Jagdgeschwader 3 "Udet"

JG3-1.jpg (12912 Byte)

Lebenslauf:

Das Jagdgeschwader 3 entstand am 1. Mai 1939 durch die Umbenennung des Jagdgeschwaders 231 mit einem Gruppenstab und einer Jagdgruppe. Am 1. Dezember 1941 wurde dem Geschwader der Name Jagdgeschwader 3 "Udet" verliehen.

- - 1939 - -

Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 entstand am 1. Mai 1939 durch die Umbenennung der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 231. Zum Zeitpunkt der Umbenennung befand sich die Gruppe in der Umrüstung auf die Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3. Am 26. August 1939 verlegte die Gruppe zum Heimatschutz nach Brandis, wo sie bei Kriegsbeginn lag. Bereits am 3. September wurde die Gruppe dann nach Schafstädt verlegt, der Auftrag blieb der gleiche. Nach ereignislosen Wochen wurde die Gruppe dann am 22. September nach Merseburg verlegt. Anfang November 1939 folgte die Verlegung nach Zerbst.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Mai Zerbst 1. Mai Zerbst 1. Mai Zerbst 1. Mai Zerbst
26. August Brandis 26. August Brandis 26. August Brandis 26. August Brandis
22. September Merseburg 22. September Merseburg 22. September Merseburg 22. September Merseburg
3. November Zerbst 3. November Zerbst 18. Oktober Zerbst 3. November Zerbst

 

Der Stab des Jagdgeschwaders 3 entstand am 1. Mai 1939 durch die Umbenennung des Stabes des Jagdgeschwaders 231 in Bernburg an der Saale. Nach der Umbenennung wurde der Stab auf die Messerschmitt Bf 109 E umgerüstet. Am 26. August 1939 verlegte der Geschwaderstab nach Brandis, um hier mit der I. Gruppe den Schutz der Mitteldeutschen Industriereviere zu übernehmen. Er unterstand dem Luftverteidigungskommando Berlin und verlegte am 1. Oktober 1939 nach Münster-Handorf. Hier gab der Stab zur Zellteilung einen Teil seines Personals zur Aufstellung des Stabes des Jagdgeschwaders 27 ab. Anschließend verlegte der Stab im Oktober 1939 nach Zerbst, wo er wieder auf seine volle Stärke gebracht wurde. Am 2. November 1939 wurde dem Stab die I. / Jagdgeschwader 20 unterstellt und verblieb unter dessen Unterstellung bis zum 21. Februar 1940.

 

- - 1940 - -

Zu Beginn des Jahres 1940 lag die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 in Zerbst. Ausgerüstet war sie mit der Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3. Am 13. Januar 1940 wurde die Gruppe dem Stab des Jagdgeschwaders 77 unterstellt. Am gleichen Tag verlegte die Gruppe auf den Feldflugplatz Peppenhofen bei Remagen. In den folgenden Wochen wurden Sperrflüge entlang der Grenze zu Frankreich geflogen. Bis Mai 1940 folgten mehrere Verlegungen der Gruppe und einzelner Staffeln. Bis zum 6. Mai 1940 war die Gruppe mit Ausnahme der 3. Staffel in Bonn-Hangelar versammelt. Bis zum Beginn des Westfeldzuges hatte die Gruppe keine Luftsiege erzielt und keine Verluste durch Feindeinwirkung verloren. Ab dem 10. Mai 1940 nahm die Gruppe am Westfeldzug teil und flog Einsätze über der 4. Armee. Am 13. Mai flog die Gruppe Einsätze mit Schwerpunkt über dem Maas-Brückenkopf bei Dinant. Am 17. Mai wurde die Gruppe nach Philippeville vorgezogen, um dem Vormarsch des Heeres zu folgen. Die Einsätze verschoben sich immer weiter nach Westen und lagen nun über Valenciennes / Douai / Cambrai. Am 21. Mai wurde die Gruppe nach Cambrai-Niergnies vorgezogen. Es folgten in den nächsten Tagen weitere Verlegungen der Gruppe, immer der Erdlage folgend. Ende Mai flog die Gruppe Einsätze über Dünkirchen. Am 3. Juni beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Paula", der deutschen Luftoffensive gegen französische Flugplätze und Flugzeugfabriken im Großraum Paris. Am 4. Juni 1940 verlegte die Gruppe dann in Vorbereitung auf den Fall "Rot", die zweite Phase des Westfeldzuges, nach Berneuil, wo sie dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt wurde. Bereits am 11. Juni verlegte die Gruppe nach Brombos bei Merville und am 13. Juni nach Etrépagny sowie am 20. Juni nach Le Mans und am 23. Juni nach Gandvilliers zwischen Amiens und Beauvais. Am 24. Juni endete für die Gruppe der Frankreichfeldzug und sie wurde nach Wiesbaden verlegt, wo sie etwas Ruhe bekommen und aufgefrischt werden sollte. Während des Frankreichfeldzuges konnte die Gruppe 89 Luftsiege erringen. Die Verluste betrugen sechs Gefallene und einen Verwundeten sowie 14 zerstörte Flugzeuge.
Nach dem Westfeldzug wurde die Gruppe von Grandvilliers aus gegen britische Einflüge eingesetzt. Staffelweise wurde von der Gruppe auch der Flugplatz Dieppe genutzt. Am 1. August 1940 verlegte die gesamte Gruppe nach Colembert östlich von Boulogne. Ab dem 11. August wurden dann die ersten Einsätze gegen England geflogen, am 13. August folgte der sog. "Adlertag" und der verschärfte Luftkrieg gegen England. Am 20. September verlegte die Gruppe auf den Platz St. Omer-Wizernes, von wo aus ebenfalls Einsätze gegen England geflogen wurden. Ab dem 9. Oktober wurden von der Gruppe erstmals Jabo-Einsätze gegen England geflogen. Bis Jahresende hatte die Gruppe über England 51 Luftsiege errungen. Die eigenen Verluste beliefen sich auf zehn Gefallene und elf in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer. Außerdem gingen 32 Flugzeuge verloren.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Zerbst 1. Januar Zerbst 1. Januar Zerbst 1. Januar Zerbst
13. Januar Peppenhofen 13. Januar Peppenhofen 13. Januar Peppenhofen 13. Januar Peppenhofen
5. Februar Bonn-Hangelar 5. Februar Bonn-Hangelar 5. Februar Bonn-Hangelar 5. Februar Bonn-Hangelar
11. Mai Elsenborn 10. Februar Giessen 11. März Giessen 24. Februar Giessen
14. Mai Hargimont 25. Februar Bonn-Hangelar 4. April Frankfurt.-Rebstock 4. April Wiesbaden-Erbenheim
17. Mai Philippeville 10. Mai Peppenhoven 9. April Frankfurt Rhein-Main 10. Mai Dünstekoven
21. Mai Cambrai-Niergnies 11. Mai Elsenborn 25. April Bonn-Hangelar 11. Mai Elsenborn
23. Mai Cambrai-Süd 14. Mai Hargimont 10. Mai Vogelsang 14. Mai Hargimont
24. Mai Montecouvez 17. Mai Philippeville 11. Mai Elsenborn 17. Mai Philippeville
4. Juni Berneuil 21. Mai Cambrai-Niergnies 14. Mai Hargimont 21. Mai Cambrai-Niergnies
11. Juni Brombos 23. Mai Cambrai-Süd 17. Mai Philippeville 23. Mai Cambrai-Süd
13. Juni Etrépagny-les-Andelys 24. Mai Montecouvez 21. Mai Cambrai-Niergnies 24. Mai Montecouvez
16. Juni Merville 4. Juni Berneuil 23. Mai Cambrai-Süd 4. Juni Berneuil
20. Juni Le Mans 11. Juni Brombos 24. Mai Montecouvez 11. Juni Brombos
23. Juni Grandvilliers 13. Juni Etrépagny-les-Andelys 4. Juni Berneuil 13. Juni Etrépagny-les-Andelys
1. August Colembert 16. Juni Merville 11. Juni Brombos 16. Juni Merville
20. September St. Omer-Wizernes 20. Juni Le Mans 13. Juni Etrépagny-les-Andelys 20. Juni Le Mans
    23. Juni Grandvilliers 16. Juni Merville 23. Juni Grandvilliers
    1. August Colembert 20. Juni Le Mans 14. Juli Dieppe
    20. September St. Omer-Wizernes 23. Juni Grandvilliers 1. August Colembert
        6. Juli Dieppe 20. September St. Omer-Wizernes
        14. Juli Grandvillers    
        1. August Colembert    
        20. September St. Omer-Wizernes    

 

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 wurde am 1. Februar 1940 auf dem Fliegerhorst Zerbst aufgestellt. Im Zuge der Zellteilung entstand die Gruppe aus Teilen der I. / Jagdgeschwader 1 und der I. / Jagdgeschwader 21 sowie Teilen der Jagdgeschwader 2, der II. / Jagdgeschwader 26 und der I. / Lehrgeschwader 2. Im April 1940 erreichte die Gruppe ihre Sollstärke von 39 Flugzeugführern und den zugehörigen Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3. Aufgabe der Gruppe war nach Vollendung der Aufstellung der Jagdschutz über dem mitteldeutschen Industriegebiet. Am 19. Mai 1940 wurde die Gruppe dem Stab des Jagdgeschwaders 77 unterstellt und nach Frankreich verlegt. Die 5. Staffel verblieb in Zerbst, während der Rest der Gruppe nach Philippeville verlegte. Bereits am 21. Mai folgte die Verlegung der Gruppe auf den überfüllten Feldflugplatz Niergnies bei Cambrai, um dem deutschen Vormarsch zu folgen. Es folgten Einsätze im Raum Arras. Am 24. Mai verlegte die Gruppe dann nach Montecouvez-Süd, von wo aus sie Einsätze östlich der Linie Lillers / Arras flog. Hier stieß dann auch die 5. Staffel wieder zur Gruppe. Ab dem 29. Mai lag der Schwerpunkt der Einsätze dann über dem Raum Dünkirchen. Am 30. und am Vormittag des 31. Mai gab es wetterbedingt keine Einsätze der Gruppe. Am 3. Juni wurden dann die letzten Einsätze im Raum Dünkirchen geflogen. Am Nachmittag des gleichen Tages beteiligte sich die Gruppe dann am Unternehmen "Paula", der Luftoffensive gegen Ziele im Großraum Paris. Ab dem 4. Juni wurde die Gruppe in Vorbereitung auf die zweite Phase des Frankreichfeldzuges dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt und nach Valheureux verlegt. Nach Beginn der "Schlacht um Frankreich" verlegte die Gruppe dann am 13. Juni nach Doudeville nördlich von Rouen. Am 17. Juni folgte das Vorziehen auf den Feldflugplatz Escorpain bei Dreux und am 18. Juni nach Le Mans sowie am 23. Juni nach Brombas bei Grandvilliers. Hier erlebte die Gruppe am 25. Juni 1940 den Waffenstillstand. Während des Westfeldzuges konnte die Gruppe 46 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen fünf Gefallene, zwei in Gefangenschaft geratene Piloten, ein Verwundeter und 14 Flugzeuge.
Nach dem Westfeldzug wurde die Gruppe von Brombos aus gegen britische Einflüge eingesetzt. Am 7. August wurde die Gruppe nach Wierre-au-Bois verlegt, etwa 12 km südöstlich von Boulogne. Von hier aus flog die Gruppe Jagd- und Begleitschutzeinsätze gegen England. Ab dem 11. August wurden dann die ersten Einsätze gegen England geflogen, am 13. August folgte der sog. "Adlertag" und der verschärfte Luftkrieg gegen England. Am 23. September 1940 wurde die Gruppe nach Arques südöstlich von St. Omer verlegt. Auch von hier aus flog die Gruppe Einsätze gegen England. Ab Anfang Oktober 1940 wurde die 5. Staffel zu einer Jagdbomberstaffel umgerüstet und flog anschließend Jagdbombereinsätze gegen Ziele in England. Ab Dezember 1940 flog auch die 4. Staffel Jagdbombereinsätze. Bis zum Jahresende hatte die Gruppe am Kanal und über England 44 Luftsiege erzielt. Die Verluste betrugen neun Gefallene, sechs in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer sowie vier verwundete Flugzeugführer. Außerdem verlor die Gruppe 28 Flugzeuge.

Stab 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Februar Zerbst 1. Februar Zerbst 1. Februar Zerbst 1. Februar Zerbst
19. Mai Philippeville 19. Mai Philippeville 25. Mai Montecouvez-Süd 19. Mai Philippeville
23. Mai Cambrai 23. Mai Cambrai 4. Juni Valheureux 23. Mai Cambrai
24. Mai Montecouvez-Süd 24. Mai Montecouvez-Süd 13. Juni Doudeville 24. Mai Montecouvez-Süd
4. Juni Valheureux 4. Juni Valheureux 17. Juni Escorpain 4. Juni Valheureux
13. Juni Doudeville 13. Juni Etrépagny 18. Juni Le Mans 13. Juni Doudeville
17. Juni Escorpain 17. Juni Escorpain 23. Juni Brombos 17. Juni Escorpain
18. Juni Le Mans 18. Juni Le Mans 7. August Wierre-au-Bois 18. Juni Le Mans
23. Juni Brombos 23. Juni Brombos 23. September Arques 23. Juni Brombos
7. August Wierre-au-Bois 7. August Wierre-au-Bois     7. August Wierre-au-Bois
23. September Arques 23. September Arques     23. September Arques

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 wurde am 1. März 1940 auf dem Fliegerhorst Jena-Rödigen aufgestellt. Im Zuge der Zellteilung entstand die Gruppe aus Teilen der I. / Jagdgeschwader 77 und der II. / Jagdgeschwader 77 sowie Teilen der I. / Jagdgeschwader 26, der III. / Jagdgeschwader 26 und der Trägergruppe II. / 186. Bereits am 28. März 1940 wurde die Gruppe einsatzbereit gemeldet und verlegte mit ihren Messerschmitt Bf 109 E-1 und E-3 nach Detmold. Hier wurde sie dem Stab des Jagdgeschwaders 26 unterstellt und zum Schutz des Reichsgebietes eingesetzt. Bereits am 10. April 1940 folgte die nächste Verlegung, dieses mal nach Hopsten. Ab dem 10. Mai 1940 nahm die Gruppe am Westfeldzug teil und flog Einsätze über den Niederlanden und Belgien. Am 13. Mai wurde die Gruppe vorgezogen und verlegte nach Mönchengladbach. Am 18. Mai folgte die Verlegung nach St. Trond und am 22. Mai nach Gosslies bei Jumet. Nach Einsätzen über Lens / Boulogne / Arras verlegte die Gruppe am 25. Mai nach Maubeuge, um von hier aus über dem Raum Dünkirchen und Calais eingesetzt zu werden. Am 2. Juni wurde die Gruppe dann dem Stab des Jagdgeschwader 77 unterstellt und noch vor Beendigung der Kämpfe um Dünkirchen nach Valheureux-Ost verlegt. Ab dem 4. Juni unterstand die Gruppe dann dem Stab des Jagdgeschwaders 3. Ab dem 5. Juni nahm die Gruppe an der zweiten Phase des Westfeldzuges teil und verlegte nach ersten Einsätzen am 13. Juni nach Saussay-la-Champagne und am 18. Juni nach Brezolles. Bereits am 20. Juni verlegte die Gruppe nach Le Mans. Hier beendete die Gruppe schließlich den Westfeldzug. Sie hatte 46 Luftsiege errungen und dabei zwei Gefallene, vier in Gefangenschaft geratene und drei verwundete Piloten sowie 10 Flugzeuge verloren.
Nach dem Westfeldzug flog die Gruppe Einsätze zur Verteidigung der Kanalküste. Am 29. Juni verlegte die Gruppe von Le Mans nach Dieppe. Am 12. Juli verlegte die Gruppe nach Guines südlich von Calais. Hier wurde die Gruppe dem Stab des Jagdgeschwaders 51 unterstellt. Am 21. Juli 1940 wurde die Gruppe nach Dortmund in das Reichsgebiet zurück verlegt, wo sie kurzfristig aufgefrischt wurde. Teile der Gruppe wurden in Bönninghardt weiterverlegt. Gleichzeitig wurde die Gruppe wieder dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt. Während der Auftrag übernahm die Gruppe den Jagdschutz über dem westlichen Reichsgebiet. Bereits am 8. August wurde die Gruppe wieder nach Frankreich verlegt. Sie erhielt den Flugplatz Desvres, etwa 15 km südöstlich von Boulogne zugewiesen. Ab dem 12. August 1940 flog die Gruppe von hier aus Einsätze gegen England. Im Oktober 1940 wurde die 7. Staffel zu einer Jagdbomberstaffel umgerüstet und gegen England eingesetzt. Bis Jahresende konnte die Gruppe am Kanal und über England 67 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen neun Gefallene, acht in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer, sowie drei Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe 33 Flugzeuge.

Stab 7. Staffel 8. Staffel 9. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. März Jena-Rödigen 1. März Jena-Rödigen 1. März Jena-Rödigen 1. März Jena-Rödigen
28. März Detmold 28. März Detmold 28. März Detmold 28. März Detmold
10. April Hopsten 10. April Hopsten 10. April Hopsten 10. April Hopsten
12. Mai Wesel 12. Mai Wesel 12. Mai Wesel 12. Mai Wesel
13. Mai Mönchengladbach 13. Mai Mönchengladbach 13. Mai Mönchengladbach 13. Mai Mönchengladbach
18. Mai St. Trond 18. Mai St. Trond 18. Mai St. Trond 18. Mai St. Trond
22. Mai Charleroi-Gosslies 22. Mai Charleroi-Gosslies 22. Mai Charleroi-Gosslies 22. Mai Charleroi-Gosslies
25. Mai Maubeuge 25. Mai Maubeuge 25. Mai Maubeuge 25. Mai Maubeuge
2. Juni Valheureux-Ost 2. Juni Valheureux-Ost 2. Juni Valheureux-Ost 2. Juni Valheureux-Ost
13. Juni Saussay-la-Champagne 13. Juni Saussay-la-Champagne 13. Juni Saussay-la-Champagne 13. Juni Saussay-la-Champagne
17. Juni Brezolles 17. Juni Brezolles 17. Juni Brezolles 17. Juni Brezolles
20. Juni Le Mans 20. Juni Le Mans 20. Juni Le Mans 20. Juni Le Mans
24. Juni Poix 24. Juni Poix 24. Juni Poix 24. Juni Poix
26. Juni Utrecht 26. Juni Utrecht 26. Juni Utrecht 26. Juni Utrecht
28. Juni Baromesnil 28. Juni Baromesnil 28. Juni Baromesnil 28. Juni Baromesnil
2. Juli Guines 2. Juli Guines 2. Juli Guines 2. Juli Guines
21. Juli Dortmund 21. Juli Dortmund 21. Juli Dortmund 21. Juli Dortmund
8. August Desvres 8. August Desvres 8. August Desvres 8. August Desvres

 

Am 1. Oktober 1940 wurde in St. Omer-Wizernes eine Ergänzungsstaffel aufgestellt und dem Geschwaderstab unterstellt. Bei der Staffel wurden den jungen Flugzeugführern die im Fronteinsatz gemachten Erfahrungen weitergegeben. Im Dezember 1940 verlegte die Staffel nach St. Jean d'Angély.

 

Der Stab des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1940 in Zerbst, wo er für die Führung der in Mitteldeutschland liegenden Einsatzverbände zuständig war. Ihm unterstanden am 1. Januar 1940 neben der I. - III. / Jagdgeschwader 3 auch die I. / Jagdgeschwader 20. Anfang Februar 1940 wurde dann auch die II. / Jagdgeschwader 27 dem Stab unterstellt, sie blieb bis zum 19. April 1940. Während der ersten Phase des Westfeldzuges verblieb der Stab im Reichsgebiet. Erst am 4. Juni verlegte er nach Valheureux, wo er dem I. Fliegerkorps unterstellt wurde. Der Stab führte die drei Gruppen des Geschwaders ab dem 5. Juni während der zweiten Phase des Westfeldzuges. Bis zum Ende des Westfeldzuges konnte der Stab keine Luftsiege erringen, verlor aber eine Maschine und einen Piloten im Luftkampf. Am 1. August 1940 verlegte der Stab nach Colembert, um von hier aus gegen Großbritannien eingesetzt zu werden. Ihm unterstanden die drei Gruppen des Geschwaders. Noch im August 1940 verlegte der Stab nach Wierre-au-Bois und am Desvres. Während der Luftschlacht um England konnte der Stab bis Jahresende neun Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen ein Gefallener und ein in Gefangenschaft geratener Flugzeugführer.

 

- - 1941 - -

Zu Beginn des Jahres 1941 lag die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 in St. Omer-Wizernes an der Kanalküste. Sie unterstand dem Stab des Jagdgeschwaders 3 und war mit der Messerschmitt Bf 109 E-8 ausgerüstet. Aufgabe der Gruppe war der Schutz der Kanalküste gegen Einflüge britischer Verbände. Am 14. Februar 1941 begann die Ablösung der Gruppe durch die III. / Jagdgeschwader 51 und die Verlegung nach Mannheim-Sandhofen, wo die Gruppe aufgefrischt werden sollte. Bis zum 18. Februar war die Verlegung der Gruppe beendet. Während der Auffrischung wurde die Gruppe auf die Messerschmitt Bf 109 F umgerüstet. Am 5. Mai 1941 wurde die Gruppe wieder nach Frankreich auf den Platz St. Pol-Brias verlegt. Erneut erhielt die Gruppe den Auftrag, die Kanalküste gegen britische Einflüge zu sichern. Dazu kamen gelegentliche Jagdbomber-Einsätze gegen britische Fliegerhorste. Anfang Juni begann die Verlegung der Gruppe nach Osten. Am 5. Juni wurde der letzte Einsatz in Frankreich geflogen, dann verlegten auch die fliegenden Teile ab dem 9. Juni über St. Dizier, Böblingen und Straubing nach Breslau. Während des Jahres 1941 konnte die Gruppe im Westen neun Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen vier Gefallene, zwei Verwundete, einen Vermißten und einen in Gefangenschaft geratenen Flugzeugführer. Außerdem verlor die Gruppe neun Flugzeuge.
Nach kurzem Aufenthalt in Breslau verlegte die Gruppe am 18. Juni nach Zamosc-Dub, um von hier aus ab dem 22. Juni am Rußlandfeldzug teilzunehmen. Die Gruppe wurde über dem Südabschnitt der Ostfront eingesetzt. Zu Beginn wurden vor allem Tieffliegerangriffe gegen russische Flugplätze und Truppen sowie Jagdeinsätze geflogen. Nach dem Fortschreiten des deutschen Vormarsches wurde die Gruppe am 30. Juni nach Luzk vorgezogen. Von hier aus wurden vermehrt Jagdeinsätze zur Erringung der Luftherrschaft und zum Schutz der eigenen Truppenverbände geflogen. Am 9. Juli wurde die Gruppe nach Polonnoje vorgezogen, bereits am 20. Juli folgte die Verlegung nach Berditschew. Der Klarstand der Gruppe sank auf Grund der Vielzahl der Einsätze und der kurzen Einsatzpausen immer weiter ab. Am 24. Juli verlegte die 1. Staffel nach Belaja Zerkow. Die Staffel hatte noch eine Stärke von 4 (!) Maschinen. Am 28. Juli folgte die restliche Gruppe nach Belaja Zerkow. Am 30. Juli waren in der gesamten Gruppe noch sieben Maschinen einsatzbereit. Zu Beginn des August wurde die Gruppe hauptsächlich über dem Dnjepr-Gebiet eingesetzt. Ab dem 26. August nutzte die Gruppe den Feldflugplatz Gubin als vorgeschobenen Absprungplatz, kehrte aber bereits am 28. August nach Belaja Zerkow zurück. Am 2. September verlegten die Reste der Gruppe nach Alexandrija. Am 14. September endete der Einsatz im Osten für die Gruppe. Die technische Ausstattung sowie ein Teil des fliegenden und technischen Personals wurden an die beiden verbleibenden Gruppen des Geschwaders abgegeben. Am 16. September wurde die Gruppe mit dem LKW nach Zamosc und dann per Bahn nach Magdeburg verlegt, um hier komplett neu aufgestellt zu werden. Während ihrer Zeit im Osten konnte die Gruppe 274 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen neun Gefallene und sieben Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe 34 Flugzeuge. Weitere 21 Flugzeuge wurden mehr oder weniger stark beschädigt.
Am 1. Oktober 1941 wurde die Gruppe aus dem Unterstellungsverhältnis unter den Stab des Jagdgeschwaders 3 herausgelöst und als selbständige, ortsfeste Jagdgruppe geführt. Sie unterstand direkt dem JaFü Mitte unterstellt und wurde mit der Messerschmitt Bf 109 F-4 ausgerüstet.  Dabei unterstand die Gruppe ab dem 20. November dem II. Fliegerkorps. Die Umrüstung und Auffrischung der Gruppe dauerte bis zum 9. Dezember 1941. An diesem Tag wurde die Gruppe dem Luftwaffenbefehlshaber Mitte unterstellt. Am 12. Dezember verlegte die Gruppe nach Katwijk, die 2. Staffel nach Vlissingen. Hier wurde die Gruppe dem JaFü Holland unterstellt. Aufgabe der Gruppe war der Schutz er holländischen Küste und der Küstenschifffahrt sowie die Bekämpfung einfliegender feindlicher Verbände. Bis zum Jahresende konnte die Gruppe im Westen keine Erfolge erzielen, erlitt aber auch keinerlei Verluste.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar St. Omer-Wizernes 1. Januar St. Omer-Wizernes 1. Januar St. Omer-Wizernes 1. Januar St. Omer-Wizernes
16. Februar Mannheim-Sandhofen 16. Februar Mannheim-Sandhofen 16. Februar Mannheim-Sandhofen 16. Februar Mannheim-Sandhofen
5. Mai St. Pol-Brias 5. Mai St. Pol-Brias 5. Mai St. Pol-Brias 5. Mai St. Pol-Brias
9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau
18. Juni Zamosc-Dub 18. Juni Zamosc-Dub 18. Juni Zamosc-Dub 18. Juni Zamosc-Dub
30. Juni Luzk 30. Juni Luzk 30. Juni Luzk 30. Juni Luzk
9. Juli Polonnoje 9. Juli Polonnoje 9. Juli Polonnoje 9. Juli Polonnoje
20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew
28. Juli Belaja-Zerkow 24. Juli Belaja-Zerkow 28. Juli Belaja-Zerkow 28. Juli Belaja-Zerkow
2. September Alexandrija 2. September Alexandrija 2. September Alexandrija 2. September Alexandrija
1. Oktober Magdeburg-Ost 1. Oktober Magdeburg-Ost 1. Oktober Magdeburg-Ost 1. Oktober Magdeburg-Ost
13. Dezember Katwijk 13. Dezember Katwijk 13. Dezember Vlissingen 13. Dezember Katwijk

 

Zum Jahreswechsel 1940 / 1941 lag die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 in Arques an der Kanalküste. Sie war mit der Messerschmitt Bf 109 E-4 und E-7 ausgerüstet und unterstand dem Stab des Jagdgeschwaders 3. Der Auftrag der Gruppe lautete Jagdschutz der Kanalküste gegen britische Einflüge. Ab dem 16. Februar 1941 verlegte die Gruppe nach Darmstadt-Griesheim, wo sie aufgefrischt werden sollte. Ab Mitte April 1941 erhielt die Gruppe die Messerschmitt Bf 109 F-2 zugewiesen. Am 25. April 1941 rückte dann das Vorkommando wieder nach Frankreich ab, am 4. Mai 1941 folgte der fliegende Verband. Die Gruppe verlegte nach Monchy-Breton, wo die Gruppe wieder den Jagdschutz an der Kanalküste übernahm. Am 4. Juni 1941 flog die Gruppe im Westen ihren letzten Einsatz, dann wurde sie nach Polen verlegt. Während des Einsatzes im Westen konnte die Gruppe 1941 nur zwei Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen einen Gefallenen, zwei Verwundete und einen Vermißten sowie drei Flugzeuge. 
Am 9. Juni traf die Gruppe in Breslau-Gandau ein. Am 18. Juni wurde sie nach Hostynne vorgezogen, um von hier aus ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teilzunehmen. Die Gruppe wurde über dem Nordflügel des Südabschnitts der Ostfront eingesetzt. Zu Beginn wurden vor allem Tieffliegerangriffe gegen russische Flugplätze und Truppen sowie Jagdeinsätze geflogen. Bereits am 26. Juni wurde die Gruppe nach Wlodzimierz vorgezogen, um mit dem deutschen Vormarsch Schritt zu halten. Am 5. Juli folgte die Verlegung nach Dubno und am 10. Juli nach Miropol, 10 km östlich Polonnoje. Von hier aus flog die Gruppe Einsätze zum Schutz der deutschen Vormarschstraßen im Raum Shitomir / Kiew. Am 20. Juli mußte die Gruppe dann nach Berditschew vorgezogen werden, um die Vormarschstraßen von Berditschew nach Uman zu sichern. Am 23. Juli folgte die Verlegung nach Belaja-Zerkow, wo die Gruppe auf den Rest des Geschwaders stieß. Die bereits spürbar herabgesetzte Einsatzbereitschaft der Gruppe machte es möglich, auf dem Platz das gesamte Geschwader zu vereinen. Am 27. Juli gab die Gruppe die verbleibenden Flugzeuge an die I. Gruppe des Geschwaders ab, um auf die Messerschmitt Bf 109 F-4 umzurüsten. Hierzu wurden die Flugzeugführer am 28. Juli mit Junkers Ju 52 nach Krosno überführt, wo die neuen Maschinen empfangen wurden. Eine echte Umschulung fand nicht statt. Am 29. Juli wurde die gesamte Gruppe nach Belaja-Zerkow verlegt, um von hier aus Einsätze entlang des Dnjepr und um Kiew zu fliegen. Bereits am 7. August wurde die Gruppe dann nach Signajewka bei Schpola verlegt. Am 17. August folgte die Verlegung nach Kirowograd-Nord. Von hier aus flog die Gruppe zum Schutz der deutschen Panzerspitzen bei Dnjepropetrowsk. Am 20. August wurde die Gruppe nach Stschastliwaja südöstlich Alexandrija vorgezogen. Am 1. September verlegte die Gruppe nach Norden nach Mironowka, um von hier aus den Vormarsch der 17. Armee zu unterstützen. Nachdem von hier aus Einsätze im Raum Krementschug geflogen wurden, verlagerte sich das Einsatzgebiet ab dem 18. September in den Raum Poltawa. Am 30. September verlegte die Gruppe dann in den Mittelabschnitt der Ostfront über Konotop nach Sechtschinskaja, etwa 40 km südöstlich von Roslawl. Von hier aus sollte die Gruppe den geplanten deutschen Vormarsch auf Moskau unterstützen. Am 13. Oktober verlegte die Gruppe mit dem fliegenden Verband und einem kleineren technischen Kommando nach Tschaplinka bei Perekop. Die Verlegung wurde bis zum 16. Oktober abgeschlossen. Von hier aus unterstützte die Gruppe den deutschen Angriff auf die Krim. Am 31. Oktober flog die Gruppe ihren letzten Einsatz über der Krim. Sie gab ihre Maschinen an die III. / Jagdgeschwader 77 ab und verlegte ab dem 1. November zur Auffrischung nach Wiesbaden-Erbenheim. Während ihres Einsatzes in Rußland konnte die Gruppe 507 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen zehn Gefallene, drein in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer sowie neun Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe 27 Flugzeuge, weitere 21 wurden beschädigt.

Stab 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Arques 1. Januar Arques 1. Januar Arques 1. Januar Arques
20. Februar Darmstadt-Griesheim 20. Februar Darmstadt-Griesheim 20. Februar Darmstadt-Griesheim 20. Februar Darmstadt-Griesheim
4. Mai Monchy-Breton 4. Mai Monchy-Breton 4. Mai Monchy-Breton 4. Mai Monchy-Breton
9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau 9. Juni Breslau-Gandau
18. Juni Hostynne 18. Juni Hostynne 18. Juni Hostynne 18. Juni Hostynne
26. Juni Wlodzimierz 26. Juni Wlodzimierz 26. Juni Wlodzimierz 26. Juni Wlodzimierz
5. Juli Dubno 5. Juli Dubno 5. Juli Dubno 5. Juli Dubno
10. Juli Miropol 10. Juli Miropol 10. Juli Miropol 10. Juli Miropol
20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew 20. Juli Berditschew
23. Juli Belaja Zerkow 23. Juli Belaja Zerkow 23. Juli Belaja Zerkow 23. Juli Belaja Zerkow
7. August Signajewka 7. August Signajewka 7. August Signajewka 7. August Signajewka
17. August Kirowogrod-Nord 17. August Kirowogrod-Nord 17. August Kirowogrod-Nord 17. August Kirowogrod-Nord
20. August Stschastliwaja 20. August Stschastliwaja 20. August Stschastliwaja 20. August Stschastliwaja
1. September Mironowka 1. September Mironowka 1. September Mironowka 1. September Mironowka
15. September Krementschug 15. September Krementschug 15. September Krementschug 15. September Krementschug
1. Oktober Sechtschinskaja 1. Oktober Sechtschinskaja 1. Oktober Sechtschinskaja 1. Oktober Sechtschinskaja
16. Oktober Tschaplinka 16. Oktober Tschaplinka 16. Oktober Tschaplinka 16. Oktober Tschaplinka
1. November Wiesbaden-Erbenheim 1. November Wiesbaden-Erbenheim 1. November Wiesbaden-Erbenheim 1. November Wiesbaden-Erbenheim

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Jahresbeginn 1941 in Desvres an der Kanalküste. Sie unterstand dem Stab des Jagdgeschwaders 3 und war zum Küstenschutz an der Kanalküste eingesetzt. Am 16. Februar 1941 gab die Gruppe ihre Messerschmitts an das Jagdgeschwader 51 ab und verlegte anschließend nach Gütersloh, wo sie neu ausgerüstet und aufgefrischt wurde. Im April 1941 erhielt die Gruppe neue Messerschmitt Bf 109 F-2 zugewiesen. Am 3. Mai 1941 begann die Verlegung der Bodenteile auf den Feldflugplatz Auchy-au-Bois, etwa 5 km westlich von Lille. Am 5. Mai folgte der fliegende Teil der Gruppe. Wieder war der Auftrag der Gruppe der Schutz der Kanalküste gegen britische Einflüge. Am 7. Juni flog die Gruppe den letzten Einsatz im Westen. Nachdem die Bodenteile der Gruppe bereits am 2. Juni abgezogen worden waren, verlegte der fliegende Teil am 9. Juni gen Osten. Während des Jahres 1941 konnte die Gruppe 20 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen sechs Gefallene sowie zwei Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe neun Flugzeuge.
Am 9. Juni erreichte die Gruppe Breslau und verlegte nach kurzer Instandsetzung am 18. Juni über Krakau nach Moderowka. Von hier aus nahm die Gruppe ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teil. Die Gruppe wurde über dem Nordflügel des Südabschnitts der Ostfront eingesetzt. Zu Beginn wurden vor allem Tieffliegerangriffe gegen russische Flugplätze und Truppen sowie Jagdeinsätze geflogen. Am 23. Juni wurden die 7. und 8. Staffel mit einigen Technikern nach Dub vorgezogen. Am 26.Juni wurde die Gruppe nach Hostynne vorgezogen und hier wieder vereinigt. Am 29. Juni wurde die Gruppe dann nach Luzk verlegt. Die ständigen Einsätze hatten die Zahl der einsatzbereiten Maschinen um 40 % absinken lassen. Anfang Juli verlagerte sich das Einsatzgebiet der Gruppe in das Gebiet westlich von Berditschew. Am 9. Juli verlegte die Gruppe nach Polonnoje, etaw 80 km südwestlich von Shitomir. Von hier aus sicherte die Gruppe die deutschen Panzerspitzen im Raum Shitomir / Kiew. Bis zum 11. Juli war die Zahl der einsatzbereiten Maschinen auf sechs abgesunken. Am 21. Juli verlegte die Gruppe gemeinsam mit der I. / Jagdgeschwader 3 nach Belaja-Zerkow, etwa 50 km südlich von Fastow. Von hier aus flog die Gruppe Begleitschutzeinsätze für das Stuka-Geschwader 77. Anfang August gab die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 die verbleibenden Flugzeuge an die III. Gruppe ab, um in Deutschland aufgefrischt zu werden. Die III. Gruppe blieb weiterhin über Kiew im Einsatz. Ab dem 19. August nutzte die III. Gruppe den Feldflugplatz bei Kriwoi-Rog als Absprungplatz. Am 26. August verlegte die Gruppe dann nach Gubin. Am 28. August verlegte die Gruppe nach Uman, um von hier aus den Luftschutz von Hitlers Stabsquartier bei Winniza zu gewährleisten. Nach der Abreise Hitlers verlegte die Gruppe noch am gleichen Tag zurück nach Belaja-Zerkow. Am 30. August wurde der Feldflugplatz Belaja-Zerkow durch russische  Bomber angegriffen. Dabei wurde die Flugplatzwerft schwer getroffen, zehn Flugzeuge wurden zerstört, darunter vier der III. / Jagdgeschwader 3. Am 2. September wurde die Gruppe nach Alexandrija, etwa 50 km süd-südwestlich von Krementschug verlegt. Dabei hatte die Gruppe noch eine Stärke von zehn Maschinen. Von hier aus flog die Gruppe Einsätze zum Brückenschutz für die Dnjepr-Übergänge und freie Jagd im Raum östlich davon. Am 17. September wurde die Gruppe nach Pirogi, etwa 25 km nordnordöstlich von Krementschug vorgezogen. Am 27. September wurde die Gruppe rund 300 km nach Norden nach Konotop verlegt, um hier für den geplanten Angriff des Heeres auf Rußland bereit zu stehen. Mit Beginn des Heeres-Angriffs am 2. Oktober wurde die Gruppr nach Gluchow, etwa 70 km nordöstlich von Konotop verlegt. Bereits am 8. Oktober folgte die Verlegung nach Orel. Am 6. November endete dieser Einsatzabschnitt für die III. / Jagdgeschwader 3. Die verbleibenden Maschinen wurden an das Jagdgeschwader 51 abgegeben und die Gruppe verlegte zur Neuaufstellung bzw. Auffrischung per Bahn nach Mannheim-Sandhofen. Während des Jahres 1941 konnte die Gruppe im Osten 404 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen fünf Gefallene und einen in Gefangenschaft geratenen Flugzeugführer sowie fünf Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe 19 Flugzeuge, 24 wurden beschädigt.

Stab 7. Staffel 8. Staffel 9. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Desvres 1. Januar Desvres 1. Januar Desvres 1. Januar Desvres
16. Februar Gütersloh 16. Februar Gütersloh 16. Februar Gütersloh 16. Februar Gütersloh
5. Mai Lillers (Auchy-au-Bois) 5. Mai Lillers (Auchy-au-Bois) 5. Mai Lillers (Auchy-au-Bois) 5. Mai Lillers (Auchy-au-Bois)
9. Juni Breslau 9. Juni Breslau 9. Juni Breslau 9. Juni Breslau
18. Juni Moderowka 18. Juni Moderowka 18. Juni Moderowka 18. Juni Moderowka
26. Juni Luzk 23. Juni Dub 23. Juni Dub 26. Juni Luzk
2. Juli Hostynne 26. Juni Luzk 26. Juni Luzk 2. Juli Hostynne
6. Juli Polonnoje 2. Juli Hostynne 2. Juli Hostynne 6. Juli Polonnoje
22. Juli Belaja-Zerkow 6. Juli Polonnoje 6. Juli Polonnoje 22. Juli Belaja-Zerkow
2. September Alexandrija 22. Juli Belaja-Zerkow 22. Juli Belaja-Zerkow 2. September Alexandrija
17. September Pirogi 2. September Alexandrija 2. September Alexandrija 17. September Pirogi
22. September Konotop 17. September Pirogi 17. September Pirogi 22. September Konotop
2. Oktober Gluchow 22. September Konotop 22. September Konotop 2. Oktober Gluchow
4. Oktober Shewsk 2. Oktober Gluchow 2. Oktober Gluchow 4. Oktober Shewsk
8. Oktober Orel 4. Oktober Shewsk 4. Oktober Shewsk 8. Oktober Orel
November Mannheim-Sandhofen 8. Oktober Orel 8. Oktober Orel November Mannheim-Sandhofen
    November Mannheim-Sandhofen November Mannheim-Sandhofen    

 

Die Ergänzungsstaffel des Jagdgeschwaders 3 lag zu Jahresbeginn 1941 in St. Jean d'Angély / Fontenay. Im Februar 1941 wurde in Brombos eine neue selbständige Staffel, die 10. / Jagdgeschwader 3, aufgestellt. Der Auftrag der neuen Staffel bestand vornehmlich im Objektschutz für den Befehlszug des OKL bei Marseille-en-Beauvais und die Endausbildung der zugewiesenen Flugzeugführer. Anfang April 1941 wurden diese beiden Staffel zur Ergänzungsgruppe des Jagdgeschwaders 3 zusammengefügt. Dabei wurde die ehemalige 10. Staffel zur 1. (Einsatz) Staffel der Gruppe und die ehemalige Ergänzungsstaffel zur 2. (Schul-) Staffel der Ergänzungsgruppe. Mitte April 1941 wurde die Gruppe nach Krakau verlegt. Hier wurde auch der Stab der Gruppe aufgestellt. Im Juli 1941 wurde die Gruppe nach Holland verlegt, um hier im Schiffsgeleitdienst eingesetzt zu werden. Stab und 2. Staffel kamen nach Amsterdam-Schiphol, die 1. Staffel nach Bergen-aan-Zee. Hier unterstand die Gruppe direkt dem Luftgaukommando Holland, ab August dem Stab des Nachtjagdgeschwaders 1. Ende August / Anfang September verlegte die Gruppe nach Esbjerg in Dänemark. Ab September wurde ein Schwarm der 1. Staffel auf den Flugplatz Rom an der Nordspitze Jütlands verlegt, wo sie bis Ende Dezember verblieb. Am 29. Dezember schied die 1. Staffel aus der Gruppe aus und wurde zur 7. / Jagdgeschwader 5.

Stab 10. Staffel bzw. 1. (Einsatz-) Staffel Ergänzungsstaffel bzw. 2. (Schul-) Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
April Krakau Februar Brombos 1. Januar St. Jean d'Angély
Juli Amsterdam-Schiphol April Krakau April Krakau
29. August Esbjerg Juli Bergen-aan-Zee Juli Amsterdam-Schiphol
    8. September Esbjerg 29. August Esbjerg

 

Zu Beginn des Jahres 1941 lag der Stab des Jagdgeschwaders 3 in Desvres. Er unterstand dem JaFü 2 und führte die drei Gruppen des Jagdgeschwaders 3 bei ihren Einsätzen über Großbritannien. Am 16. Februar 1941 wurde der Stab aus dem Einsatz gezogen und zur Auffrischung nach Mannheim-Sandhofen verlegt. Bis zu diesem Tag hatte der Stab im Jahr 1941 weder Erfolge erringen können, noch Verluste erlitten. In Mannheim-Sandhofen wurde die Gruppe auf die Messerschmitt Bf 109 F-2 umgerüstet. Am 4. Mai 1941 verlegte der Stab dann zum erneuten Einsatz am Kanal nach St. Pol-Brias, von wo aus bis zum 8. Juni 1941 Einsätze gegen Groß-Britannien geflogen wurden. Wieder gab es weder Erfolge noch Verluste beim Stab. 
Im Anschluß verlegte der Stab nach Breslau, um hier für den Osteinsatz bereit zu stehen. Am 18. Juni wurde der Stab nach Hostynne vorgezogen, von wo aus er ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teilnahm. Der Stab führte dabei die drei Gruppen des eigenen Geschwaders und unterstand dem V. Fliegerkorps im Verband der Luftflotte 4. Einsatzgebiet des Geschwaders war der Frontbereich der Heeresgruppe Süd. Ab dem 25. Juni wurde dem Stab die I. (J.) / Lehrgeschwader 2 dem Stab unterstellt, schied aber am 29. Juni bereits wieder aus. Um dem deutschen Vormarsch zu folgen, verlegte der Stab am 30. Juni nach Luzk, am 9. Juli nach Polonnoje, am 17. Juli nach Berditschew und am 28. Juli nach Belaja-Zerkow-Süd. Am 1. August wurde dem Stab die III. / Jagdgeschwader 52 dem Stab unterstellt. Somit führte der Stab an diesem Tag die I. - III. / Jagdgeschwader 3 sowie die III. / Jagdgeschwader 52. Nach der Verlegung nach Alexandrija am 2. September 1941 und nach Pirogi am 16. September schied die I. / Jagdgeschwader 3 am 16. September aus dem Unterstellungsverhältnis aus. Bereits am 12. September war die III. / Jagdgeschwader 52 ausgeschieden. Der Stab schied am 27. September aus dem Unterstellungsverhältnis unter das V. Fliegerkorps aus und verlege nach Konotop im Mittelabschnitt der Ostfront. Hier wurde der Stab dem II. Fliegerkorps unterstellt. Er führte jetzt noch die II. und III. / Jagdgeschwader 3.  Am 1. Oktober folgte die Verlegung nach Sechtschinskaja, am 4. Oktober nach Schatalowka und am 11. Oktober nach Juchnow. Am 16. Oktober schied auch die II. / Jagdgeschwader 3 aus dem Unterstellungsverhältnis aus. Nach der Verlegung nach Malojaroslawez am 24. Oktober wurde der Stab am 8. November 1941 aus dem Einsatz gezogen und zur Auffrischung nach Wiesbaden-Erbenheim verlegt. Während ihres Einsatzes im Osten konnte der Stab 106 Luftsiege erringen, davon die meisten durch den Kommodore, Oberstleutnant Günther Lützow. Die eigenen Verluste betrugen zwei Gefallene, zwei Verwundete und drei Flugzeuge.

 

- - 1942 - -

Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1942 in Katwijk und Vlissingen. Am 15. Januar wurde die Gruppe in die II. / Jagdgeschwader 1 umbenannt.

Bereits im Januar 1942 erging der Befehl zur Aufstellung einer neuen I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3. Grundstock der neuen Gruppe wurde die Ergänzungsgruppe des Jagdgeschwaders 3. In Wiesbaden-Erbenheim wurde daraufhin mit der Aufstellung der neuen Gruppe begonnen, wobei die 2. und 3. Staffel aus den Einsatzstaffeln der Jagdgeschwader 53, Jagdgeschwader 54 und Jagdgeschwader 77 aufgestellt wurden. Am 20. April 1942 begann dann die Verlegung der mit Messerschmitt Bf 109 E und F ausgerüsteten Gruppe an die Ostfront. Über Straubing und Wien-Aspern erreichte die Gruppe bis zum 26. April den Flugplatz Charkow-Süd. Hier wurde sie dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt. Bis zum 2. Mai erreichten auch die Bodenteile Charkow-Süd. Bereits am 6. Mai verlegte die Gruppe nach Zürichtal, einem Feldflugplatz etwa 15 km nordwestlich von Stary Krim auf der Halbinsel Krim. Nach dem deutschen Durchbruch durch die Parpatsch-Enge verlegte die Gruppe am 14. Mai nach Tschugujew, wo sie wieder mit ihren Bodenteilen zusammen traf. Am 27. Mai verlegte die Gruppe nach Charkow Rogan-Ost, von wo aus die Gruppe im Raum östlich und südlich Charkow im Einsatz war. Am 23. Juni verlegte die Gruppe dann nach Schtschigry, einem Platz, der zeitweise unter russischem Artilleriefeuer lag. Um dem deutschen Vormarsch im Zuge der deutschen Sommeroffensive zu folgen, verlegte die Gruppe am 4. Juli nach Gorstschetnoje etwa 80 km südwestlich von Woronesh, um von hier aus über dem Raum Woronesh eingesetzt zu werden.. Am 15. Juli verlegte die Gruppe nach Millerowo und am 18. Juli nach Morosowskaja sowie am 22. Juli nach Frolow. Von hier aus flog die Gruppe Einsätze über der 6. Armee im Raum Kalatsch. Nach dem Durchbruch der 6. Armee durch die russischen Stellungen bei Kalatsch wurde die Gruppe am 10. August nach Tusow verlegt, um von hier aus dem Vormarsch der 6. Armee zu folgen. Am 7. September wurde die Gruppe aus dem Einsatz gezogen und nach Nowotscherkassk verlegt. Vorher gab sie die verbleibenden Messerschmitt Bf 109 F an die III. / Jagdgeschwader 3 ab, um in Nowotscherkassk auf die Messerschmitt Bf 109 G-2 umzurüsten. Ab dem 24. September wurde die umgerüstete Gruppe dann nach Pitomnik, rund 20 km westlich von Stalingrad verlegt. Erneut wurde die Gruppe wieder über dem Raum Stalingrad eingesetzt. Nach Beginn der russischen Winteroffensive am 19. November, die zur Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad führte, wurde die Gruppe am 28. November nach Morosowskaja-West außerhalb des Kessels verlegt. Von hier aus flog die Gruppe freie Jagd sowie Begleitschutzeinsätze für die nach Stalingrad fliegenden Transportverbände. Aufgrund des russischen Vormarsches mußte dieser Platz am 23. Dezember geräumt werden und die Gruppe verlegte nach Morosowskaja-Süd Während des Jahres 1942 konnte die Gruppe an der Ostfront 657 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste an fliegendem Personal betrugen 23 Gefallene, vier in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer sowie zehn Verwundete und 49 Flugzeuge.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Katwijk 1. Januar Katwijk 1. Januar Vlissingen 1. Januar Katwijk
               
6. Januar Wiesbaden-Erbenheim 6. Januar Wiesbaden-Erbenheim 6. Januar Wiesbaden-Erbenheim 6. Januar Wiesbaden-Erbenheim
26. April Charkow 26. April Charkow 26. April Charkow 26. April Charkow
6. Mai Zürichtal 6. Mai Zürichtal 6. Mai Zürichtal 6. Mai Zürichtal
14. Mai Tschugujew 14. Mai Tschugujew 14. Mai Tschugujew 14. Mai Tschugujew
27. Mai Charkow Rogan-Ost 27. Mai Charkow Rogan-Ost 27. Mai Charkow Rogan-Ost 27. Mai Charkow Rogan-Ost
23. Juni Schtschigry 23. Juni Schtschigry 23. Juni Schtschigry 23. Juni Schtschigry
4. Juli Gorstschetnoje 4. Juli Gorstschetnoje 4. Juli Gorstschetnoje 4. Juli Gorstschetnoje
15. Juli Millerowo 15. Juli Millerowo 15. Juli Millerowo 15. Juli Millerowo
18. Juli Morosowskaja 18. Juli Morosowskaja 18. Juli Morosowskaja 18. Juli Morosowskaja
22. Juli Frolow 22. Juli Frolow 22. Juli Frolow 22. Juli Frolow
10. August Tusow 10. August Tusow 10. August Tusow 10. August Tusow
7. September Nowotscherkassk 7. September Nowotscherkassk 7. September Nowotscherkassk 7. September Nowotscherkassk
24. September Pitomnik 24. September Pitomnik 24. September Pitomnik 24. September Pitomnik
28. November Morosowskaja-Ost 28. November Morosowskaja-Ost 28. November Morosowskaja-Ost 28. November Morosowskaja-Ost
23. Dezember Morosowskaja-Süd 23. Dezember Morosowskaja-Süd 23. Dezember Morosowskaja-Süd 23. Dezember Morosowskaja-Süd

 

Zu Beginn des Jahres 1942 lag die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 zur Auffrischung in Wiesbaden-Erbenheim. Hier wurde ihr ein voller Bestand an Messerschmitt Bf 109 F-4 trop zugewiesen, da die Gruppe nach erfolgter Auffrischung im Mittelmeerraum eingesetzt werden sollte. Am 7. Januar 1942 verließ die Gruppe Wiesbaden und verlegte bis zum 10. Januar nach Bari. Hier wurden die Flugzeuge für den Wüsteneinsatz hergerichtet. Am 18. Januar verlegte die 4. Staffel nach Comiso auf Sizilien und am Folgetag nach Sciacca im Südwesten Siziliens. Der Rest der Gruppe folgte am 24. Januar. Von hier aus flog die Gruppe Einsätze zur freien Jagd und zum Begleitschutz über Malta. Da der Rest des Geschwaders nicht im Mittelmeerraum eingesetzt wurde, wurde die Gruppe am 18. Januar dem Stab des Jagdgeschwaders 53 unterstellt. Am 22. Februar verlegte die Gruppe nach San Pietro 15 km nordwestlich von Comiso, um näher an an Malta heranzukommen. Am 7. April 1942 wurde dann die 6. Staffel nach Martuba in Nordafrika verlegt, um von hier aus über dem afrikanischen Festland eingesetzt zu werden. Am 26. April kehrte die Staffel nach Sizilien zurück. Am gleichen Tag endete auch der Einsatz der gesamten Gruppe im Mittelmeerraum. Die Gruppe verlegte über Wiener Neustadt nach Pilsen. Während ihres Einsatzes im Mittelmeerraum konnte die Gruppe fünf Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen drei Gefallene, sechs Verwundete sowie drei in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer und 16 Flugzeuge.
Am 27. April erreichte die Gruppe Pilsen, wo sie kurzfristig aufgefrischt wurde. Ausgerüstet wurde die Gruppe mit der Messerschmitt Bf 109 F-4. Am 18. Mai begann die Verlegung der Gruppe an die Ostfront. Ab dem 19. Mai trafen die fliegenden Teile in Tschugujew im Südabschnitt der Ostfront ein. Hier wurde sie dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt. Einsatzgebiet war der Raum um Charkow. Nach dem Durchbruch der 11. Armee auf die Halbinsel Krim verlegte die Gruppe am 24. Juni nach Schtschigry, etwa 50 km östlich von Kursk. Um dem deutschen Vormarsch im Rahmen der deutschen Sommeroffensive verlegte die Gruppe am 4. Juli nach Gorstschetnoje, 80 km südwestlich von Woronesh, um von hier aus über dem Raum Woronesch eingesetzt zu werden. Am 10. Juli folgte die Verlegung Marijewka, rund 30 km nordwestlich von Rossosch und am 14. Juli nach Millerowo. Von hier aus unterstützte die Gruppe den Vormarsch des Heeres. Bereits am 21. Juli wurde die Gruppe erneut vorgezogen und verlegte nach Nowy-Cholan, um von hier aus den Schutz der Don-Übergänge zu gewährleisten. Am 27. Juli verlegte die Gruppe nach Frolow, 100 km nordwestlich von Stalingrad. Von Frolow aus unterstützte die Gruppe den Einsatz des Heeres im Raum Kalatsch. Am 10. August wurde die Gruppe nach Tusow vorgezogen, von wo aus die Gruppe über dem Raum Stalingrad eingesetzt wurde. Am 23. August wurde die Gruppe aus dem Einsatz gezogen, um in der Heimat aufgefrischt zu werden. Die Gruppe gab die verbleibenden 22 Maschinen an die beiden anderen Gruppen des Geschwaders ab und die Gruppe verlegte mit Transport-Ju 52 nach Königsberg-Neuhausen. Dort wurden 41 neue Messerschmitt Bf 109 G-2 übernommen. Ab dem 9. September folgte dann die Rückverlegung an die Ostfront. Die Gruppe verlegte nach Dedjurewo bei Smolensk, wo sie bis zum 12. September eintraf und wo sie dem Luftwaffenkommando Ost unterstellt wurde. Der neue Einsatzraum lag zwischen Rshew bis Wjasma. Am 27. September verlegte die Gruppe nach Solzy, 40 km westlich des Ilmensees. Am 25. November verlegte die Gruppe dann nach Smolensk. Nach der Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad folgte am 7. Dezember der Befehl, umgehend in den Raum Stalingrad zu verlegen. Am 8. Dezember begann dann die Verlegung und bis zum 12. Dezember erreichte die Gruppe Morosowskaja, wo sie wieder dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt wurde. Auftrag der Gruppe war der Jagdschutz der Transportflugzeuge in und aus dem Kessel. Am 23. Dezember mußte die Gruppe auf den Platz Morosowskaja-Süd ausweichen. Während ihres Einsatzes im Osten konnte die Gruppe im Jahr 1942 658 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen neun Gefallene und neun Verwundete sowie 37 Flugzeuge.

Stab 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Wiesbaden-Erbenheim 1. Januar Wiesbaden-Erbenheim 1. Januar Wiesbaden-Erbenheim 1. Januar Wiesbaden-Erbenheim
10. Januar Bari 10. Januar Bari 10. Januar Bari 10. Januar Bari
18. Januar Comiso 18. Januar Comiso 18. Januar Comiso 18. Januar Comiso
19. Januar Sciacca 19. Januar Sciacca 19. Januar Sciacca 19. Januar Sciacca
22. Februar San Pietro 22. Februar San Pietro 22. Februar San Pietro 22. Februar San Pietro
26. April Verlegung 26. April Verlegung 26. April Verlegung 7. April Martuba
27. April Pilsen 27. April Pilsen 27. April Pilsen 26. April Verlegung
19. Mai Tschugujew 19. Mai Tschugujew 19. Mai Tschugujew 27. April Pilsen
24. Juni Schtschigry 24. Juni Schtschigry 24. Juni Schtschigry 19. Mai Tschugujew
4. Juli Gorstschetnoje 4. Juli Gorstschetnoje 4. Juli Gorstschetnoje 24. Juni Schtschigry
10. Juli Marijewka 10. Juli Marijewka 10. Juli Marijewka 4. Juli Gorstschetnoje
15. Juli Millerowo 15. Juli Millerowo 15. Juli Millerowo 10. Juli Marijewka
21. Juli Nowy Cholan 21. Juli Nowy Cholan 21. Juli Nowy Cholan 15. Juli Millerowo
27. Juli Frolow 27. Juli Frolow 27. Juli Frolow 21. Juli Nowy Cholan
11. August Tusow 11. August Tusow 11. August Tusow 27. Juli Frolow
12. September Dedjurewo 12. September Dedjurewo 12. September Dedjurewo 11. August Tusow
27. September Solzy 27. September Solzy 27. September Solzy 12. September Dedjurewo
25. November Smolensk 25. November Smolensk 25. November Smolensk 27. September Solzy
12. Dezember Morosowskaja 12. Dezember Morosowskaja 12. Dezember Morosowskaja 25. November Smolensk
23. Dezember Morosowskaja-Süd 23. Dezember Morosowskaja-Süd 23. Dezember Morosowskaja-Süd 12. Dezember Morosowskaja
            23. Dezember Morosowskaja-Süd

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1942 zur Auffrischung und Umrüstung auf die Messerschmitt Bf 109 F-4 trop in Mannheim-Sandhofen. Ab dem 13. Januar 1942 verlegte die Gruppe mit der Bahn nach Bari. Hier wurden die Flugzeuge wieder zusammen gesetzt und anschließend sollte die Gruppe auf dem Luftweg weiter nach Sciacca auf Sizilien verlegen, von wo aus sie gegen die Inselfestung Malta eingesetzt werden sollte. Am 26. Januar erhielt die Gruppe in Bari jedoch den Befehl, die Flugzeuge an die II. / Jagdgeschwader 3 abzugeben und nach Jesau zu verlegen. Hier wurde ein Bestand von 40 Messerschmitt Bf 109 F-4/Z übernommen, bevor die Verlegung an die Ostfront folgte. Die Gruppe verlegte am 10. Februar 1942 nach Solzy, etwa 40 km westlich des Ilmensees, das Bodenpersonal folgte bis zum 13. Februar per LKW-Marsch. Die Gruppe wurde dem I. Fliegerkorps unterstellt und wurde zur Abwehr der russischen Winteroffensive im Bereich der Heeresgruppe Nord eingesetzt. Außerdem flog die Gruppe Begleitschutzeinsätze für die Transportflugzeuge in den Kessel von Demjansk und Cholm. Im März 1942 unterstützte die Gruppe die deutsche Offensive zur Einkesselung der am Wolchow durchgebrochenen 2. Stossarmee und dem deutschen Angriff zum Entsatz des Kessels von Demjansk. Am 14. April endete für die Gruppe der Einsatz an der Ostfront. Sie verlegte nach Wiesbaden-Erbenheim, wo sie aufgefrischt werden sollte. Die fliegenden Teile der Gruppe verlegten über Pleskau und Riga nach Jesau, wo die verbleibenden Maschinen an andere Verbände abgegeben wurden. Anschließend ging es Ende April weiter nach Wiesbaden-Erbenheim, wo gleichzeitig auch die Bodenteile der Gruppe eintrafen. Während ihres Einsatzes im Osten konnte die Gruppe 173 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen fünf Gefallene und zehn Flugzeuge. In Wiesbaden-Erbenheim wurde die Gruppe mit 32 neuen Messerschmitt Bf 109 F-4 ausgerüstet. Ab dem 13. Mai verlegte die Gruppe wieder an die Ostfront. Bis zum 18. Mai traf die Gruppe in Tschugujew südlich von Charkow ein. Die Gruppe wurde über dem Raum Charkow eingesetzt. Am 31. Mai wurde der Stab mit der 7. Staffel nach Oktoberfeld nordöstlich von Saki auf der Krim verlegt, während die anderen beiden Staffeln in Tschugujew zurück blieben. Am 24. Juni wurde die Gruppe in Schtschigry wieder vereint und anschließend im Raum östlich von Kursk eingesetzt. Im Zuge des deutschen Vormarsches verlegte die Gruppe am 4. Juli nach Gorstschetnoje, am 10. Juli nach Marijewka, am 15. Juli nach Marijewka, am 20. Juli nach Millerowo, am 27. Juli nach Nowy Cholan und am 10. August nach Frolow. Von Frolow aus flog die Gruppe Einsätze über dem Raum Kalatsch und südlich von Stalingrad. Um den weiteren Vorstoß der 6. Armee nach Stalingrad zu unterstützen, verlegte die Gruppe am 10. September nach Pitomnik. Hier verblieb die Gruppe in den folgenden Wochen und flog Einsätze über dem Raum Stalingrad. Nach Beginn der russischen Winteroffensive am 19. November, die zur Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad führte, wurde die Gruppe am 28. November nach Morosowskaja-West außerhalb des Kessels verlegt. Von hier aus flog die Gruppe freie Jagd sowie Begleitschutzeinsätze für die nach Stalingrad fliegenden Transportverbände. Aufgrund des russischen Vormarsches mußte dieser Platz am 23. Dezember geräumt werden und die Gruppe verlegte nach Morosowskaja-Süd Während des Jahres 1942 konnte die Gruppe an der Ostfront 811 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen an fliegendem Personal 21 Gefallene, vier in Gefangenschaft geratene Flugzeugführer, zwölf Verwundete und 55 Flugzeuge.

Stab 7. Staffel 8. Staffel 9. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Mannheim-Sandhofen 1. Januar Mannheim-Sandhofen 1. Januar Mannheim-Sandhofen 1. Januar Mannheim-Sandhofen
7. Januar Verlegung 7. Januar Verlegung 7. Januar Verlegung 7. Januar Verlegung
10. Januar Bari 10. Januar Bari 10. Januar Bari 10. Januar Bari
26. Januar Verlegung 26. Januar Verlegung 26. Januar Verlegung 26. Januar Verlegung
29. Januar Jesau 29. Januar Jesau 29. Januar Jesau 29. Januar Jesau
10. Februar Solzy 10. Februar Solzy 10. Februar Solzy 10. Februar Solzy
14. April Verlegung 14. April Verlegung 14. April Verlegung 14. April Verlegung
18. April Wiesbaden-Erbenheim 18. April Wiesbaden-Erbenheim 18. April Wiesbaden-Erbenheim 18. April Wiesbaden-Erbenheim

 

Zu Beginn des Jahres 1942 lag die Ergänzungsgruppe des Jagdgeschwaders 3 mit ihrem Stab und der 2. (Schul-) Staffel in Esbjerg. Nach dem Ausscheiden der 1. (Einsatz-) Staffel wurde im Januar 1942 in Esbjerg mit der Aufstellung einer neuen 1. (Einsatz-) Staffel begonnen. Am 20. Januar 1942 wurde die Gruppe aufgelöst. Der Stab wurde zum Stab der I. / Jagdgeschwader 3, die 1. (Einsatz-) Staffel wurde zur 1. / Jagdgeschwader 3. Die 2. (Schul-) Staffel wurde zur 1. / Ergänzungsgruppe Süd.

Stab 10. Staffel bzw. 1. (Einsatz-) Staffel Ergänzungsstaffel bzw. 2. (Schul-) Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Esbjerg Januar Esbjerg 1. Januar Esbjerg

 

Anfang Dezember wurde aus allen drei Gruppen des Geschwaders eine "Platzschutzstaffel" für den Flugplatz Pitomnik im Kessel von Stalingrad gebildet. Diese hatte den Auftrag, den Luftraum über dem Platz Pitomnik freizukämpfen und so das Landen der deutschen Transportverbände zu ermöglichen. Das Bodenpersonal kam hauptsächlich von der I. und II. Gruppe des Geschwaders. Die schlechten technischen Voraussetzungen, Ersatzteilmangel sowie russische Luftangriffe sorgten jedoch dafür, dass meist nur eine Hand voll Flugzeuge eingesetzt werden konnte.

 

Der Stab des Jagdgeschwaders 3 lag zu Jahresbeginn 1942 in Wiesbaden-Erbenheim, um hier aufgefrischt und für den Einsatz im Mittelmeer auf die Messerschmitt Bf 109 F-4 trop umgerüstet zu werden. Im Januar 1942 wurde der Geschwaderstab nach Bari verlegt. Der Einsatz des Jagdgeschwaders 3 in Afrika wurde jedoch abgebrochen und der Stab kehrte im Februar 1942 nach Wiesbaden-Erbenheim zurück. Mitte Mai 1942 begann die Verlegung des Stabes an die Ostfront. Am 19. Mai erreichte der Stab über Charkow-Rogan den Flugplatz Tschugujew im Südabschnitt der Ostfront. Hier wurde der Stab unter das VIII. Fliegerkorps unterstellt. Ihm unterstanden die I. - III. / Jagdgeschwader 53. Am 28. Mai verlegte der Geschwaderstab nach Charkow Rogan-Ost und am 26. Juni nach Schtschigry. Hier sammelte sich das Geschwader in Vorbereitung auf die bevorstehende Sommeroffensive der Heeresgruppe Süd. Im Zuge des deutschen Vormarsches verlegte der Stab am 4. Juli nach Gorstschetnoje, am 12. Juli nach Olchowatka, am 16. Juli nach Millerowo-Nord, am 22. Juli nach Nowy-Cholan, am 28. Juli nach Frolow und am 10. August nach Tusow. Seit dem 31. Juli unterstand die I. / Jagdgeschwader 53 dem Geschwaderstab. Am 11. August wurde Hauptmann Wolf-Dietrich Wilcke neuer Kommodore des Geschwaders. Am 23. September verlegte der Geschwaderstab nach Pitomnik, um von hier aus über dem Raum Stalingrad eingesetzt zu werden. Gleichzeitig wurde dem Stab die I. / Jagdgeschwader 52 dem Geschwaderstab unterstellt. Am 27. September schied die I. / Jagdgeschwader 53 aus dem Unterstellungsverhältnis aus. Nach Beginn der russischen Winteroffensive am 19. November, die zur Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad führte, wurde der Geschwaderstab am 25. November nach Morosowskaja-West außerhalb des Kessels verlegt. Aufgrund des russischen Vormarsches mußte dieser Platz am 23. Dezember geräumt werden und der Geschwaderstab verlegte nach Morosowskaja-Süd. Während des Jahres 1942 konnte der Geschwaderstab an der Ostfront 161 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen zwei Gefallene und einen in Gefangenschaft geratenen Flugzeugführer sowie fünf Flugzeuge.

 

- - 1943 - -

Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1943 in Morosowskaja-Süd. Sie unterstand dem Stab des Jagdgeschwaders 3 und war mit der Messerschmitt Bf 109 G-2 ausgerüstet. Am 3. Januar mußte auch der Platz Morosowskaja-Süd aufgegeben werden. Während fünf unklare Flugzeuge auf dem Platz gesprengt werden mußten, verlegte die Gruppe nach Tazinskaja und am 7. Januar nach Schachty-Nord. Hier wurden die Reste der Gruppe versammelt, um ab dem 20. Januar zur Neuausrüstung in die Heimat zu verlegen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Gruppe im Osten nochmals 29 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen fünf Gefallene und einen Verwundeten sowie zehn Flugzeuge. Über Rowenkij, wo die Gruppe einen Zwischenstopp einlegte, erreichte diese am 10. März Döberitz, wo sie gründlich aufgefrischt und neu ausgerüstet wurde. Hierzu wurden der Gruppe fabrikneue Messerschmitt Bf 109 G-4 zugewiesen. Am 25. März verlegte die Gruppe ohne die 3. Staffel nach Mönchengladbach, während die 3. Staffel nach Brandenburg-Briest verlegte. Die Gruppe wurde dann ab Mai zur Reichsluftverteidigung eingesetzt. Ab diesem Monat wurden der Gruppe die ersten Messerschmitt Bf 109 G-6 zugewiesen. Am 22. Juni kam es dann zum ersten größeren Abwehreinsatz der Gruppe. Nach einem schweren alliierten Bombenangriff auf den Flugplatz Mönchengladbach am 30. August verlegte die Gruppe am 31. August nach Bönninghardt. Am 21. Oktober wurde die Gruppe aus dem Einsatz gezogen, um nach Vendeville bei Lille zu Verlegen. Die Bodenteile folgten am 25. Oktober. Während ihres Einsatzes in der Reichsluftverteidigung konnte die Gruppe 1943 20 Luftsiege erringen, davon 17 viermotorige Bomber. Die eigenen Verluste betrugen zwölf Gefallene, fünf Verwundete sowie 25 Flugzeuge.
Von Vendeville aus wurde die Gruppe zum Schutz des nordfranzösischen Luftraumes eingesetzt und verblieb hier bis Jahresende.
 

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Morosowskaja-Süd 1. Januar Morosowskaja-Süd 1. Januar Morosowskaja-Süd 1. Januar Morosowskaja-Süd
3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja
7. Januar Schachty-Nord 7. Januar Schachty-Nord 7. Januar Schachty-Nord 7. Januar Schachty-Nord
20. Januar Verlegung 20. Januar Verlegung 20. Januar Verlegung 20. Januar Verlegung
Februar Rowenkij Februar Rowenkij Februar Rowenkij Februar Rowenkij
10. März Döberitz 10. März Döberitz 10. März Döberitz 10. März Döberitz
25. März Mönchengladbach 25. März Mönchengladbach 25. März Brandenburg-Briest 25. März Mönchengladbach
31. August Bönninghardt 31. August Bönninghardt Mai Mönchengladbach 31. August Bönninghardt
21. Oktober Vendeville 21. Oktober Vendeville 31. August Bönninghardt 21. Oktober Vendeville
        21. Oktober Vendeville    

   

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1943 auf dem Platz Morosajewka-Süd. Am 3. Januar machte das russische Vordringen ein Ausweichen der Gruppe nach Tazinskaja notwendig. Bereits am 5. Januar ging es weiter nach Schachty nördlich von Rostow und Ende Januar nach Rowenkij 50 km südlich von Woroschilowgrad. Am 6. Februar folgte schließlich die Verlegung nach Makejewka, wo die Gruppe vorerst blieb. Am 5. April verlegte die Gruppe dann nach Süden auf den Platz Kertsch auf der Krim. Noch im gleichen Monat ging es weiter nach Anapa und am 2. Mai nach Charkow-Roganj. Bereits am 7. Mai kehrte die Gruppe nach Anapa zurück. Am 16. Mai verlegte die Gruppe dann nach Warwarowka und am 3. Juli zurück nach Charkow-Roganj. Hier endete Anfang August der Einsatz der Gruppe im Osten.
Am 3. August erreichte die Gruppe von Osten kommend den Platz Uetersen, wo die Gruppe in den folgenden Wochen aufgefrischt wurde. Das Bodenpersonal traf erst gegen den 20. August herum ein. Während der Auffrischung wurde die Gruppe auf die Messerschmitt Bf 109 G-5 und G-6 umgerüstet. Am 12. September verlegte die aufgefrischte Gruppe nach Schiphol südlich von Amsterdam. Von hier aus wurde die Gruppe zur Reichsluftverteidigung eingesetzt und dem Jafü Holland / Ruhrgebiet unterstellt. Am 13. Dezember wurde der Platz Amsterdam-Schiphol von einem schweren alliierten Luftangriff getroffen, der den Platz verwüstete. Daraufhin verlegte die Gruppe am 14. Dezember nach Volkel. Die Gruppe hatte nun noch eine Stärke von 15 Maschinen und wurde einsatzmäßig der III. / Jagdgeschwader 1 unterstellt. Am 25. Dezember wurde die Gruppe aus dem Einsatz gezogen und zu einer kurzen Auffrischung auf den Platz Rotenburg / Wümme, etwa 40 km östlich von Bremen verlegt. Während ihres Einsatzes im Westen konnte die Gruppe 46 Ab- und Herausschüsse erringen. Die eigenen Verluste betrugen 23 Gefallene und zehn Verwundete. Außerdem verlor die Gruppe 49 Flugzeuge.

Stab 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd
3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja
5. Januar Schachty 5. Januar Schachty 5. Januar Schachty 5. Januar Schachty
Januar Rowenkij Januar Rowenkij Januar Rowenkij Januar Rowenkij
6. Februar Makejewka 6. Februar Makejewka 6. Februar Makejewka 6. Februar Makejewka
5. April Kertsch 5. April Kertsch 5. April Kertsch 5. April Kertsch
April Anapa April Anapa April Anapa April Anapa
2. Mai Charkow-Roganj 2. Mai Charkow-Roganj 2. Mai Charkow-Roganj 2. Mai Charkow-Roganj
7. Mai Anapa 7. Mai Anapa 7. Mai Anapa 7. Mai Anapa
16. Mai Warwarowka 16. Mai Warwarowka 16. Mai Warwarowka 16. Mai Warwarowka
4. Juli Charkow-Roganj 4. Juli Charkow-Roganj 4. Juli Charkow-Roganj 4. Juli Charkow-Roganj
12. August Uetersen 12. August Uetersen 12. August Uetersen 12. August Uetersen
12. September Amsterdam-Schiphol 12. September Amsterdam-Schiphol 12. September Amsterdam-Schiphol 12. September Amsterdam-Schiphol
14. Dezember Volkel 14. Dezember Volkel 14. Dezember Volkel 14. Dezember Volkel
25. Dezember Rotenburg 25. Dezember Rotenburg 25. Dezember Rotenburg 25. Dezember Rotenburg

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1943 auf dem Flugplatz Morosowskaja-Süd. Am 3. Januar machte das russische Vordringen ein Ausweichen der Gruppe nach Tazinskaja notwendig. Bereits am 8. Januar ging es weiter nach Schachty nördlich von Rostow. Am 25. Januar folgte die Verlegung nach Gorlowka, etwa 35 km nördlich von Stalino.Im Februar folgten Verlegungen nach Makejewka, Saporoshje Süd und Pawlograd. Am 5. April verlegte die Gruppe dann auf den Platz Kertsch IV bei Kertsch auf der Halbinsel Krim. Die Gruppe verblieb anschließend auf der Halbinsel und verlegte am 26. April nach Karmatorskaja und am 20. Mai auf den Feldflugplatz "Uhu". Nach einer weiteren Verlegung am 28. Juli nach Makejewka endete Anfang August der Einsatz der Gruppe an der Ostfront.
Am 3. August 1943 trafen die fliegenden Teile der Gruppe sowie Teile des Bodenpersonals in Münster-Handorf ein. Hier sollte die Gruppe schnellstmöglich aufgefrischt werden. Vorerst unterstand die Gruppe dem Jafü Holland / Ruhrgebiet, truppendienstlich unterstand die Division dem Jagdgeschwader 1. In Münster-Handorf wurde die Gruppe vollständig auf die Messerschmitt Bf 109 G-6 umgerüstet. Bereits am 8. August wurde die Gruppe wieder einsatzbereit gemeldet und zur Reichsluftverteidigung eingesetzt. Am 12. August flog die Gruppe dann ihren ersten Einsatz gegen einen alliierten Bomberverband. Am 23. August verlegte die Gruppe nach Neuburg an der Donau, um neben des Einsatzes in der Reichsluftverteidigung auch den Luftschutz für die Messerschmitt-Werke in Regensburg zu übernehmen. Gleichzeitig wurde die Gruppe dem Stab des Jagdgeschwaders 3 unterstellt. Da der Platz jedoch von Nachtjagdverbänden belegt war, verlegte die Gruppe am 26. August weiter nach Bad Wörishofen. Bis zum Jahresende konnte die Gruppe in der Reichsluftverteidigung 50 Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen zwei Gefallene und einen Verwundeten sowie zwölf Flugzeuge.

Stab 7. Staffel 8. Staffel 9. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd 1. Januar Morosajewka-Süd
3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja 3. Januar Tazinskaja
8. Januar Schachty 5. Januar Schachty 5. Januar Schachty 5. Januar Schachty
25. Januar Gorlowka 25. Januar Gorlowka 25. Januar Gorlowka 25. Januar Gorlowka
8. Februar Makejewka 8. Februar Makejewka 8. Februar Makejewka 8. Februar Makejewka
20. Februar Saporoshje Süd 20. Februar Saporoshje Süd 20. Februar Saporoshje Süd 20. Februar Saporoshje Süd
27. Februar Pawlograd 27. Februar Pawlograd 27. Februar Pawlograd 27. Februar Pawlograd
5. April Kertsch IV 5. April Kertsch IV 5. April Kertsch IV 5. April Kertsch IV
26. April Kramatorskaja 26. April Kramatorskaja 26. April Kramatorskaja 26. April Kramatorskaja
20. Mai Feldflugplatz "Uhu" 20. Mai Feldflugplatz "Uhu" 20. Mai Feldflugplatz "Uhu" 20. Mai Feldflugplatz "Uhu"
Juli Bessonowka Juli Bessonowka Juli Bessonowka Juli Bessonowka
15. Juli Feldflugplatz "Uhu" 15. Juli Feldflugplatz "Uhu" 15. Juli Feldflugplatz "Uhu" 15. Juli Feldflugplatz "Uhu"
28. Juli Makejewka 28. Juli Makejewka 28. Juli Makejewka 28. Juli Makejewka
3. August Münster-Handorf 3. August Münster-Handorf 3. August Münster-Handorf 3. August Münster-Handorf
23. August Neuburg a.d. Donau 23. August Neuburg a.d. Donau 23. August Neuburg a.d. Donau 23. August Neuburg a.d. Donau
26. August Bad Wörishofen 26. August Bad Wörishofen 26. August Bad Wörishofen 26. August Bad Wörishofen

 

Ab dem 1. Juni 1943 wurde in Neubiberg mit der Aufstellung der IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 begonnen. Die 10. Staffel entstand dabei aus Abgaben der I. / Jagdgeschwader 3, die 11. Staffel aus Abgaben der II. Gruppe und die 12. Staffel aus Abgaben der III. Gruppe. Ausgerüstet wurde die Gruppe mit der Messerschmitt Bf 109 G-6. Am 19. Juni begann die Verlegung der Gruppe in den Mittelmeerraum. Über Vicenza und Jesi verlegte die Gruppe nach Bari und von dort nach Lecce an der Südspitze Italiens. Anfang Juli war die Verlegung der Gruppe beendet. Aufgabe der Gruppe war der Luftschutz des italienischen Festlandes gegen die von Afrika anfliegenden alliierten Bomberverbände. Nach Beginn der alliierten Landung auf Sizilien am 10. Juli 1943 verlegte die Gruppe am folgenden Tag nach Ramaccain der Ebene von Gerbini. Aufgrund des alliierten Vormarsches mußte der Platz Ramaccain bereits am 15. Juli geräumt werden und die Gruppe wich nach Lecce aus. In Lecce erhielt die Gruppe als Erprobungsverband durch das Erprobungskommando 25 die ersten BR 21, 21-cm Werferrohre zur Bekämpfung der alliierten Bomberpulks. Am 22. Juli verlegte die Gruppe nach Leverano etwa 15 km südwestlich von Lecce. Hier wurde die Gruppe am 23. Juli Opfer eines schweren alliierten Luftangriffs. Unter den Piloten gab es einen Gefallenen und sechs schwer Verwundete, unter dem Bodenpersonal 30 Gefallene und 31 Verwundete. Außerdem wurden 40 Messerschmitt zerstört bzw. schwer beschädigt. Nach diesem Angriff war die Gruppe nicht mehr einsatzbereit. Daraufhin wurde sie am 26. Juli nach San Severo bei Foggia verlegt. Hier erhielt die Gruppe nach und nach neue Maschinen zugewiesen und besserte die noch verbleibenden Flugzeuge aus. Am 12. August verlegte ein Verband von zwölf Maschinen nach Cassana in Kalbrien, wo die Gruppe dem Stab des Jagdgeschwaders 77 unterstellt wurde. Am 16. August folgten weitere Teile der Gruppe nach Cassano. Am 17. August wurde die gesamte Gruppe dann in San Severo versammelt. Von hier aus wurde die Gruppe wieder gegen alliierte Bomberverbände eingesetzt. Ab dem 3. September wurde die Gruppe gegen die gelandeten alliierten Verbände an der Südwestspitze Italiens eingesetzt. Am 20. September verlegte die Gruppe nach Vicenza 25 km nordwestlich von Padua. Von hier aus flog die Gruppe keine Einsätze mehr. Während ihres Einsatzes im Mittelmeerraum konnte die Gruppe 63 Ab- und Herausschüsse erzielen. Die eigenen Verluste betrugen 13 Gefallene, 13 Verwundete und 115 Flugzeuge. Das Bodenpersonal hatte 31 Gefallene und 35 Verwundete zu beklagen. Am 24. September gab die Gruppe ihre Flugzeuge an das Jagdgeschwader 77 ab und verlegte anschließend zur Auffrischung in die Heimat.
Nach der Ankunft in Neubiberg wurde die Gruppe aufgefrischt und neu ausgerüstet. Auf Grund von Lieferschwierigkeiten bei der Beschaffung neuer Messerschmitt Bf 109 G-6 dauerte die Neuausrüstung bis November 1944. Am 24. Dezember verlegte die Gruppe dann nach Grimberghen. Am 29. Dezember erhielt die Gruppe dann den Befehl, die eben erst empfangenen Flugzeuge an andere Gruppen abzugeben und alsbald nach Leipzig zu verlegen. Dort sollten die Flugzeugführer als Einflieger und Überführungsflieger bei den Erla-Werken in Mockau Verwendung finden. Während ihres Einsatzes im Westen konnte die Gruppe am 19. Dezember bei ihrem einzigen Einsatz vier Luftsiege erringen. Die eigenen Verluste betrugen vier Gefallene, zwei Verwundete und acht Flugzeuge.

Stab 10. Staffel 11. Staffel 12. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Juni Neubiburg 1. Juni Neubiburg 1. Juni Neubiburg 1. Juni Neubiburg
30. Juni Leverano 30. Juni Leverano 30. Juni Leverano 30. Juni Leverano
11. Juli Ramaccain 11. Juli Ramaccain 11. Juli Ramaccain 11. Juli Ramaccain
15. Juli Lecce 15. Juli Lecce 15. Juli Lecce 15. Juli Lecce
22. Juli Leverano 22. Juli Leverano 22. Juli Leverano 22. Juli Leverano
26. Juli San Severo 26. Juli San Severo 26. Juli San Severo 26. Juli San Severo
12. August Cassana 12. August Cassana 12. August Cassana 12. August Cassana
17. August San Severo 17. August San Severo 17. August San Severo 17. August San Severo
20. September Vicenza 20. September Vicenza 20. September Vicenza 20. September Vicenza
28. September Neubiberg 28. September Neubiberg 28. September Neubiberg 28. September Neubiberg
24. Dezember Grimberghen 24. Dezember Grimberghen 24. Dezember Grimberghen 24. Dezember Grimberghen

 

Die "Platzschutzstaffel" lag zu Beginn des Jahres 1942 in Pitomnik im Kessel von Stalingrad. Diese hatte den Auftrag, den Luftraum über dem Platz Pitomnik freizukämpfen und so das Landen der deutschen Transportverbände zu ermöglichen. Am 17. Januar wurde der Platz Pitomkin von russischen Truppen überrannt. Elf Flugzeuge mußten gesprengt zurückgelassen werden, die verbleibenden flugfähigen Messerschmitt wichen nach Gumrak aus und kehrten am Folgetag nach Schachty zum Jagdgeschwader 3 zurück. Hier wurden die Flugzeugführer und die Flugzeuge auf ihre ursprünglichen Gruppen verteilt. Im Kessel blieben jedoch mindestens 66 Mann des Bodenpersonals zurück, die als vermißt gemeldet wurden.

Zu Beginn des Jahres 1943 lag der Stab des Jagdgeschwaders 3 in Morosowskaja-Süd. Er führte die I. - III. / Jagdgeschwader 3 und wurde über dem Kessel von Stalingrad eingesetzt. Am 3. Januar mußte der Platz Morosowskaja-Süd geräumt werden und der Geschwaderstab mußte nach Tazinskaja ausweichen. Am 20. Januar schied die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 aus dem Unterstellungsverhältnis unter dem Stab aus.  Am 1. März verlegte der Stab nach Anapa. Anfang Mai wurde der Stab aus dem Einsatz gezogen, um ins Reich zurück zu verlegen. Am 13. Mai erreichte der Stab Mönchengladbach. Er wurde der 3. Jagd-Division unterstellt und führte nun nur noch die I. / Jagdgeschwader 3. Der Stab und der Stabsschwarm besaßen hier keine eigenen Flugzeuge, so dass auch keine Feindflüge geflogen wurden. Am 6. September verlegte der Stab nach Rheinberg. Erst am 3. Oktober wurden dem Stab wieder Messerschmitt Bf 109 G-6 zugewiesen. Am 15. Oktober wurde der Stab der 4. Jagddivision unterstellt. Am 8. November verlegte der Stab dann nach Neubiberg. Hier wurde er der 7. Jagddivision unterstellt. Dem Stab selbst unterstanden nun neben der I. / Jagdgeschwader 3 auch die III. und IV. / Jagdgeschwader 3.

 

- - 1944 - -

Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1944 in Vendeville bei Lille. Am 9. Januar kehrte die Gruppe nach Deutschland zurück und verlegte nach Mönchen-Gladbach, um in der Reichsluftverteidigung eingesetzt zu werden. Am 28. Februar verlegte die Gruppe nach Burg bei Magdeburg. Nach dem Beginn der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 verlegte die Gruppe am gleichen Tag nach Lippspringe und von dort am 11. Juni nach Metz an der Invasionsfront. Am 12. Juni ging es weiter nach Champfleury und am 15. Juni nach Friéres in Nordost-Frankreich. Am 27. Juni endete der Einsatz der Gruppe an der Invasionsfront und sie verlegte nach Wunstorf, um aufgefrischt zu werden. Am 8. Juli verlegte die Gruppe dann nach Gütersloh, um im Rahmen der Reichsluftverteidigung eingesetzt zu werden. In der Folgezeit wurde díe Gruppe innerhalb des Reichsgebietes mehrfach verlegt: Am 1. August nach Burg, am 13. August nach Borkheide, am 18. September nach Dortmund, am 27. September zurück nach Borkheide, am 4. Oktober nach Erfurt-Bindersleben und am 18. November nach Werl. Am 10. September war die Gruppe auf vier Staffeln verstärkt worden, wobei die 4. Staffel aus der 1. - 3. Staffel gebildet wurde. Am 24. November folgte die Verlegung nach Paderborn, von wo aus die Gruppe auch im Rahmen der Ardennen-Offensive eingesetzt wurde.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel 4. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Vendeville 1. Januar Vendeville 1. Januar Vendeville 1. Januar Vendeville 10. September Borkheide
9. Januar Mönchen-Gladbach 9. Januar Mönchen-Gladbach 9. Januar Mönchen-Gladbach 9. Januar Mönchen-Gladbach 18. September Dortmund
28. Februar Burg bei Magdeburg 28. Februar Burg bei Magdeburg 28. Februar Burg bei Magdeburg 28. Februar Burg bei Magdeburg 27. September Borkheide
6. Juni Lippspringe 6. Juni Lippspringe 6. Juni Lippspringe 6. Juni Lippspringe 4. Oktober Erfurt-Bindersleben
11. Juni Metz 11. Juni Metz 11. Juni Metz 11. Juni Metz 18. November Werl
12. Juni Champfleury 12. Juni Champfleury 12. Juni Champfleury 12. Juni Champfleury 24. November Paderborn
15. Juni Frières 15. Juni Frières 15. Juni Frières 15. Juni Frières    
27. Juni Wunstorf 27. Juni Wunstorf 27. Juni Wunstorf 27. Juni Wunstorf    
8. Juli Gütersloh 8. Juli Gütersloh 8. Juli Gütersloh 8. Juli Gütersloh    
1. August Burg bei Magdeburg 1. August Burg bei Magdeburg 1. August Burg bei Magdeburg 1. August Burg bei Magdeburg    
13. August Borkheide 13. August Borkheide 13. August Borkheide 13. August Borkheide    
18. September Dortmund 18. September Dortmund 18. September Dortmund 18. September Dortmund    
27. September Borkheide 27. September Borkheide 27. September Borkheide 27. September Borkheide    
4. Oktober Erfurt-Bindersleben 4. Oktober Erfurt-Bindersleben 4. Oktober Erfurt-Bindersleben 4. Oktober Erfurt-Bindersleben    
18. November Werl 18. November Werl 18. November Werl 18. November Werl    
24. November Paderborn 24. November Paderborn 24. November Paderborn 24. November Paderborn    

 

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1944 in Rotenburg, etwa 40 km östlich von Bremen. Von hier aus wurde die Gruppe im Rahmen der Reichsluftverteidigung eingesetzt. Am 26. Februar verlegte sie nach Ludwigslust und am 1. März nach Gardelegen. Nach Beginn der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni verlegte die Gruppe am 7. Juni nach Evreux, um über dem Landekopf eingesetzt zu werden. Nach andauernden Luftangriffen wich die Gruppe am 17. Juni nach Evreux-Fauville, am 25. Juni nach Guyancourt und am 30. Juni nach Nogent-le-Roi aus. Nach einer weiteren Verlegung nach Athis im Département Marne am 10. August wurde die Gruppe am 15. August umgegliedert und auf vier Staffeln erweitert. Dabei wurde die 4. Staffel zur 7. Staffel und die 8. Staffel durch die 4. / Jagdgeschwader 52 gebildet. Am 22. August wurde die Gruppe aus dem Einsatz gezogen und zur Auffrischung nach Ziegenhain. Im Anschluß wurde die Gruppe wieder in der Reichsluftverteidigung eingesetzt. Am 10. Oktober verlegte die Gruppe nach Alperstedt in Thüringen. Als eine der wenigen Jagdgruppen verblieb die Gruppe auch während der Ardennen-Offensive hier und schütze den mitteldeutschen Raum. Am 25. November wurde die Gruppe aufgelöst. Der Stab wurde zum Stab der I. / Jagdgeschwader 7, die 5., 7. und 8. Staffel wurden zur 1. - 3. Staffel des Jagdgeschwaders 7 und die 6. Staffel wurde aufgelöst. Am gleichen Tag wurde die II. / Jagdgeschwader 7 zur II. / Jagdgeschwader 3 umbenannt.

Stab 4. Staffel 5. Staffel 6. Staffel 7. Staffel 8. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Rotenburg 1. Januar Rotenburg 1. Januar Rotenburg 1. Januar Rotenburg 15. August Athis 15. August Athis
26. Februar Ludwigslust 26. Februar Ludwigslust 26. Februar Ludwigslust 26. Februar Ludwigslust 22. August Ziegenhain 22. August Ziegenhain
1. März Gardelegen 1. März Gardelegen 1. März Gardelegen 1. März Gardelegen 10. Oktober Alperstedt 10. Oktober Alperstedt
7. Juni Evreux 7. Juni Evreux 7. Juni Evreux 7. Juni Evreux        
17. Juni Evreux-Fauville 17. Juni Evreux-Fauville 17. Juni Evreux-Fauville 17. Juni Evreux-Fauville        
25. Juni Guyancourt 25. Juni Guyancourt 25. Juni Guyancourt 25. Juni Guyancourt        
30. Juni Nogent-le-Roi 30. Juni Nogent-le-Roi 30. Juni Nogent-le-Roi 30. Juni Nogent-le-Roi        
10. August Athis 10. August Athis 10. August Athis 10. August Athis        
22. August Ziegenhain     22. August Ziegenhain 22. August Ziegenhain        
10. Oktober Alperstedt     10. Oktober Alperstedt 10. Oktober Alperstedt        

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1944 im Rahmen der Reichsluftverteidigung in Bad Wörishofen. Am 18. Februar verlegte die Gruppe nach Leipheim, kehrte aber am 12. April nach Bad Wörishofen zurück. Am 20. Mai folgte dann die Verlegung nach Ansbach. Nach dem Beginn der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944 verlegte die Gruppe am 7. Juni nach St. André de l'Eure, um von hier aus über dem alliierten Landekopf eingesetzt zu werden. In den folgenden Tagen und Wochen mußte die Gruppe mehrfach auf andere Flugplätze ausweichen, da diese entweder von alliierten Bombern angegriffen oder von der Front bedroht wurden. So verlegte die Gruppe am 9. Juni nach Marcilly, am 12. Juni nach Franchville und am 9. Juli auf einen Feldflugplatz südlich von Chartres. Am 10. August verlegte die Gruppe dann nach Chalons s./M.. Hier wurde die Gruppe am 15. August auf vier Staffel erweitert. Dabei wurden die 7. und 8. Staffel zur 10. und 11. Staffel umbenannt. Außerdem wurde die 7. / Jagdgeschwader 52 zur neuen 12. Staffel. Am 27. August verlegte die Gruppe nach Senon bei Verdun. Hier endete der Einsatz der Gruppe in Frankreich vorerst. Am 1. September verlegte die Gruppe nach Limburg, wo sie kurzfristig aufgefrischt wurde. Am 11. September verlegte die Gruppe nach Wittenweier, von wo aus sie im Rahmen der Reichsluftverteidigung eingesetzt wurde. Im gleichen Monat folgte die Verlegung nach Esperstedt, am 24. November nach Schachten und am 16. Dezember nach Bad Lippspringe.

Stab 7. Staffel / 10. Staffel 8. Staffel / 11. Staffel 9. Staffel 12. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Bad Wörishofen 1. Januar Bad Wörishofen 1. Januar Bad Wörishofen 1. Januar Bad Wörishofen 15. August Chalons s./M.
20. Mai Ansbach 20. Mai Ansbach 20. Mai Ansbach 20. Mai Ansbach 27. August Senon
7. Juni St. Andrè de l'Eure 7. Juni St. Andrè de l'Eure 7. Juni St. Andrè de l'Eure 7. Juni St. Andrè de l'Eure 1. September Limburg
9. Juni Marcilly 9. Juni Marcilly 9. Juni Marcilly 9. Juni Marcilly 11. September Wittenweier
12. Juni Francheville 12. Juni Francheville 12. Juni Francheville 12. Juni Francheville September Esperstedt
9. Juli Feldflugplatz südlich Chartres 9. Juli Feldflugplatz südlich Chartres 9. Juli Feldflugplatz südlich Chartres 9. Juli Feldflugplatz südlich Chartres 24. November Schachten
10. August Chalons s./M. 10. August Chalons s./M. 10. August Chalons s./M. 10. August Chalons s./M. 16. Dezember Bad Lippspringe
27. August Senon 27. August Senon 27. August Senon 27. August Senon
1. September Limburg 1. September Limburg 1. September Limburg 1. September Limburg
11. September Wittenweier 11. September Wittenweier 11. September Wittenweier 11. September Wittenweier
September Esperstedt September Esperstedt September Esperstedt September Esperstedt
24. November Schachten 24. November Schachten 24. November Schachten 24. November Schachten
16. Dezember Bad Lippspringe 16. Dezember Bad Lippspringe 16. Dezember Bad Lippspringe 16. Dezember Bad Lippspringe

 

Die IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1944 in Grimberghen, wo sie auf die Neuausrüstung mit neuen Messerschmitt Bf 109 G wartete. Nach Zuteilung fabrikneuer Maschinen verlegte die Gruppe am 26. Januar 1944 nach Venlo, um von hier aus erneut in der Reichsluftverteidigung eingesetzt zu werden. Am 26. Februar verlegte die Gruppe nach Salzwedel, wo die Gruppe mit der Focke-Wulf Fw 190 A ausgerüstet wurde. Am 15. April erhielt die Gruppe die Bezeichnung IV. (Sturm-) Gruppe / Jagdgeschwader 3. Am 8. Mai wurde die 11. Staffel aufgelöst und gleichzeitig durch die Sturmstaffel des Geschwaders neu gebildet. Nach dem Beginn der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 verlegte die Gruppe am 8. Juni nach Dreux, etwa 90 Kilometer westlich von Paris. Von hier aus nahm die Gruppe an den schweren Abwehrkämpfen über dem Landekopf teil. Bereits am 15. Juni verlegte die Gruppe nach Eisenstadt in Österreich. Von hier aus sollte sich die Gruppe an den Abwehreinsätzen gegen die alliierten Bomberverbände aus Italien beteiligen. Nach nur einer Woche kam es zur nächsten Verlegung und die Gruppe fiel am 21. Juni in Ansbach ein. Am 6. Juli folgte die Verlegung nach Illesheim, am 13. Juli nach Memmingen, am 20. Juli nach Schwaighofen bei Neu-Ulm, am 30. Juli nach Schongau und am 30. August nach Schäfstädt. Hier verblieb die Gruppe die folgenden Wochen. Am 10. August wurde auch die IV. Gruppe auf vier Staffeln erweitert. Die 10. - 12. Staffel wurden zur 13. - 15. Staffel, die 16. Staffel entstand aus der 2. / Jagdgeschwader 51. Am 19. November verlegte die Gruppe dann nach Störmede. Nach ihrer Verlegung nach Gütersloh am 16. Dezember nahm die Gruppe an der Ardennen-Offensive teil.

Stab 10. Staffel / 13. Staffel 11. Staffel / 14. Staffel 12. Staffel / 15. Staffel 16. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Grimberghen 1. Januar Grimberghen 1. Januar Grimberghen 1. Januar Grimberghen 10. August Schongau
26. Januar Venlo 26. Januar Venlo 26. Januar Venlo 26. Januar Venlo 30. August Schafstädt
26. Februar Salzwedel 26. Februar Salzwedel 26. Februar Salzwedel 26. Februar Salzwedel 19. November Störmede
8. Juni Dreux 8. Juni Dreux 8. Juni Dreux 8. Juni Dreux 16. Dezember Gütersloh
15. Juni Eisenstadt 15. Juni Eisenstadt 15. Juni Eisenstadt 15. Juni Eisenstadt
21. Juni Ansbach 21. Juni Ansbach 21. Juni Ansbach 21. Juni Ansbach
6. Juli Illesheim 6. Juli Illesheim 6. Juli Illesheim 6. Juli Illesheim
13. Juli Memmingen 13. Juli Memmingen 13. Juli Memmingen 13. Juli Memmingen
20. Juli Schwaighofen 20. Juli Schwaighofen 20. Juli Schwaighofen 20. Juli Schwaighofen
30. Juli Schongau 30. Juli Schongau 30. Juli Schongau 30. Juli Schongau
30. August Schafstädt 30. August Schafstädt 30. August Schafstädt 30. August Schafstädt
19. November Störmede 19. November Störmede 19. November Störmede 19. November Störmede
16. Dezember Gütersloh 16. Dezember Gütersloh 16. Dezember Gütersloh 16. Dezember Gütersloh

 

Der Stab des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1944 in Neubiberg und verlegte am 29. Februar nach Salzwedel. Nach Beginn der alliierten Invasion am 6. Juni in der Normandie verlegte der Stab am 7. Juni nach Evreux, um gegen den alliierten Landekopf eingesetzt zu werden. Am 6. Juli mußte der Stab nach St. André ausweichen und am 12. Juli nach Dreux. Im August kehrte der Stab nach Deutschland zurück und verlegte nach Reinsehlen. Im Oktober verlegte er nach Erfurt-Bindersleben und im November in Vorbereitung auf die Ardennen-Offensive nach Störmede.

 

- - 1945 - -

Zu Beginn des Jahres 1945 lag die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 in Paderborn. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Bodenplatte", der deutschen Luftoffensive gegen alliierte Flugplätze in Nordfrankreich, Belgien und Holland. Dabei griff die Gruppe Flugplätze bei Eindhoven an. Nach dem Abbruch der Ardennen-Offensive verlegte die Gruppe am 22. Januar nach Stettin-Altdamm an der Ostfront. Im Zuge des deutschen Rückzuges mußte sich die Gruppe am 10. Februar nach Pinnow und am 3. März nach Neubrandenburg zurückziehen. Die 4. Staffel wurde bereits am 19. Februar, der Rest der Gruppe am 31. März 1945 aufgelöst.

Stab 1. Staffel 2. Staffel 3. Staffel 4. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Paderborn 1. Januar Paderborn 1. Januar Paderborn 1. Januar Paderborn 1. Januar Paderborn
22. Januar Stettin-Altdamm 22. Januar Stettin-Altdamm 22. Januar Stettin-Altdamm 22. Januar Stettin-Altdamm
10. Februar Pinnow 10. Februar Pinnow 10. Februar Pinnow 10. Februar Pinnow
3. März Neubrandenburg 3. März Neubrandenburg 3. März Neubrandenburg 3. März Neubrandenburg

 

Die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1945 in Alperstedt. Von hier aus wurde die Gruppe zur Reichsluftverteidigung über Mitteldeutschland eingesetzt. Am 20. Februar verlegte die Gruppe nach Garz, am 30. April nach Püttnitz und am 3. Mai nach Leck, wo die Gruppe bei Kriegsende aufgelöst wurde.

Stab 5. Staffel 6. Staffel 7. Staffel 8. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Alperstedt 1. Januar Alperstedt 1. Januar Alperstedt 1. Januar Alperstedt 1. Januar Alperstedt
20. Februar Garz 20. Februar Garz 20. Februar Garz 20. Februar Garz 20. Februar Garz
30. April Püttnitz 30. April Püttnitz 30. April Püttnitz 30. April Püttnitz 30. April Püttnitz
3. Mai Leck 3. Mai Leck 3. Mai Leck 3. Mai Leck 3. Mai Leck

 

Die III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1945 in Bad Lippsringe und wurde im Rahmen der Reichsluftverteidigung eingesetzt. Am 23. Januar 1945 verlegte die Gruppe nach Märkisch Friedland an die Ostfront. Im Zuge der sich ständig ändernden Frontlinien und des deutschen Rückzuges folgten bis Kriegsende mehrere Verlegungen, bis die Gruppe bei Kriegsende bei Leck kapitulierte, wobei die 12. Staffel bereits am 15. März 1945 aufgelöst worden war.

Stab 9. Staffel 10. Staffel 11. Staffel 12. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Bad Lippspringe 1. Januar Bad Lippspringe 1. Januar Bad Lippspringe 1. Januar Bad Lippspringe 1. Januar Bad Lippspringe
23. Januar Märkisch Friedland 23. Januar Märkisch Friedland 23. Januar Märkisch Friedland 23. Januar Märkisch Friedland 23. Januar Märkisch Friedland
27. Januar Gabbert 27. Januar Gabbert 27. Januar Gabbert 27. Januar Gabbert 27. Januar Gabbert
29. Januar Stettin-Altdamm 29. Januar Stettin-Altdamm 29. Januar Stettin-Altdamm 29. Januar Stettin-Altdamm 29. Januar Stettin-Altdamm
15. Februar Pasewalk / Franzfelde 15. Februar Pasewalk / Franzfelde 15. Februar Pasewalk / Franzfelde 15. Februar Pasewalk / Franzfelde 15. Februar Pasewalk / Franzfelde
16. April Finkow 16. April Finkow 16. April Finkow 16. April Finkow
21. April Pasewalk / Franzfelde 21. April Pasewalk / Franzfelde 21. April Pasewalk / Franzfelde 21. April Pasewalk / Franzfelde
26. April Demmin 26. April Demmin 26. April Demmin 26. April Demmin
28. April Pütnitz 28. April Pütnitz 28. April Pütnitz 28. April Pütnitz
30. April Leck 30. April Leck 30. April Leck 30. April Leck

 

Die IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 lag zu Beginn des Jahres 1945 in Gütersloh. Am 1. Januar 1945 beteiligte sich die Gruppe am Unternehmen "Bodenplatte", der deutschen Luftoffensive gegen alliierte Flugplätze in Nordfrankreich, Belgien und Holland. Dabei griff die Gruppe Flugplätze bei Eindhoven an. Nach dem Abbruch der Ardennen-Offensive verlegte die Gruppe am 25. Januar nach Stargard an der Ostfront. Am 6. Februar verlegte die Gruppe nach Prenzlau. Hier wurde die 16. Staffel am 10. März 1945 aufgelöst. Es folgten Verlegungen im Zuge des deutschen Rückzuges nach Tutow, Greifswald, Richtenberg und Rerik bis zum 2. Mai nach Westerland auf Sylt, wo die Gruppe am 8. Mai aufgelöst wurde und in Gefangenschaft ging.

Stab 13. Staffel 14. Staffel 15. Staffel 16. Staffel
Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst Datum Fliegerhorst
1. Januar Gütersloh 1. Januar Gütersloh 1. Januar Gütersloh 1. Januar Gütersloh 1. Januar Gütersloh
25. Januar Stargard 25. Januar Stargard 25. Januar Stargard 25. Januar Stargard 25. Januar Stargard
6. Februar Prenzlau 6. Februar Prenzlau 6. Februar Prenzlau 6. Februar Prenzlau 6. Februar Prenzlau
25. April Tutow 25. April Tutow 25. April Tutow 25. April Tutow
26. April Greifswald 26. April Greifswald 26. April Greifswald 26. April Greifswald
28. April Richtenberg 28. April Richtenberg 28. April Richtenberg 28. April Richtenberg
30. April Rerik 30. April Rerik 30. April Rerik 30. April Rerik
2. Mai Westerland 2. Mai Westerland 2. Mai Westerland 2. Mai Westerland

 

Zu Jahresbeginn 1945 lag der Stab des Jagdgeschwaders 3 in Störmede, von wo aus er im Rahmen der Ardennen-Offensive eingesetzt wurde. Nach dem Scheitern der Offensive verlegte der Stab am 22. Januar nach Stettin-Altdamm an der Ostfront. Am 15. Februar verlegte der Stab nach Pasewalk und im April nach Finow sowie zuletzt nach Leck, wo er sich bei Kriegsende befand.

 

Kommandeure:

Geschwaderkommodore:

Oberleutnant Max Ibel, 1.Mai 1939

Oberleutnant Karl Vieck, 26. September 1939

Oberleutnant Günther Lützow, 21. August 1940

Oberst Wolf-Dietrich Wilcke, 12. August 1942

Major Friedrich-Karl Müller, 24. März 1944

Major Heinz Bär, 1. Juni 1944

Major Werner Schroer, 14.Februar 1945

 

I. Gruppe:

IJG3-1.jpg (9985 Byte)

I./JG 3

Gruppenkommandeure:

Major Otto Heinrich von Houwald, 1. Mai 1939

Hauptmann Günther Lützow, 3. November 1939

Oberleutnant Lothar Keller , 24. August 1940 - 27.8.40

Hauptmann Hans von Hahn, 27. August 19.40

Hauptmann Georg Michalek, 1. März 1942

Major Klaus Quaet-Faslem, 31. August 1942

Hauptmann Joachim von Wehren, 1.Februar 1944

Hauptmann Josef Haiböck, 8. Februar 1944

Major Dr. Langer , 25. Februar 1944

Hauptmann Helmut Mertens, 14. April 1944

Hauptmann Ernst Laube, 1.Juli 1944

Hauptmann Horst Haase, 30. Oktober 1944

Hauptmann Albert Wirges, 27. November 1944

Oberleutnant Alfred Seidel, Dezember 1944

 

 

II. Gruppe:

IIJG3-1.jpg (9887 Byte)

II./JG 3

Gruppenkommandeure:

Hauptmann Erich von Selle, 1. Februar 1940

Hauptmann Erich Woitke , 1. Oktober 1940

Hauptmann Lothar Keller, 24. November 1940

Hauptmann Gordon Gollob, 27. Juni 1941

Hauptmann Karl-Heinz Krahl, 21. November 1941

Major Kurt Brändle, 15. April 1942

Hauptmann Heinrich Sannemann , 3. November 1943

Hauptmann Wilhelm Lemke, November 1943

Hauptmann Heinrich Sannemann , 4. Dezember 1943

Hauptmann Detlev Rohwer, Februar 1944

Hauptmann Heinrich Sannemann , 30. März 1944

Hauptmann Hermann Freiherr Kapherr, 22. April 1944

Leutnant Leopold Münster , 24. April 1944

Hauptmann Gustav Frielinghaus, 1. Mai 1944

Hauptmann Hans-Ekkehard Bob, 25. Juni 1944

Hauptmann Herbert Kutscha, Juli 1944

Hauptmann Gerhard Baeker, 25. November 1944

 

 

III. Gruppe:

IIIJG3-1.jpg (6604 Byte)

III./JG 3

Gruppenkommandeure:

Hauptmann Walter Kienitz, 1. März 1940

Hauptmann Wilhelm Balthasar, 1. September 1940

Hauptmann Walter Oesau, 11.November 1940

Hauptmann Werner Andres, 1.August 1941

Oberleutnant Herbert Kijewski , 1. September 1941

Major Karl-Heinz Greisert, 18.Mai 1942

Major Wolfgang Ewald, 23. Juli 1942

Major Walther Dahl, 20. Juli 1943

Major Karl-Heinz Langer, 21. Mai 1944

 

 

IV. Gruppe:

IVJG3-1.jpg (10920 Byte)

IV./JG 3

Gruppenkommandeure:

Major Franz Beyer, 1. Juni 1943

Hauptmann Heinz Lang , 11. Februar 1944

Major Friedrich-Karl Müller, 26. Februar 1944

Hauptmann Heinz Lang , 11. April 1944

Major Wilhelm Moritz, 18. April 1944

Hauptmann Hubert-York Weydenhammer, 5. Dezember 1944

Major Erwin Bacsila, 5. Januar 1945

Oberleutnant Oskar Romm, 17. Februar 1945

Hauptmann Gerhard Koall, 25. April 1945

Hauptmann Günther Schack, 1. Mai 1945

 

Literatur und Quellen:

Prien/Rodeike/Stemmer/Bock, Die Jagdfliegerverbände der Deutschen Luftwaffe 1934 bis 1945, mehrere Bände
Tessin, Georg, Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945, Band 14
Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935 - 1945 - Gliederungen und Kurzchroniken - Eine Dokumentation, Motorbuch-Verlag 1976