Panzerkampfwagen-Werkstatt-Kompanien (Eisenbahn)

 

 

Auf Veranlassung des OKH wurden mit Befehl vom 28. Oktober 1943 durch den Wehrkreis IV auf dem Truppenübungsplatz Zeithain die PzKpfwgWerkstKp (Eisb) 657 und 658 aufgestellt. Die beiden dem OKH unterstellten Kompanien waren personell und materiell jeweils in einem Eisenbahnzug untergebracht und damit sehr beweglich. Allerdings hatten sie keine eigene Lok zur Verfügung, was sich im Einsatz des öfteren als problematisch darstellte. Die Kompanien hatten den Auftrag, an der Ostfront die Truppe bei der Instandsetzung von Schadpanzern zu unterstützen. Hierzu sollten sie mit dem Zug bis dicht hinter die Front fahren und abgestellt auf einem Nebengleis Schadpanzer unmittelbar von der Truppe übernehmen, instandsetzen und der Truppe wieder zuführen. Die beiden Kompanien 657 und 658 blieben die einzigen ihrer Art. Sie gehörten zur Panzertruppe, die Soldaten trugen die schwarze Panzeruniform. Die Gliederung richtete sich nach der KStN 1188 vom 1.12.1943.

 

Der Eisenbahnzug der PzKpfwgWerkstKp (Eisb) 657 im Wert von ungefähr 6 Millionen Mark war wie folgt ausgestattet (IST):

 

7 Spezialwaggons, diese enthielten:

2 mittlere Werkstattzüge,

1 großer Bosch-Instandsetzungszug mit sämtlichen Prüfgeräten und reichhaltiger Ersatzteilausstattung,

1 Waffenmeisterzug, ebenfalls mit Prüfgeräten und Ersatzteilen,

1 Nachrichtenmittel-Instandsetzungszug in gleicher Ausstattung,

1 Schmiede mit schwerer hydraulischer Presse,

1 Klempnerei,

1 Tischlerei,

1 großes Stromaggregat,

1 Schuhmacher-, Sattler- und Schneiderwerkstatt.

Maschinen der Normalausstattung

 

7 mittlere Güterwagen, geschlossen, mit 140t Baugruppen und Ersatzteilen für alle an der Ostfront  verwendeten Panzertypen

1 C-Waggon für die Schreibstube und den Rechnungsführer

1 Großraumgüterwagen mit zwei mittleren Feldküchen und Vorratsräumen

1 C-Waggon für 2 Offiziere, 2 Werkmeister, 1 Hauptfeldwebel und 2 Ordonnanzen (dieser Wagen wurde später gegen einen D-Zugwagen ausgetauscht)

15 C-Waggons für die Unterbringung der Kompanie. Diese wurden nach Entfernung der  Innenausstattung als Wohn- und Schlafwagen ausgestattet.

2 offene Lorenwagen für Brennmaterial (der Zug hatte keine eigene Lok und erhielt deshalb Ofenheizung)

5 Rungenwagen für 3 Zgkw 18t, 1 Lkw 3t, 1 Kranwagen, 1 Montagekran 12 t, 1 Pkw

2 Rungenwagen für eine transportable Kopframpe und ein freitragendes Arbeitszelt 6 x 12 m.

 

Auf zwei der Waggons wurde später noch je ein Fla-Geschütz 2 cm montiert. Der gesamte Zug wurde im Winter weiß und im Sommer in Tarnfarben gestrichen.

 

 

Panzerkampfwagen-Werkstatt-Kompanie (Eisenbahn) 657

FPN 32107
(8.9.1943-22.4.1944) 3.11.1943 Panzer-Kampfwagen-Werkstatt-Kompanie (Eisenbahn) 657.

 

Die Aufstellung der Kompanie erfolgte durch die Panzer-Ersatz- und Ausbildungsabteilung 10. Von dort wurden abgestellt 24 Unteroffiziere und 170 Mannschaften. Das Personal bestand hauptsächlich aus einberufenen Fachkräften aus der Rüstungsindustrie. Hinzu kam ein Kompanie-Offizier und zwei Heereswerkmeister. Die Verwendungsbereitschaft war gefordert für den 21. Dezember 1943. Die Verlegung an die Ostfront erfolgte am 29. Dezember 1943. Der erste Einsatz der Kompanie war in Werchnjatschka, 6 km nordwestlich Uman. Von dort aus wurde am 28. März 1944 Lemberg erreicht. Nächster Einsatzort war Zamocz, von dort ging es weiter nach Isbicza, wo die Kompanie am 23. April 1944 eintraf. Am 2. August wurde die Kompanie über Breslau zum Einsatz nach Scharfenwiese befohlen. Nächster Einsatzort war Puschdorf bei Insterburg, wo die Kompanie am 12. August eintraf. Weiter ging es nach Deutsch-Krottingen nördlich Memel, von dort ab dem 20. November wieder zurück nach Puschdorf, weiter nach Zinten. Anschließend verlegte der Zug nach Heiligenbeil, wo die Kompanie mit in den Kessel geriet. Hier wurde der Zug schließlich selbst zerstört, das Personal der Kompanie erreichte über Pillau am 15. März 1945 die Kurische Nehrung. Kompaniechef war während des gesamten Zeitraums des Bestehens Oberleutnant (später Major) Kohl.

 

 

Panzerkampfwagen-Werkstatt-Kompanie (Eisenbahn) 658

FPN 34894

(8.9.1943-22.4.1944) 3.11.1943 Panzer-Kampfwagen-Werkstatt-Kompanie (Eisenbahn) 658

 

Die Verwendungsbereitschaft der Kompanie war gefordert für den 8. Januar 1944. Der Einsatz erfolgte 1944 bei der Heeresgruppe Mitte, im Zeitraum Oktober 1944 bis Januar 1945 in Polen, anschließend an der Oder und in Brandenburg. Die Kompanie geriet im Kessel von Halbe in Kriegsgefangenschaft.

 

 

 

Literatur und Quellen:

 

Major Kohl: Eine kaum bekannte Kompanie, o. O., o. J. (ca. 1965)

 

Klaus Böhm: Kennummern der Feldpostämter und FPÜ Teil I