Infanterie-Regiment 50

 

Feldpostnummern ab der Mobilmachung: Die Einheiten wurden als Teile vom Infanterie-Regiment 50 in der Feldpostübersicht eingetragen. Anfang 1940 wurden die einzelnen Kompanien gestrichen und diese ab Mitte 1940 direkt beim jeweiligen Stab eingetragen. Die Kolonne wurde 1941 zur 8. Fahrkolonne der Infanterie-Divisions-Kolonne 111 umbenannt. 1940/41 wurde dann der Eintrag vom II. Bataillon zum Stab vom Kradschützen-Bataillon 53 umbenannt. Dafür wurde das gesamte Bataillon gleichzeitig bei einer neuen Nummer eingetragen. Der Eintrag des I. Bataillons wurde 1943 gestrichen. Die anderen Einheiten wurden 1943 zu Teilen vom Grenadier-Regiment 50 umbenannt.

Einheit Feldpostnummer Nummer ab Mitte 1940
Regimentsstab 05539 05539
Stab I. Bataillon 22512 22512 A gestr. 1943
1. Kompanie 09315 22512 B gestr. 1943
2. Kompanie 25148 22512 C gestr. 1943
3. Kompanie 01646 22512 D gestr. 1943
4. Kompanie 22373 22512 E gestr. 1943
Stab II. Bataillon 19931 19931 A bis 40/41

ab 40/41 13354 A

5. Kompanie 25150 19931 B bis 40/41

ab 40/41 13354 B

6. Kompanie 10759 19931 C bis 40/41

ab 40/41 13354 C

7. Kompanie 03219 19931 D bis 40/41

ab 40/41 13354 D

8. Kompanie 10137 19931 E bis 40/41

ab 40/41 13354 E

Stab III. Bataillon 13689 13689 A
9. Kompanie 29070 13689 B
10. Kompanie 16298 13689 C
11. Kompanie 12020 13689 D
12. Kompanie 05045 13689 E
13. Kompanie 16294 16294
14. Kompanie 23248 23248
Kolonne 18397 18397 bis 1941

Mit freundlicher Genehmigung von: Kannapin, Norbert: Die deutsche Feldpostübersicht (3 Bd.), vollständiges Verzeichnis der Feldpostnummern, Biblio-Verlag (1980), ISBN-10: 3764811838

Das Infanterie-Regiment 50 wurde bei der Enttarnung der Verbände nach der Erweiterung der Reichswehr am 15. Oktober 1935 im Wehrkreis III aufgestellt. Zuerst wurde das I. Bataillon vom neuen Regiment in Landsberg an der Warthe, ebenfalls im Wehrkreis III, durch die Umbenennung des Ausbildungs-Bataillons vom Infanterie-Regiment Frankfurt gebildet. Das II. Bataillon vom neuen Regiment wurde dagegen in Küstrin, ebenfalls im Wehrkreis III, durch die Umbenennung des Ausbildungs-Bataillons vom Infanterie-Regiment Crossen gebildet. Das III. Bataillon vom neuen Regiment wurde vorläufig ebenfalls in Küstrin durch die Landespolizei sowie Abgaben der Infanterie-Regimenter Frankfurt und Crossen gebildet. Das Regiment wurde anfangs ohne Regimentsstab der 3. Infanterie-Division unterstellt. Der Regimentsstab wurde erst am 6. Oktober 1936 ebenfalls in Landsberg an der Warthe aufgestellt. Gleichzeitig wurde auch das III. Bataillon vom Regiment nach Landsberg an der Warthe verlegt. Am 6. Oktober 1936 wurde dann durch die Umbenennung vom Ergänzungs-Bataillon 14 auch ein Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 50 ebenfalls in Küstrin gebildet. Im Herbst 1938 wurde dann durch Abgaben des gesamten Regiments ein II. Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 50 in Landsberg an der Warthe aufgestellt. Anfang August 1939 bezog das Regiment im Rahmen der 3. Infanterie-Division die Ausgangsstellungen für den Polenfeldzug bei Flatow südlich von Schneidemühl. Am 1. September 1939 stieß das Regiment bei Beginn des 2. Weltkrieges bei Vandsburg über die polnische Grenze vor. Am 2. September 1939 gelang der Durchbruch durch die Seeenge westlich der Brake bei Buschkow und die Einnahme von Crone. Am 4. September 1939 wurde die Weichsel bei Grabowko und Topolno überschritten, am 5. September 1939 wurde Ostpreußen erreicht. Nördlich der Weichsel marschierte das Regiment im Anschluss über Culmsee nach Südosten. Das Regiment nahm an der Schlacht an der Bzura teil, am 13. September 1939 wurde vom Regiment die Weichsel bei Plock erreicht. Nach Bildung eines Brückenkopfes wurde am 16. September 1939 die Bzura erreicht. Am 20. September 1939 verlegte das Regiment nach Bromberg. Hier wurde es auf die Eisenbahn verladen. Das Regiment verlegte mit der 3. Infanterie-Division nach Westen in den Raum Leidenborn - Dasburg in der Eifel. Am 29. Januar 1940 wurde das II. Bataillon an das Infanterie-Regiment 510 abgegeben und aus der Division heraus ersetzt. Beim Beginn vom Westfeldzug am 10. Mai 1940 stieß das Regiment durch Luxemburg und Belgien nach Westen vor und erreichte am 13. Mai 1940 Nozonville. Am 15. Mai 1940 begann das Regiment mit dem Angriff über die Maas. Der erste Angriff am Morgen wurde abgeschlagen, erst beim Angriff am Nachmittag  konnte am Westufer ein Brückenkopf gebildet werden. Im Rücken des Regiments wurde von den Pionieren der 3. Infanterie-Division eine Kriegsbrücke gebaut, über die die 8. Panzer-Division die Maas überschritt und nach Westen vordrang. Das Regiment folgte der Panzerdivision und drehte bei Lambercy nach Süden an die Aisne ab. Hier übernahm das Regiment im Rahmen der 3. Infanterie-Division den Flankenschutz der vorstoßenden motorisierten Verbände bei Evergincourt - Asfeld - Germaincourt. Am 9. Juni 1940 griff das Regiment mit starker Artillerie-Unterstützung durch den Arko 107 über die Aisne und die Aisne-Insel auf den Canal des Ardennes. Hier wurden Brückenköpfe gebildet.  Bis zum 10. Juni 1940 konnte der Brückenkopf erweitert werden, die Aisne-Insel konnte genommen werden. Das Regiment stieß nun nach Süden vor und nahm Epoye und St. Masmes. Hier wurde zur Verfolgung des Gegners übergegangen. Über St. Dizir, Joinville und Villecourte legte die Division in 11 Tagen 350 km zurück. Am 29. Juni 1940 wurde die Demarkationslinie erreicht und bei Le Creuzot ein Sicherungsabschnitt bezogen. Bei der Motorisierung der 3. Infanterie-Division schied das Regiment aus dem Divisionsverband aus und trat am 7. November 1940 ohne das II. Bataillon zur 111. Infanterie-Division. Das II. Bataillon vom alten Regiment bildete das Kradschützen-Bataillon 53 und wurde dafür beim Regiment durch Abgaben der anderen Regimenter ersetzt. Am 15. Oktober 1942 wurde das Regiment in Grenadier-Regiment 50 umbenannt.

Für die Ersatzgestellung des Regiments war anfangs das Infanterie-Ersatz-Bataillon 50 zuständig. Ab dem 1. November 1940 wurde diese Aufgabe durch das Infanterie-Ersatz-Bataillon 191 wahrgenommen.

Regimentskommandeure:

Oberst Paul von Hase Aufstellung - 10. November 1938

Oberst Theodor Kretzschmer 10. November 1938 - 20. August 1940

Oberst Kurt Röpke 1. August 1940 - 31. August 1942