Infanterie-Regiment Göttingen
Infanterie-Regiment 38

 

Feldpostnummern ab der Mobilmachung: Die Einheiten wurden als Teile vom Infanterie-Regiment 38 in der Feldpostübersicht eingetragen. Anfang 1940 wurden die einzelnen Kompanien gestrichen und diese ab Mitte 1940 direkt beim jeweiligen Stab eingetragen. Die Kolonne wurde 1941 zur 9. leichte Fahrkolonne der Infanterie-Divisions-Kolonne 8 umbenannt. 1941/42 wurden das I. und III. Bataillon zum Jäger-Regiment 38 umbenannt. Die 14. Kompanie wurde gleichzeitig zur 16. Kompanie vom Jäger-Regiment 38 umbenannt. 1942 wurde die 13. Kompanie gestrichen. Gleichzeitig wurden der Regimentsstab und das II. Bataillon ebenfalls zum Jäger-Regiment 38 umbenannt.

Einheit Feldpostnummer Nummer ab Mitte 1940
Regimentsstab 12746 12746 bis 1942
Stab I. Bataillon 21332 21332 A bis 41/42
1. Kompanie 04638 21332 B bis 41/42
2. Kompanie 25457 21332 C bis 41/42
3. Kompanie 21709 21332 D bis 41/42
4. Kompanie 07864 21332 E bis 41/42
Stab II. Bataillon 14882 14882 A bis 1942
5. Kompanie 14681 14882 B bis 1942
6. Kompanie 19425 14882 C bis 1942
7. Kompanie 17588 14882 D bis 1942
8. Kompanie 24264 14882 E bis 1942
Stab III. Bataillon 23291 23291 A bis 41/42
9. Kompanie 04904 23291 B bis 41/42
10. Kompanie 01692 23291 C bis 41/42
11. Kompanie 16681 23291 D bis 41/42
12. Kompanie 05500 23291 E bis 41/42
13. Kompanie 04664 04664 gestr. 1942
14. Kompanie 25030 25030 bis 41/42
Kolonne 25775 25775 bis 1941

Mit freundlicher Genehmigung von: Kannapin, Norbert: Die deutsche Feldpostübersicht (3 Bd.), vollständiges Verzeichnis der Feldpostnummern, Biblio-Verlag (1980), ISBN-10: 3764811838

Das Infanterie-Regiment Göttingen wurde bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 im damaligen Wehrkreis VI aufgestellt. Der Regimentsstab wurde in Göttingen, damals Wehrkreis VI, aufgestellt. Das I. Bataillon vom Regiment wurde durch Abgaben vom Infanterie-Regiment 17 in Northeim, damals ebenfalls Wehrkreis VI, aufgestellt. Das II. Bataillon vom Regiment wurde durch das II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 17 ebenfalls in Göttingen aufgestellt. Das III. Bataillon vom Regiment wurde durch das III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 17 in Goslar, damals ebenfalls Wehrkreis VI, aufgestellt. Durch Abgaben vom Infanterie-Regiment 17 wurde ebenfalls zum 1. Oktober 1934 ein Ausbildungs-Bataillon vom Regiment aufgestellt. Das Regiment wurde mit der Aufstellung dem Artillerieführer VI unterstellt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde das Regiment am 15. Oktober 1935 zum Infanterie-Regiment 38 umbenannt. Dabei wurde das III. Bataillon vom Regiment wieder zum III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 17 umbenannt. Gleichzeitig wurde das Ausbildungs-Bataillon vom Regiment zum I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 59 umbenannt. Dafür wurde durch das bisherige III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 17 ein neues III. Bataillon vom Regiment in Hameln aufgestellt. Das Regiment wurde jetzt der 19. Infanterie-Division unterstellt. Im Zuge der Besetzung der entmilitarisierten Zone wurde das Regiment im Frühjahr 1936 in den Raum um Wiesbaden, im späteren Wehrkreis XII, verlegt. Dort wurde das Regiment dann vorerst der 34. Infanterie-Division unterstellt. Am 6. Oktober 1936 wurde der Regimentsverband aufgelöst. Dabei wurde der Regimentsstab vom Regiment zum Stab vom Infanterie-Regiment 87 umbenannt. Das I. Bataillon vom Regiment wurde zum I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 105 umbenannt. Das II. Bataillon vom Regiment wurde zum II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 70 umbenannt. Das III. Bataillon vom Regiment wurde zum III. Bataillon vom Infanterie-Regiment 87 umbenannt.

Am 6. Oktober 1936 wurde ein neues Infanterie-Regiment 38 im Wehrkreis VIII aufgestellt. Dabei wurde es vorerst nur mit einem Bataillon ohne Regimentsstab gebildet. Das II. Bataillon vom Regiment wurde in Glatz, im Wehrkreis VIII, aufgestellt. Das Bataillon wurde einem der Regimenter der 8. Infanterie-Division unterstellt. Der Regimentsstab wurde erst am 12. Oktober 1937 ebenfalls in Glatz gebildet. Gleichzeitig wurde auch durch das I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 28 auch ein I. Bataillon vom Regiment in Neiße, ebenfalls Wehrkreis VIII, aufgestellt. Das Regiment unterstand jetzt direkt der 8. Infanterie-Division. Anfang November 1938 wurde durch das I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 7 ein III. Bataillon vom Regiment in Schweidnitz, ebenfalls Wehrkreis VIII, aufgestellt und vorläufig dort stationiert. Ebenfalls im Herbst 1938 wurde durch Abgaben der kompletten 8. Infanterie-Division auch ein Ergänzungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 38 in Freiwaldau, ebenfalls Wehrkreis VIII, aufgestellt und vorläufig dort stationiert. Das III. Bataillon und das Ergänzungs-Bataillon vom Regiment sollten beide später noch ebenfalls nach Glatz verlegt werden.

Im Juni 1939 standen mehrere Aufenthalte auf Truppenübungsplätzen auf dem Programm. So befand sich das I. Bataillon vom Regiment im Juni 1939 auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer an der Queis, ebenfalls Wehrkreis VIII. Am 1. August 1939 wurde für das Regiment eine Urlaubssperre verhangen. Dann traf am 2. August 1939 der Vorbefehl zur Verlegung an die polnische Grenze ein. Am 6. August 1939 marschierte das Regiment dann zu den Bahnhöfen, wo es verladen und nach Osten verfrachtet wurde und im Raum Gleiwitz Unterkunft bezog. Am 23. August 1939 gab es Alarm. Das Regiment bezog seine Bereitstellungen an der polnischen Grenze. Eine Stunde vor dem Angriff erreichte das Regiment der Gegenbefehl, es rückte wieder in die Unterkünfte in Grenznähe ein. Am 31. August 1939 wurde erneut Alarm gegeben und das Regiment wieder direkt an die Grenze verlegt. Um 5 Uhr überquerte es die Grenze bei Gleiwitz. Es kam in den ersten beiden Tagen zu schweren Gefechten um die Grundbefestigungen bei Nikolai und zu Gefechten bei Wyry-Tychy. Es folgten die Verfolgungskämpfe über die Dunajec und Nida. Am 8. September 1939 wurde die Nida überschritten. Gefechte am San (13. September 1939) und bei Bilgoraj (17. September 1939) waren der Auftakt zur Schlacht bei Lemberg und Tomaszow. Besonders schwere Gefechte bestand das Regiment bei Tomaszow und Krasnobrod in der Zeit vom 20. bis zum 25. September 1939. Nach Beendigung des Polenfeldzuges marschierte das Regiment an die deutsch-russische Interessensgrenze zurück, bis es Anfang Oktober 1939 mit der Bahn an die Westgrenze verlegt wurde. 

Am 2. Februar 1940 wurde der Regimentsstab vom Regiment zur Aufstellung des Stabes vom Infanterie-Regiment 525 an die 298. Infanterie-Division abgegeben und danach wieder ersetzt. Bis Mitte Mai 1940 lag das Regiment im Raum um Köln. Gefechtsübungen und weitere Waffenausbildungen standen auf der Tagesordnung. Beim Beginn des Westfeldzuges am 10. Mai 1940 durchbrach das Regiment die Ardennen und überquerte am 14. Mai 1940 die Maas bei Yvoir. Am 15. Mai 1940 wurde die französisch-belgische Grenze überschritten und die Grenzbefestigungen durchstoßen. Vom 19. Mai 1940 bis zum 23. Mai 1940 nahm das Regiment an den Kämpfen um Maubeuge und den Mormalwald teil. Beim Übergang über die Schelde eroberte das Regiment am 26. Mai 1940 Bouchain nach schwerem Kampf. Außerdem konnte der Oisneübergang bei L'Isle-Adam genommen werden, wofür Leutnant Prochazka, Kompaniechef der 10. Kompanie, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen bekam. Am 14. Juni 1940 marschierte das Regiment in Paris ein und weiter nach Versailles, wo im Speisesaal des Schlosses für kurze Zeit der Regimentsstab untergebracht war. Die Verfolgungskämpfe nördlich und südlich der Loire führten das Regiment schließlich über Tours, den Cher, Indre und die Vienne. Nach dem Waffenstillstand sicherte das Regiment die französische Atlantikküste an der Girondemündung am Golf von Biskaya. Von Ende Juli 1940 bis März 1941 wurde die 8. Infanterie-Division und damit auch das Regiment zum Küstenschutz in die Normandie befohlen worden. Am  21. November 1940 wurde das III. Bataillon vom Regiment als II. Bataillon zur Aufstellung vom Infanterie-Regiment 233 der 102. Infanterie-Division abgegeben. Auch diese Abgabe wurde danach wieder ersetzt.

Im März 1941 kehrte das Regiment dann wieder in seine Friedensstandorte zurück. Beim Überfall auf Rußland trat das Regiment aus dem Suwalki-Zipfel zum Kampf an und kämpfte sich über Grodno, Witebsk uns Smolensk bis nach Wjasma vor. Am 15. Dezember 1941 wurde das Regiment zum Jäger-Regiment 38 umbenannt.

Für die Ersatzgestellung des Regiments war das Infanterie-Ersatz-Bataillon 38 zuständig.

Regimentskommandeure:

Oberst Kurt von der Chevallerie Aufstellung - 21. März 1936

Oberst Günther Teßmar 21. März 1936 - 1. August 1936

Oberst Hans Hesse 1. August 1936 - 26. August 1939

Oberst Arnold Szelinski (auch Sczelinski) 26. August 1939 - 5. Februar 1940

Oberstleutnant Johann-Heinrich Eckhardt 6. Februar 1940 - (1941)

Oberstleutnant der Reserve Tiesler (1941)

Oberst Johann-Heinrich Eckhardt (1941) - Umbenennung

 

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Die 5. Kompanie auf dem Marsch. Der Truppenverbandsplatz des II. Bataillons am 12. Juni 1940 an der Oisne.
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Der Stab des I. Bataillons in Frankreich 1940.