Jagdgeschwader 6 "Horst Wessel"

 

1. Lebenslauf:

Das Jagdgeschwader 6 entstand im Juli 1944 durch die Umbenennung des Zerstörergeschwaders 76 mit einem Geschwaderstab und zwei Jagdgruppen. Das Zerstörergeschwader wurde auf die Einmot-Jagd umgerüstet, da die zweimotorigen Jäger in der Reichsverteidigung keine Erfolgschancen mehr gegen die alliierten Bomberverbände und deren Jagdschutz mehr hatten.

- - 1944 - -

Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 entstand im Juli 1944 durch die Umbenennung des I. / Zerstörergeschwaders 26 in Königsberg-Devau. Die Piloten wurden auf die Focke-Wulf Fw 190 umgeschult und die Gruppe mit der Focke-Wulf Fw 190 A-8 ausgerüstet. Nach nur kurzer Umschulung wurde die Gruppe in der Reichsluftverteidigung eingesetzt. Hierzu verlegte die Gruppe im September 1944 nach Bonn-Hangelar. Obwohl mit den neuen Focke Wulf-190 A-8 Jagdeinsitzern ausgerüstet, konnten die auf diesem Flugzeug nur kurz geschulten und damit unerfahrenen Piloten gegen die alliierten Verbände nicht bestehen und erlitten bei ihren Einsätzen hohe Verluste. Im Oktober 1944 folgte die Verlegung nach Perleberg und im Dezember 1944 nach Delmenhorst. Ab Dezember 1944 wurden der Gruppe die ersten Focke-Wulf Fw 190 A-9 zugeführt. Ab dem 16. Dezember 1944 beteiligte sich die Gruppe an der Ardennen-Offensive. Im Jahr 1944 verlor die Gruppe 38 Flugzeuge, davon 15 durch Feindeinwirkung.

Stab I. Gruppe 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel 4. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau
September Bonn-Hangelar September Bonn-Hangelar September Bonn-Hangelar September Bonn-Hangelar September Bonn-Hangelar
Oktober Perleberg Oktober Perleberg Oktober Perleberg Oktober Perleberg Oktober Perleberg
Dezember Delmenhorst Dezember Delmenhorst Dezember Delmenhorst Dezember Delmenhorst Dezember Delmenhorst

 

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 entstand im Juli 1944 durch die Umbenennung des II. / Zerstörergeschwaders 26 in Königsberg-Devau. Die Piloten wurden auf die Focke-Wulf Fw 190 umgeschult und die Gruppe mit der Focke-Wulf Fw 190 A-8 ausgerüstet. Obwohl mit den neuen Focke Wulf-190 A-8 Jagdeinsitzern ausgerüstet, konnten die auf diesem Flugzeug nur kurz geschulten und damit unerfahrenen Piloten gegen die alliierten Verbände nicht bestehen und erlitten bei ihren Einsätzen hohe Verluste. Bereits am 22. August 1944 verlegte die II. Gruppe in den Raum Reims, wurde dort aber innerhalb weniger Tage nahezu aufgerieben. Die Gruppe verlor 49 Flugzeuge, davon 22 durch Feindeinwirkung. Ende August 1944 verlegten die Reste der Gruppe nach Bonn-Hangelar. Im September 1944 folgte die Verlegung nach Eudenbach, im Oktober nach Hagenau und im Dezember 1944 nach Quakenbrück. Ab November 1944 wurden der Gruppe die ersten Focke-Wulf Fw 190 A-9 zugeführt. Ab dem 16. Dezember 1944 beteiligte sich die Gruppe an der Ardennen-Offensive. Im Jahr 1944 verlor die Gruppe 130 Flugzeuge, davon 60 durch Feindeinwirkung.

Stab II. Gruppe 5. Staffel 6. Staffel 7. Staffel 8. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau Juli Königsberg-Devau
22. August Herpy / Reims 22. August Herpy / Reims 22. August Herpy / Reims 22. August Herpy / Reims 22. August Herpy / Reims
31. August Bonn-Hangelar 31. August Bonn-Hangelar 31. August Bonn-Hangelar 31. August Bonn-Hangelar 31. August Bonn-Hangelar
September Eudenbach September Eudenbach September Eudenbach September Eudenbach September Eudenbach
Oktober Hagenau Oktober Hagenau Oktober Hagenau Oktober Hagenau Oktober Hagenau
Dezember Quakenbrück Dezember Quakenbrück Dezember Quakenbrück Dezember Quakenbrück Dezember Quakenbrück

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 entstand am 14. Oktober 1944 in Schwerin aus der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 5. Diese Gruppe wurde nicht, wie alle anderen Teile des Geschwaders, mit der Focke-Wulf Fw 190 ausgestattet, sondern mit der Messerschmitt Bf 109 G-14 und G-14/AS. Im Dezember 1944 verlegte die Gruppe nach Bissel bei Oldenburg. Ab dem 16. Dezember 1944 beteiligte sich die Gruppe an der Ardennen-Offensive. Von Oktober bis Dezember 1944 verlor die Gruppe 51 Flugzeuge, davon 35 durch Feindeinwirkung.

Stab III. Gruppe 9. Staffel 10. Staffel 11. Staffel 12. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
14. Oktober Schwerin-Görries 14. Oktober Schwerin-Görries 14. Oktober Schwerin-Görries 14. Oktober Schwerin-Görries 14. Oktober Schwerin-Görries
Dezember Bissel b. Oldenburg Dezember Bissel b. Oldenburg Dezember Bissel b. Oldenburg Dezember Bissel b. Oldenburg Dezember Bissel b. Oldenburg

 

Der Stab des Jagdgeschwaders 6 entstand im Juli 1944 in Königsberg-Devau durch die Umbenennung des Stabes des Zerstörergeschwaders 26 in Stab / Jagdgeschwader 6. Der Stab wurde auf die Focke-Wulf Fw 190 A-8 umgerüstet, von der ihm im Oktober 1944 die ersten Maschinen zugeführt wurden. Bereits im September 1944 war der Stab nach Hennef verlegt worden. Im Oktober 1944 folgte die Verlegung nach Perleberg und im Dezember 1944 nach Delmenhorst. Ab dem 16. Dezember 1944 beteiligte sich das Geschwader an der Ardennen-Offensive.

 

- - 1945 - -

Am 1. Januar 1945 lag die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 in Delmenhorst. An diesem Tag hatte die Gruppe einen Bestand von 34 Focke-Wulf Fw 190 A-8. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Bodenplatte", der Luftoffensive der deutschen Jagdwaffe auf alliierte Fliegerhorste in Nordfrankreich, Holland und Belgien. Ziel der Gruppe war der Flughafen Eindhoven in Holland, auf dem schwere Zerstörungen verursacht wurden. Kurz nach diesem Einsatz verlegte die Gruppe an die Ostfront nach Sorau und am 7. Februar 1945 nach Freiwaldau. Bereits am 14. Februar mußte die Gruppe nach Cottbus und am 19. Februar nach Welzow verlegen. Im März 1945 verlegte die Gruppe schließlich nach Reichenberg, wo sie sich im Mai 1945 auflöste.

Stab I. Gruppe 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel 4. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Delmenhorst 1. Januar Delmenhorst 1. Januar Delmenhorst 1. Januar Delmenhorst 1. Januar Delmenhorst
Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau
7. Februar Freiwaldau 7. Februar Freiwaldau 7. Februar Freiwaldau 7. Februar Freiwaldau 7. Februar Freiwaldau
14. Februar Cottbus 14. Februar Cottbus 14. Februar Cottbus 14. Februar Cottbus 14. Februar Cottbus
19. Februar Welzow 19. Februar Welzow 19. Februar Welzow 19. Februar Welzow 19. Februar Welzow
März Reichenberg März Reichenberg März Reichenberg März Reichenberg März Reichenberg

 

Zu Jahresbeginn 1945 lag die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 in Quakenbrück. An diesem Tag hatte die Gruppe einen Bestand von 55 Focke-Wulf Fw 190 A-8. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Bodenplatte", der Luftoffensive der deutschen Jagdwaffe auf alliierte Fliegerhorste in Nordfrankreich, Holland und Belgien. Ziel der Gruppe war der Fliegerhorst Volkel in Holland, auf dem jedoch nur geringe Zerstörungen verursacht wurden. Kurz nach diesem Einsatz verlegte die Gruppe an die Ostfront nach Sorau und am 10. Februar 1945 nach Welzow. Im März 1945 verlegte die Gruppe schließlich nach Görlitz, wo sie sich im Mai 1945 auflöste.

Stab II. Gruppe 5. Staffel 6. Staffel 7. Staffel 8. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Quakenbrück 1. Januar Quakenbrück 1. Januar Quakenbrück 1. Januar Quakenbrück 1. Januar Quakenbrück
Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau
10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow
März Görlitz März Görlitz März Görlitz März Görlitz März Görlitz

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 lag zu Jahresbeginn 1945 in Bissel bei Oldenburg. An diesem Tag hatte die Gruppe einen Bestand von 33 Messerschmitt Bf 109 G-14 / AS und 7 Messerschmitt Bf 109 G-10. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Bodenplatte", der Luftoffensive der deutschen Jagdwaffe auf alliierte Fliegerhorste in Nordfrankreich, Holland und Belgien. Ziel der Gruppe war der Fliegerhorst Volkel in Holland, auf dem jedoch nur geringe Zerstörungen verursacht wurden. Kurz nach diesem Einsatz verlegte die Gruppe an die Ostfront nach Groß-Stein bei Oppeln, von dort aus am 21. Januar nach Ohlau, wenige Tage später nach Sorau und am 10. Februar 1945 nach Welzow südlich von Cottbus. Im April 1945 verlegte die Gruppe schließlich nach Prag-Rusin, wo sie sich im Mai 1945 auflöste.

Stab III. Gruppe 9. Staffel 10. Staffel 11. Staffel 12. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Bissel b. Oldenburg 1. Januar Bissel b. Oldenburg 1. Januar Bissel b. Oldenburg 1. Januar Bissel b. Oldenburg 1. Januar Bissel b. Oldenburg
Januar Groß-Stein bei Oppeln Januar Groß-Stein bei Oppeln Januar Groß-Stein bei Oppeln Januar Groß-Stein bei Oppeln Januar Groß-Stein bei Oppeln
21. Januar Ohlau 21. Januar Ohlau 21. Januar Ohlau 21. Januar Ohlau 21. Januar Ohlau
Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau Januar Sorau
10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow 10. Februar Welzow
April Prag-Rusin April Prag-Rusin April Prag-Rusin April Prag-Rusin April Prag-Rusin

 

Zum Beginn des Jahres 1945 lag der Stab des Jagdgeschwaders 6 in Delmenhorst. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich das Jagdgeschwader 6 und der Geschwaderstab am Unternehmen "Bodenplatte", der Luftoffensive der deutschen Jagdwaffe auf alliierte Fliegerhorste in Nordfrankreich, Holland und Belgien. Ziel des Geschwaders war der Fliegerhorst Volkel in Holland, auf dem jedoch nur geringe Zerstörungen verursacht wurden. Kurz nach diesem Einsatz verlegte der Stab zusammen mit dem Geschwader an die Ostfront und fiel in Sorau ein. Am 10. Februar 1945 verlegte der Stab dann nach Welzow und im März 1945 nach Reichenberg. Hier löste sich der Geschwaderstab im Mai 1945 auf.

 

 

2. Kommandeure:

Geschwaderkommodore:

Oberstleutnant Johann Kogler, Juli 1944

Major Gerhard Barkhorn, 16. Januar 1945

Major Gerhard Schöpfel, 10. April 1945

 

I. Gruppe:

Gruppenkommandeure:

Hauptmann Willi Elstermann

 

II. Gruppe:

Gruppenkommandeure:

unbekannt

 

III. Gruppe:

Gruppenkommandeure:

Hauptmann Theo Weissenberger, 14. Oktober 1944

Major Kühle, November 1944

 

3. Literatur und Quellen:

Girbig, Werner: Start im Morgengrauen. Eine Chronik vom Untergang der deutschen Jagdwaffe im Westen 1944/1945. Stuttgart : Motorbuch-Verl., 1973
Tessin, Georg, Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945, Band 14
Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935 - 1945 - Gliederungen und Kurzchroniken - Eine Dokumentation, Motorbuch-Verlag 1976
Werner Gibrig: Jagdgeschwader 5 "Eismeerjäger" - Eine Chronik aus Dokumenten und Berichten 1941 - 1945. Motorbuch-Verlag (für die III. / Jagdgeschwader 6)
Jochen Prien, Gerhard Stemmer, Peter Rodeike, Winfried Bock: Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945. Rogge GmbH
Michael Holm: www.ww2.dk