Pionier-Bataillon 4

Feldpostnummern:

Einheit Feldpostnummer
Stab  29358
1. Kompanie  04587
2. Kompanie  22437
3. Kompanie  10548
Kolonne  13024
Brückenkolonne B 23996

Aufgestellt bereits mit Aufstellung der Reichswehr als (preuß.) Pionier-Bataillon 4 mit Garnison Magdeburg und der 4. Division in Dresden unterstellt.

In der Zeit von 1928 bis 1932 wurde die Brückenkolonne motorisiert, bis 1932 war deren Umbildung zur 3. (mot.) Kompanie abgeschlossen. Aus dem Bataillon entstand im Rahmen der Heereserweiterung am 1. Oktober 1934 3 Bataillone mit Tarnbezeichnungen. Dies waren, Pionier-Bataillon Magdeburg (das spätere Pionier-Bataillon 4) aus der 1. Kompanie in der Magdeburger Mudra-Kaserne, Pionier-Bataillon Riesa A (das spätere Pionier-Bataillon 13 der 4. Infanterie-Division) aus der 2. Kompanie, welches jetzt in Pirna beheimatet war, und das Pionier-Bataillon Riesa B (das spätere Pionier-Bataillon 14 der 14. Infanterie-Division) aus der 3. Kompanie, welches vorläufig in Riesa und endgültig in Weißenfels stationiert war. Am 15. Oktober 1935 wurde das Pionier-Bataillon Magdeburg mit Aufstellung der 13. Infanterie-Division in Pionier-Bataillon 4 umbenannt, und dieser unterstellt.

Eigentlich sollte es der Divisionsnummer entsprechend die Nummer 13 erhalten, erhielt aber im Andenken an das 4. Pionier-Bataillon des ersten Weltkrieges die Nummer 4. Die erste Kompanie war weiterhin in der Mudra-Kaserne untergebracht, die 2. Kompanie in der Golz-Kaserne, die 3. Kompanie in der Beseler-Kaserne.

In Vorbereitung auf das Herbstmanöver 1936 wurde vom Bataillon auf dem neuen Übungsplatz Gut Körbelitz, im März 1936, eine erste Übung, mit mehreren anderen Divisionseinheiten abgehalten. Das Herbstmanöver selbst fand ab 1. September 1936 eine Woche lang im Raum Köthen-Wettin-Süßer See-Eisleben-Ballenstedt-Aschersleben statt. Im ersten Übungsabschnitt fand eine, die ganze Nacht vom 1. zum 2. September dauernde, Gefechtshandlung statt. Zur Abschlußparade in Ballenstedt, fand ein Vorbeimarsch, aller am Manöver beteiligten Truppen, am Kommandierenden Generals des III. Armee-Korps, Generalleutnant von Witzleben, statt. Es war für den General ein würdige Verabschiedung von seiner 13. Infanterie-Division, denn nur wenige Tage später trat die 13. Infanterie-Division unter das Kommando des XI. Armee-Korps. Dieses trat am 6. Oktober 1936 erstmals, unter General der Artillerie Ulex zusammen, der Aufstellungsbefehl war auf den 1. April 1936 datiert.

Vor der Besetzung des Sudetenlandes nahm das Regiment, mit allen andernen Divisionsteilen, an einem Manöver im Raum zwischen Braunschweig und der nördlichen Altmark, im September 1938 teil. Während der Besetzung des Sudetenlandes wurden wegen von Tschechen gesprengten Brücken wiederholt pioniertechnische Einsätze notwendig, in denen durch das Bataillon die zerstörten Brücken als Holzkonstruktion wiederhergestellt, bzw. neu gebaut wurden.

Im Juli 1939 nahm das Bataillon an einem divisionsweiten Manöver im scharfen Schuß, auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken in der Rhön teil, vorher fand eine 2-tägige, als Aufklärungsübung getarnte Bereitstellungsübung statt, während der die gesamte Division im Raum Worbis-Bad Sooden-Allendorf-Eschwege-Creuzberg-Sömmerda und Sondershausen teilnahm.

Im Polenfeldzug waren die Einsätze wie folgt, zuerst Kämpfe um die Warthe-Linie und Widawka-Stellung vom 3. bis 6. September 1939, dann vom 7. bis 18. September 1939 die Kämpfe im Raum Radom, daran anschließend bis zum 1. Oktober die Verfolgungskämpfe zur und über die Weichsel. Während des Polenfeldzuges wurden vom Bataillon durch pioniertechnische Arbeiten an den Weichselbrücken, die Brückenköpfe bei Pulawy und Deblin gesichert.

Im November verlegte die Division in den Raum um Dillenburg im Westerwald.

Im Westfeldzug waren die Einsätze wie folgt, vom 10. bis 13. Mai 1940 Bereitstellung in Dillenburg und Vormarsch zur deutsch-luxemburgischen Grenze, vom 14. bis 24. Mai 1940 der Durchbruch zum Ärmelkanal, mit Sicherungskämpfen westl. der Maas und im Serre-Abschnitt, Vorstoß an der Somme, Abwehrkämpfe bei Peronne und Corbie, vom 28. Mai bis 1. Juni 1940 Schlacht um Dünnkirchen und Küstenschutz zwischen Authie-Mündung und Gravelines, daran anschließend Marsch und neue Bereitstellung bis zum 6. Juni 1940 im Raum südlich Arras. Vom 7. bis 10. Juni 1940 erfolgt der Durchbruch durch die Weygand-Linie, mit Bereitstellung im Brückenkopf Amiens und der Durchbruchsschlacht an der Somme, vom 11. bis 25. Juni 1940 die Vormarsch- und Verfolgungskämpfe gegen die Alpen, mit Bereitstellung nördlich Roye, Vormarsch über Petit Morin bis zur Seine, Vormarsch- und Verfolgungskämpfe zum Plateau de Langres, Verfolgungskämpfe beiderseits der Cote d' Or und Angriffskämpfe gegen die Westalpen, Kämpfe an der oberen Rhone und am Lac de Bourget, vom 25. Juni bis 5. Juli 1940 Waffenstillstand und Sicherungsaufgaben. Am 10. Juli erfogte der Einmarsch in den Heimatgarnisionen. Am 30. August 1940 verließen die Einheiten für immer die Garnisonen.

Das Bataillon wurde am 1. November 1940 bei der Verlegung der Division nach Rumänien in Lehr-Pionier-Bataillon 4 und bei der Rückkehr der Division, im Mai 1941, in Panzer-Pionier-Bataillon 4 umbenannt und der 13. Panzer-Division unterstellt.

Ersatzgestellung kam vom Pionier-Ersatz-Bataillon 4 in Holzminden, welches am 26. August 1939 vom Wehrkreis XI aufgestellt wurde. Am 1. September 1940 tauschte dieses Bataillon seine Nummer mit dem Pionier-Ersatz-Bataillon 19 in Magdeburg, welches ab diesem Tag für die Ersatzgestellung des Pionier-Bataillon 4 zuständig war.

Kommandeure:

Major Brückmann