bataillon eintraf war noch kein Hindernispfahl und keine Drahtrolle vorhanden. Einzige Unterbrechung der Arbeiten war der Besuch des Großen Preises von Deutschland am Nürburgring. Am 19. Juni 1938 errang eine Mannschaft des Bataillons bei der Ruderregatta in Mannheim den 1. Preis gegen Manschaften von 4 anderen Pionier-Bataillonen. Damit war auch der Herausforderungspreis des Kommandeurs der 33. Infanterie-Division verbunden. Anfang August 1938 führte das Bataillon das Schulgefechtsschießen auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken durch. Vom 25. August bis zum 20. September 1938 wurde das Bataillon dann wieder im Westen eingesetzt. Der Stab, sowie die 2. und 3. Kompanie wurden dem Festungspionierstab 12 in Pirmasens unterstellt  Die 1. Kompanie wurde dem Festungspionierstab 2 in St. Wedel zur Verfügung gestellt. Einsatzgebiete waren für erstere Einheiten der westliche Pfälzer Wald, für letztere die Gegend bei Langweiler. War in der Eifel noch der Hindernisbau voranzutreiben, so waren nun feldmäßige Stellungen auszubauen. Das Bataillon wurde dabei als Oranisations-Bataillon eingesetzt, die Arbeiten selbst von anderen Truppen, welche keine Pioniere waren, durchgeführt. Die 1. Kompanie war zunächst mit der Betreuung des Pionier-Parks betraut. Das Bataillon arbeitete zunächst mit dem Pionier-Bataillon 23 aus Spandau zusammen. Dieses lag mit der Masse in Pirmasens, mit der 3. Kompanie in Hinterweidental. Als das Pionier-Bataillon 23 abrückte übernahm das Bataillon das gesamte Arbeitsgebiet. Der betreute Abschnitt war 35 Kilometer (Luftlinie) breit. Am 5. September 1938 wurde die 1. Kompanie zur Masse des Bataillons nach Bottenbach bei Pirmasens verlegt und danach mit beim Bataillon eingesetzt. Neben den Arbeiten an den Feldstellungen wurde auch der Angriff auf befestigte Stellungen geübt. Dazu waren vom Festungspionierstab Betonbunker mit dazugehörigen Hindernissen zum Üben freigegeben wurden. Am 20. September 1938 war der letzte Einsatztag des Bataillons. Am 21. September 1938 verließ es die Pfalz und kehrte an den eigenen Standort zurück. Die 1. und 2. Kompanie mit der Bahn und die 3. motorisierte Kompanie im motorisierten Marsch.

Im Juli 1941 war das Bataillon am Durchbruch durch die Stalin-Linie beteiligt. Am 10. Juli 1941 wurden nachmittag die einzelnen Kampfwerke erkundet. Der Angriff begann am 11. Juli 1941 um 14 Uhr beim Infanterie-Regiment 36. Dort war die 1. Kompanie eingesetzt. Eine Stunde später ging auch das Infanterie-Regiment 57 mit der 2. Kompanie vom Bataillon vor. Schweres feindliches Artilleriefeuer störte die Bereitstellung. Im Bereich Ostropol wurden zwischen Kalinowka und östlich von Ladyhy die Bunker gestürmt. Dabei waren die Kompanie der Nummer nach von Norden aufgereiht. Am größten Probleme bereitete ein Werk bei der 3. Kompanie. Diese erhielt um 18:00 Uhr den Befehl mit der unterstellten 5. Kompanie vom Infanterie-Regiment 116 und dem schweren Zug der 14. Kompanie des gleichen Regiments aus den Mulden 1 Kilometer östlich von Hubin in südlicher Richtung auf Punkt 291 vorzustoßen und noch auflebende oder nicht genommene Kampfwerke außer Gefecht zu setzen. Gegen 20 Uhr trat die 3. Kompanie dann an. Ohne Feindeinwirkung erreichte die Kampfgruppe das Gelände 500 Meter nördlich des Waldrandes bei Ladyhy. Erst am Morgen des 12. Juli 1941 waren die Werke komplett in der Hand der 9. Infanterie-Division. Insgesamt wurden von der 1. Kompanie 5 Bunker genommen, von der 2. Kompanie wurden 7 Bunker genommen. 

In den Morgenstunden des 29. April 1943 beginnt der Gegner, nach längerer Pause seit Mitte April 1943, wieder mit einem heftigen Angriff auf die Stellungen des Grenadier-Regiment 36 südöstlich von Krymskaja. Der Angriff wird durch starkes Artilleriefeuer und ununterbrochenen Luftwaffeneinsatz unterstützt. Da die Feuerstärken der Kompanien durch die vorhergehenden Einsätze stark abgemindert sind, wird das Pionier-Bataillon 9 aus seinem bisherigen Einsatz herausgezogen. Es tritt in den Vormittagsstunden zur Verfügung der Division in N. Gretscheskij zusamen. Ab 12 Uhr befindet sich der Bataillons-Gefechtsstand am Ostausgang des Ortes. Das Herausziehen der Kompanien aus dem Einsatz zur Verstärkung der Gotenstellung durch Anlegen von Minenfeldern ist vom pioniertechnischen Standpunkt kaum tragbar empfunden wurden. Es war noch gar nicht möglich gewesen alle vom Korps gelieferten Minen vor der Gotenstellung einzubauen. Der Stellungsbau befindet sich ebenfalls noch in einem unvollständigen Zustand. Deswegen schlägt der Stab vor, die taktisch wichtigsten Geländestreifen durch ausrückende Pioniere weiter zu verminen. Vom Divisionsstab wird diese Arbeit für den 30. April und 1. Mai 1943 genehmigt unter der Voraussetzung das das Bataillon trotzdem innerhalb kürzester Zeit zum infanteristischen Kampf antreten könnte. Am 2. Mai 1943 verlagern sich die Angriffe auf die Mitte und den rechten Flügel der Division auf den Abschnitt vom Grenadier-Regiment 57. Das Pionier-Bataillon marschiert am 2. Mai 1943 von N. Gretscheskij in die Gegend nordöstlich von Werch - Adagum und bezieht um 15:30 Uhr seinen Gefechtsstand 600 Meter nordöstlich Punkt 623. Es steht weiter als infanteristische Reserve zur Verfügung. Am Morgen des 3. Mai 1943 beginnt der Gegner mit einem heftigen Artillerieüberfall um die Angriffe des Vortages fortzusetzen. Um 10 Uhr erreicht das Bataillon der Unterstellungsbefehl unter das Grenadier-Regiment 57 in dessen Abschnitt dem Gegner der Einbruch gelungen ist. Der älteste Kompaniechef führt das Bataillon in den Waldzipfel 600 Meter südöstlich von Punkt 635. Der Kommandeur ist zur Lageklärung im Gefechtsstand des Grenadier-Regiment 57. Im Laufe des Tages kommt es zu schweren Kämpfen, bevor die Rücknahme auf die Gotenstellung  befohlen wird. Die 2. und die 3. Kompanie geraten bei einsetzender Dunkelheit durch Zurufe rumänischer Gefangener in den Irrglauben bei den russischen Panzern könnte es sich auch um rumänische Mannschaftstransporter handeln. Dadurch gerät die Masse beider Kompanien auf den freien Flächen des Neberdshaj-Tales etwa 1 Kilometer nördlich von Punkt 636 in das Feuer der feindlichen Panzer und erhält Rücken- und Flankenbeschuss aus den westlich und südlich angrenzenden Waldrändern. Durch das Chaos bei der Dunkelheit kommen aber noch einmal viele Soldaten davon. Bis 21 Uhr treffen ca. 40 Mann der 2. und 3. Kompanie an der Kreuzung der Straße Krymskaja - Nishne-Bakanskaja mit der Gotenlinie ein. Gegen 22 Uhr werden die Reste der 2. und 3. Kompanie herausgelöst um die Straßenbrücke über den Nebershaj und die Eisenbahnbrücke über den Agadum zu sprengen, was im Morgengrauen des 4. Mai 1943 auch gelingt. Noch am nächsten Tag treffen 40 Versprengte ein, die sich im Laufe der Nach zu den eigenen Stellungen durchgeschlagen hatten. An Verlusten hatte das Bataillon 3 Mannschaften als Gefallene, 1 Offizier und 13 Mannschaften als Vermißte und 7 Unteroffiziere und 25 Mannschaften als Verwundete zu verzeichnen. Die 1. Kompanie bleibt dem Grenadier-Regiment 57 unterstellt, die 2. und 3. Kompanie werden am 4. Mai 1944 den Regimentern 57 und 116 zum pioniertechnischen Einsatz zugeführt.

Kommandeure

Major Weber 6. Oktober 1936 -