4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division

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Feldpostnummer des Divisionskommandos: 00386

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Im April 1943 wurde damit begonnen, die aus Rußland zur Auffrischung ins Reich verlegten Teile der SS-Polizei-Division zusammen zu fassen und zu einer SS-Panzergrenadier-Division umzugliedern. Ausgenommen von der Umgliederung blieb die Kampfgruppe SS-Polizei-Division, die in Rußland kämpfte. Bereits im April 1943 wurden erste Einheiten der neuen Division ins Generalgouvernement zum Partisaneneinsatz verlegt. Nach dem Abfall Italiens im Juli 1943 wurden auch Teile der Division nach Italien verlegt. Mit Wirkung vom 22. Oktober 1943 erhielt die Division die Bezeichnung 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division. Die Bezeichnung "Polizei" entfiel dabei bei allen Einheiten außer bei der Division. Am 31. Dezember 1943 hatte die Division eine Stärke von 10.709 Mann. Am 23. Mai 1944 befahl die Heeresgruppe F Teilen der Division das SS-Polizei-Gebirgsjäger-Regiment 18 am Golf von Korinth abzulösen. Zusammen mit der I. / SS-Artillerie-Regiment 4 verlegte das SS-Panzergrenadier-Regiment 7 dorthin. Hier kam es zum Massaker von Distomo. Bei einer "Vergeltungsaktion" am 10. Juni 1944 wurden 218 Zivilisten, darunter auch Kleinkinder erschossen oder erschlagen. Inzwischen waren auch die Reste der alten SS-Polizei-Division in die neue Division eingegliedert worden, die zum 30. Juni 1944 eine Stärke von 15.891 Mann hatte. Im Juli 1944 wurden Teile der beiden SS-Panzergrenadier-Regimenter zum Freikämpfen des Rückzugsraumes des südlich stehenden LXVIII. Armeekorps im südlichen Pindus-Gebirge beauftragt. Nachdem sich Ende August 1944 die Lage an der Front weiter verschlechtert hatte, sollte die 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division etwa 600 km nördlich in den Bereich der Heeresgruppe Südukraine nach Werschetz bei Belgrad verlegen. Während des Transports von Larissa über Saloniki nach Serbien erklärte Bulgarien Deutschland den Krieg. Teile der Division wurden daraufhin im Raum Skople ur Entwaffnung der dort liegenden bulgarischen Truppen eingesetzt. Die Masse der Division wurde zur Sicherung wichtiger Verkehrswege in Serbien und dem Kosovo eingesetzt. In Kampfgruppen aufgeteilt, erreichte die Division ab dem 11. September 1944 den Raum Belgrad. Hier wurde die Division dem LVII. Panzerkorps unterstellt und erhielt den Befehl, die Stadt Temeschburg von den Russen zurückzuerobern. Auf Grund der Lage führte SS-Brigadeführer Schmedes den Befehl jedoch nicht aus, sondern ließ die Division, ständig vom Feind bedrängt, bei Szeged einen Brückenkopf über die Theiß beziehen. Daraufhin wurde er am 28. November 1944 durch SS-Standartenführer Harzer abgelöst. Ein Angriff auf Temeschburg war da aber schon nicht mehr möglich. Die Division wurde nach Szolnok verlegt. Hinter der Theiß sollte der russische Vorstoß auf Budapest aufgefangen werden. Dem russischen Angriff waren die deutschen Verteidiger jedoch nicht gewachsen. Nach heftigen Kämpfen Ende Oktober 1944 musste sich die 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division in den Raum Jász-Ladany zurückziehen. Hier wurde ihr die 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division unterstellt. Bis zum 25. November 1944 setzte sich die Division über Heréd auf Ecséd ab. In den folgenden Kämpfen wurde die Division südlich Kis-Terenye nahezu eingeschlossen. Dem Panzerkorps "Feldherrnhalle" unterstellt, verlegte die Division in den slowakisch-ungarischen Grenzraum, wo sie Mitte Januar 1945 zur Abriegelung eines russischen Durchbruchs im Raum Divin, etwa 20 km von der Grenze entfernt, eingesetzt wurde. Hier wurden in den folgenden Tagen auch die unterstellten Einheiten der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division wieder aus dem Divisionsverband herausgelöst. Dabei übernahm die 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division das schwere Gerät und die I. / SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 40. Ende Januar 1945 verlegte die Division nach Pommern. Am 1. Februar 1945 traf die Division im Raum Stargard ein und wurde sofort südöstlich Greifenhagen eingesetzt. Für die geplante "Pommern-Offensive" verlegte die Division in den Raum südlich Stargard zum XXXIX. Panzerkorps. Bei den ab dem 16. Februar 1945 folgenden Kämpfen konnte die Division auf Dölitz vorstoßen. Am 19. Februar 1945 wurde die deutsche Offensive wieder eingestellt. Am 25. Februar 1945 wurde die Division mit der Bahn zum VII. Panzerkorps verlegt, um die Verbindung zur 3. Panzerarmee wieder herzustellen. Am 28. Februar trat die Division zum Gegenstoß an und konnte etwas Entlastung bringen. Der sowjetische Druck zwang die deutschen Verbände jedoch zum stetigen Rückzug. Daraufhin verlegte die Division in den Raum Stolp und zog sich anschließend über Lauenburg nach Neustadt zurück. Nachdem die Division zusammen nur noch die Kampfstärke eines starken Regimentes besaß, wurde sie nur noch als Kampfgruppe bezeichnet. Die Kampfgruppe bestand aus fünf Infanterie-Bataillonen, einem Pionier-Bataillon, einem Feldersatz-Bataillon und drei unterstellten Kompanien französischer SS-Angehöriger und wurde in den Raum von der Putziger Wiek bis Rahmel verlegt. Im Zuge der Verteidigung von Hela wurde die Kampfgruppe weiter dezimiert. Mitte April wurden diese mit der Goya nach Swinemünde verlegt und dort entladen. Nur die Verwundeten mit der 1. Sanitätskompanie der Division liefen weiter nach Kopenhagen. Die Kampfgruppe sammelte in Vorpommern (unterstellt der Armeegruppe Steiner). Die Regimenter waren dann zersplittert eingesetzt und gingen in amerikanische Gefangenschaft.

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Mai Reserve     Tübingen
Juni XVII 12. Armee A Aisne
Juli XII 1. Armee C Burgund
August XXII 2. Armee C Paris
November XXXIX 1. Armee D Frankreich

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar LIX 1. Armee D Frankreich
März XXXV 1. Armee D Frankreich
Juli z. Vfg.   Nord Newel
August LVI 4. Pz.Armee Nord Luga
September L 4.Pz.Armee Nord Leningrad
Oktober L 18. Armee Nord Leningrad

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar L 18. Armee Nord Leningrad
März L 18. Armee Nord Leningrad
August L 18. Armee Nord Leningrad
Oktober LIV 11. Armee - Leningrad
November LIV 18. Armee Nord Leningrad

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar LIV 18. Armee Nord Leningrad
März L 18. Armee Nord Leningrad
April LIV 18. Armee Nord Leningrad
Dezember Befh. Saloniki     Saloniki

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar Ob. Feld-Kdtr.395   F Saloniki
August XXII   F Belgrad
September XXIX   Südukr. Siebenbürgen
Oktober LVII 3. ung. Armee Süd Ungarn
November IV 6. Armee Süd Ungarn
Dezember LVII 6. Armee Süd Ungarn

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar IV 8. Armee Süd Ungarn
Februar XXXIX 11. Armee Weichsel Pommern
März VII 2. Armee Weichsel Westpreußen
April Hela Ostpreußen - Hela

 

2. Divisionskommandeure:

Pfeffer-Wildenbruch, Karl 1. Oktober 1939

Mülverstedt, Arthur, 10. November 1940

Krüger, Walter 18. August 1941

Wünnenberg, Alfred 15. Dezember 1941

Borchert, Alfred Juni 1942

Wünnenberg, Alfred 17. Juli 1942

Borchert, Alfred Oktober 1942

Schmedes, Fritz Februar 1943

Wünnenberg, Alfred Februar 1943

Schmedes,  Fritz 10. Juni 1943

Binge, Otto 20.  Juli 1943

Freitag, Fritz 18. August 1943

Bock, Frierich Wilhelm 20. Oktober 1943

Schümers, Karl Juni 1944

Vahl, Hubert-Ernst 13. Juli 1944

Schümers, Karl 23. Juli 1944

Dörner, Helmut 18. August 1944

Schmedes, Fritz 22. August 1944

Harzer, Walter 28. November 1944

 

3. Gliederung:

SS-Panzer-Grenadier-Regiment 7

SS-Panzer-Grenadier-Regiment 8

SS-Panzer-Abteilung 4

SS-Panzerjäger-Abteilung 4

SS-Sturmgeschütz-Abteilung 4

SS-Artillerie-Regiment 4

SS-Flak-Abteilung 4

SS-Nachrichten-Abteilung 4

SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 4

SS-Pionier-Bataillon 4

SS-Divisions-Nachschub-Abteilung  4

SS-Panzer-Instandsetzungs-Abteilung 4

SS-Wirtschafts-Bataillon 4

SS-Sanitäts-Abteilung 4

SS-Polizei-Veterinär-Kompanie 4

SS-Kriegsberichter-Zug 4

SS-Feldgendarmerie-Trupp 4

SS-Feldersatz-Bataillon 4

 

4. Literatur und Quellen:

Friedrich Husemann: Die guten Glaubens waren. Geschichte der SS-Polizei-Division (4. SS-Panzergrenadier-Division). Band I: 1939 - 1942, Munin-Verlag, Osnabrück 1971 (2. Auflage 1984; 3. Auflage Nation Europa Verlag, Coburg 1999)

 

Friedrich Husemann: Die guten Glaubens waren. Geschichte der SS-Polizei-Division (4. SS-Panzergrenadier-Division). Band II: 1943 - 1945, Munin-Verlag, Osnabrück 1973 (2. Auflage 1986; 3. Auflage Nation Europa Verlag, Coburg)

 

Friedrich Husemann: Die guten Glaubens waren. Geschichte der SS-Polizei-Division (4. SS-Panzergrenadier-Division). Band III - Bildband, Munin-Verlag, Osnabrück 1977 (2. Auflage Nation Europa Verlag, Coburg 1997)

 

Rolf Michaelis: Die Panzergrenadier-Divisionen der Waffen-SS, Michaelis-Verlag, Erlangen 1997 (2. Auflage Berlin 1998, ISBN 3-930849-19-4)


Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 2. Die Landstreitkräfte 1–5, 2. Auflage, Biblio-Verlag, Bissendorf 1973


Das 3. Regiment. Der Versuch einer Geschichte in Bildern, Kameradschaft des 3. Regiments in der SS-Polizei-Division, Eigenverlag, 1978