XIII. SS-Armeekorps (13.)

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Mit Befehl des OKH Chef H Rüst u. Bdf ARA/Stb.I/5543/44 vom 1. August 1944 wurde die Aufstellung des Generalkommandos des XIII. SS-Armeekorps (und des XII. SS-Armeekorps) befohlen. Die genaue Aufstellung wurde dann mit Befehl vom 7. August 1944 durch das SS-Führungshauptamt geregelt. Demnach waren aufzustellen:
Generalkommando
Stab Artillerie-Kommandeur (mot)
Stab Pionier-Regiment (mot) (als Korps-Pionier-Führer)
SS-Korps-Kartenstelle 113
SS-Feld-Gendarmerie-Trupp 113
SS-Nachrichten-Abteilung 113
SS-Kraftfahr-Kompanie 113
SS-Feldpostamt 113
Die Aufstellung des Korpsstabes fand in Breslau im Hotel Monopol statt. Ohne die Aufstellung zu vollenden, wurde das Generalkommando bereits am 3. September 1944 in Marsch gesetzt und traf am 4. September 1944 in Metz ein. Am 7. September 1944 übernahm das Generalkommando dann die Reste des XXXV. Armeekorps im Abschnitt zwischen Diedenhofen und Arry s. Mosel. Aufgabe des Korps war die Verhinderung eines feindlichen Durchbruchs auf die Saar. Hierzu sollte die in Aufbau befindliche Front an der Mosel einschließlich des Brückenkopfes Metz verstärkt werden. In der Zeit bis zum 7. November 1944 folgten Stellungskämpfe im Raum Metz - Nancy - Chateau-Salins. Bis zum 25. Dezember 1944 kämpfte das Korps in Lothringen und wurde dabei in den Raum westlich und südlich von Saarbrücken zurückgedrängt. Es stand mit Beendigung der alliierten Angriffe im Zuge der Ardennen-Offensive am 15. Dezember 1944 auf der Linie Ludweiler - Forbach - Gr. Bliederstroff - Bliedbrück. Vom 26. bis zum 30. Dezember 1944 wurde das Korps in Vorbereitung auf das Unternehmen "Nordwind", der deutsche Offensive im Elsaß und den Vogesen, umgegliedert. Hierzu wurden der Division u.a. die 19. Volks-Grenadier-Division sowie starke Werfer-Verbände und die schwere Panzerjäger-Abteilung 566 zugeführt. Am 30. Dezember 1944 bezogen die deutschen Verbände ihre Ausgangsstellungen. Der Angriffsstreifen des Korps wurde begrenzt durch die Linien: rechts Bliestal bis Bliesbrück - Wiesviller - Wittring / links Dickenalbe - Abschnitt bis Guiderkirch - Guising - Bining. Nachdem deutsche Angriffsspitzen am 3. Januar Großrederchingen und Teile der Ortschaft Achen genommen hatten, kam dieser Angriff jedoch zum Stehen. Nach dem Scheitern der deutschen Offensive verblieb das Korps in den erreichten Stellungen und richtete sich zur Verteidigung ein. Dabei kam es immer wieder zu harten Kämpfen, in denen es u.a. der 17. SS-Panzergrenadier-Division am 13. Januar 1945 gelang, den Ort Rimlingen zurückzuerobern. Anfang Februar 1945 zeichnete sich dann eine amerikanische Offensive ab. Diese Offensive begann am 15. Februar. Die 44. amerikanische Division durchbrach die Front der stark strapazierte Front der 17. SS-Panzer-Grenadier-Division an mehreren Stellen zwischen Bliesbogen und Rimling. Bis zum Nachmittag gelang es, den amerikanischen Vormarsch aufzuhalten und die Front zu stabilisieren. Weitere Angriffe am 16. und 17. Februar konnten abgewiesen werden. Es folgten wieder Stellungskämpfe und der Wechsel der unterstellten Verbände innerhalb des Korps. Am 15. März 1945 begann die nächste amerikanische Offensive im Bereich des XIII. SS-Armeekorps. Die unterstellten Divisionen hatte schwere Verluste und wurden auf den Westwall zurückgedrängt. Im weiteren Verlauf der alliierten Offensive wurde das Korps schließlich bis zum 25. März 1945 an den Rhein zurückgedrängt. Hier erhielt das Generalkommando den Auftrag, eine Verteidigungsstellung am Rheinufer aufzubauen. Hierzu standen dem Generalkommando der Stab und Splittergruppen der 2. Gebirgs-Division, Reste der zerschlagenen 19. Volksgrenadier-Division, die Kampfgruppe der 17. SS-Panzer-Grenadier-Division sowie schwache Artillerie- und Pioniertruppenteile zur Verfügung. Ab dem 26. März 1945 unterstand dem Generalkommando auch die Kampfgruppe der 47. Volks-Grenadier-Division. Der Korpsbereich erstreckte sich am Rhein entlang von südöstlich Germersheim bis nordöstlich von Speyer. Am 29. März 1945 wurde das Generalkommando dann aus der Front gezogen und mit dem Auftrag betraut, eine Sperrlinie zwischen dem Mainknie bei Miltenberg und Nekkar bei Eberbach zur Aufnahme der Verbände des XIII. Armeekorps (Heer). Dieser Auftrag wurde bereits am Folgetag aufgehoben, da sich die Front des XIII. Armeekorps bereits an der Auffanglinie befand. Daher erhielt das Generalkommando des XIII. SS-Armeekorps noch am 30. März 1945 den Auftrag, eine Sperrlinie am Neckar-Enz-Abschnitt aufzubauen. Hierzu standen nur geringe Pionier- und Ersatzeinheiten zur Verfügung. Außerdem sollte eine Auffanglinie am Jagst-Abschnitt zwischen Dörzbach und Jagstfeld aufgebaut werden. Am 1. April 1945 verlegte das Generalkommando des XIII. SS-Armeekorps nach Rothenburg, um eine geschlossene Abwehrfront zwischen Ochsenfurt und Dörzbach aufzubauen und die Verbindung zur rechts anschließenden 7. Armee wieder herzustellen. Die hierzu vorhandenen Truppenteile waren äußerst schwach und zusammen gewürfelt.  Es gelang jedoch, eine durchgehende Frontlinie aufzubauen und diese durch Ersatzeinheiten, Schulen und Versprengte zu verstärken. Am 4. April 1945 wurde der Korpsabschnitt nach Norden bis nach Kitzingen erweitert. Am 5. April 1945 konnten amerikanische Verbände die Front der 9. Volksgrenadier-Division durchbrechen und bis Crailsheim vorstoßen. Im Anschluß daran wurde das Korps bis zum 12. April 1944 auf die Linie Blaufelden - Pommersfelden - nördlich Forchheim und bis zum 17. April 1945 auf die Linie Rot a. Sand - Brettenfeld - Nürnberg zurückgedrängt. Um Nürnberg entbrannten schwere Kämpfe, die am 20. April 1945 mit der Befreiung der Stadt durch die Amerikaner endeten. Im Anschluß mußte sich das XIII. SS-Armeekorps auf die Donau zurückziehen. Es gelang, vier Donaubrückenköpfe zu bilden und die Masse der Truppen hinter die Donau zu retten. Am 25. April 1945 erstreckte sich der Korps-Abschnitt von südwestlich Donauwörth - Marxheim - Neuburg a.d. Donau - Ingolstadt - Vohburg - Kehlhaim bis an die Stadtgrenze von Regensburg, wobei sich die nördlich der Donau gelegenen Städte Donauwörth, Marxheim und Ingolstadt noch in deutscher Hand befanden. Am rechten, aber noch mehr am linken Flügel durch den Vorstoß der 12. US-Panzer-Division bedroht, aber auch unter dem starken Druck der amerikanischen Verbände konnte das XIII. SS-Armeekorps die Donaulinie nicht halten. Es zog sich daher kämpfend ab dem 26. April 1945 auf die Alpen zurück. Am 5. Mai 1945 befand sich der letzte Korps-Gefechtsstand in Schwendt in Tirol, wo das Generalkommando schließlich bei Kriegsende in Gefangenschaft ging.
 

 

1944

Datum Armee Heeresgruppe Ort
7. August   BdE Breslau
4. September 1. Armee G Metz / Lothringen

 

1945

Datum Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar 1. Armee G Saarpfalz, Donau

 

2. Kommandeure:

7. August 1944 SS-Obergruppenführer Hermann Pries

20. Oktober 1944 SS-Gruppenführer Max Simon

Chef des Generalstabes

7. August 1944 Oberst Kurt v. Einem

13. Januar 1945 Obersturmbannführer Ekkehard Albert

Ia

Sturmbannführer Sturzbecher

Major i. G. Krelle

Major i. G. Gertenberg

 

3. Gliederung:

26. November 1944

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
36. Infanterie-Division

48. Infanterie-Division

347. Infanterie-Division

559. Volks-Grenadier-Division

11. Panzer-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

15. Dezember 1944

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
36. Infanterie-Division

347. Infanterie-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

Eisenbahn-Artillerie-Abteilung 640
Artillerie-Abteilung 1151
Artillerie-Abteilung 763
leichte Artillerie-Abteilung 33
Festungs-Artillerie-Abteilung 1305
Festungs-Artillerie-Abteilung 1306
Festungs-Artillerie-Abteilung 1313
Artillerie-Batterie 1528
Artillerie-Batterie 1529
SS-Beobachtungs-Abteilung 508

Festungs-Flak-Abteilung 813
Flak-Abteilung 817

Infanterie-Lehr-Bataillon AOK 1

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

25. Dezember 1944

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen

347. Infanterie-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

1. Januar 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

19. Volks-Grenadier-Division

36. Volks-Grenadier-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

21. Januar 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen

559. Volks-Grenadier-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

19. Volks-Grenadier-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

1. Februar 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen

559. Volks-Grenadier-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

19. Volks-Grenadier-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

1. März 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
19. Volks-Grenadier-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

13. März 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
19. Volks-Grenadier-Division

17. SS-Panzer-Grenadier-Division

16. Volks-Grenadier-Division

Volkswerfer-Brigade 18

Artillerie-Regiments-Stab 1164
Festungs-Artillerie-Abteilung 1306
Festungs-Artillerie-Abteilung 1517
Festungs-Artillerie-Abteilung 1518
Festungs-Artillerie-Abteilung 1305
Festungs-Artillerie-Abteilung 1504

Heeres-Artillerie-Abteilung 456 (bei 16. VGD, Zuführung zu Gen.Kdo. LXXXII. AK)

leichte SS-Beobachtungs-Batterie 508

Festungs-Regiment 40 (bei 19. VGD)
Landesschützen-Bataillon 1101 (bei 19. VGD)
Landesschützen-Bataillon 1102 (bei 19. VGD)

Regimentsstab Gugelberger (bei 16. VGD)
Reste Grenadier-Regiment 935 (bei 16. VGD)
Reste Grenadier-Regiment 937  (bei 16. VGD)

Lehr-Batterie AOK 1 (bei 19. VGD)

Fla-BAtaillon 807  (bei 16. VGD)

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113

 

30. April 1945

Divisionen Heerestruppen Korpstruppen
38. SS-Grenadier-Division

212. Volks-Grenadier-Division

2. Gebirgs-Division

352. Volks-Grenadier-Division

Panzerkampfgruppe Hobe

unbekannt SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Korps-Nachrichten-Abteilung 113

SS-Kraftfahr-Kompanie 113

SS-Kfz-Instandsetzungszug 113

SS-Feldpostamt 113

SS-Artillerie-Kommandeur 113

SS-Korps-Kartenstelle 113

SS-Versorgungstruppen 113


4. Literatur und Quellen:

Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 3. Die Landstreitkräfte 6–14. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1974
Erich Spiwoks, Hans Stöber: Endkampf zwischen Mosel und Inn.. XIII. SS-Armeekorps. Munin-Verlag, 1. Auflage 1976 / Nation Europa Verlag GmbH, 2. Auflage 1999
Bestände des Bundesarchives Freiburg, Signatur RS 2-13/1 und RS 2-13/2