96. Infanterie-Division

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Feldpostnummer des Divisions-Kommandos: 00276 / ab Juni 1944 29070

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 96. Infanterie-Division wurde am 25. September 1939 auf dem Truppenübungsplatz Bergen bei Celle im WK XI als Division 5. Welle aufgestellt. Die Division wurde mit tschechischem Gerät ausgestattet, das Personal kam neben dem WK XI aus den WK VI und II sowie der HGr. Süd. Ab 1941 wurde die Division mit deutschem Gerät ausgestattet. Die Division sollte zum 1. November 1939 feldverwendungsfähig sein. Die 13. Kompanien der Infanterie-Regimenter waren schwere Granatwerfer-Kompanien. Nach der erfolgten Aufstellung verlegte die Division im Dezember an den Oberrhein zur Sicherung der deutschen Westgrenze. Ab dem 10. Mai nahm die Division am Westfeldzug teil. Sie durchquerte die Ardennen und stieß über Sedan bis nach Laon vor. Hier drehte die Division nach Süden ab und marschierte über Chemin des Dames, die Marne und Loire bis nach Bourges. Zwischen August 1940 und Februar 1941 war die Division beurlaubt. Am 2. April 1941 wurden die 13. Kompanien der Infanterie-Regimenter zu IG-Kompanien, die von der 246. Infanterie-Division übernommen wurden. Nach der Wiedereinberufung lag die Division in Frankreich. Ab Juli 1941 nahm sie am Rußlandfeldzug teil. Über Wilna, Disna und Opotschka marschierte die Division in den Raum westlich des Ilmensees. Hier folgten im August Kämpfe an der Luga. Im September stieß die Division über die Ischora bis zur Newa vor Leningrad vor. 1942 wurde die Division auf sechs Bataillone verkleinert (Auflösung der I./283, I./284 und III./287). Von Oktober 1941 bis Februar 1942 kam es zu Kämpfen zwischen Schlüsselburg und der Tosna-Mündung südlich des Ladoga-Sees und am Wolchow-Kessel bei Mostki. Anschließend wurde die Division im Jahr 1942 bei Maluska, Pogostje, Winjagolowo und Konduja eingesetzt. Von Dezember 1942 bis Februar 1943 wurde die Division in der Winterschlacht im "Flaschenhals" zwischen Schlüsselburg und Mga, am Südufer des Ladoga-Sees, an der Newa, auf den Ssinjawino-Höhen und am Popostje-Kessel eingesetzt- Bis Jahresende 1943 folgten Abwehrkämpfe am Wolchow und an der Tigoda. Im Januar 1944 wurde die Division in die Ukraine verlegt und im Raum Schepetowka-Starkonstantinow eingesetzt. Von März bis Dezember folgten Rückzugskämpfe im Hube-Kessel nach Süden. Nach dem Durchbruch nach Westen bei Kamenez-Podolsk wurde die Division im Juni 1944 aufgefrischt. Es folgten verlustreiche Rückzugskämpfe über Skala in den Raum Tarnopol und Abwehrkämpfe an der Rollbahn Tarnopol-Lemberg. Über den Raum südlich von Lemberg und über Sanok zog sich die Division bis Jahresende in die Kleinen Beskiden südöstlich von Tarnow zurück. Im Januar 1945 verlegte die Division nach Ungarn und nahm hier am Vorstoß westlich der Granmündung nach Süden teil. Es folgten Abwehrkämpfe südlich der Donau, im Raum Tata-Tarjan-Bajna-Sarisap-Coslnok, wo die Division eingekesselt wurde. Nach dem Ausbruch aus dem Kessel nach Noden im März 1945 marschierte die Division über die Donau und dann nach Westen in den Raum Preßburg. Weiter ging der Rückzug nördlich an Wien vorbei nach Niederösterreich in das Waldviertel und in den Raum Freistadt, wo die Division bei Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft geriet. Teile der Divisionsangehörigen wurden anschließend an die Rote Armee ausgeliefert.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Dezember XXV 7. Armee C Oberrhein

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg. 7. Armee C Bruchsal
Mai z.Vfg. 1. Armee C Saarpfalz (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
Juni XXXXIII 9. Armee B Ostfrankreich (Lagekarte)
Juli XXXXIII 1. Armee C Ostfrankreich
August beurlaubt Ersatzheer   Vorharz

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar beurlaubt Ersatzheer   Vorharz
März XXXXII 16. Armee A Nordfrankreich
Mai XXXXII 15. Armee D Nordfrankreich
Juli z. Vfg. OKH     Ostpreußen
August z. Vfg. 16. Armee Nord Nowgorod
September XXVIII 16. Armee Nord Leningrad (Lagekarte)
Oktober XXXIX 16. Armee Nord Newa (Lagekarte)
November I 16. Armee Nord Newa (Lagekarte)
Dezember XXVIII 18. Armee Nord Wolchow

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVIII 18. Armee Nord Wolchow / Newa (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
Dezember XXVI 18. Armee Nord Newa (Lagekarte)

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVI 18. Armee Nord Newa (Lagekarte) (Lagekarte)
März XXVIII 18. Armee Nord Wolchow (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVIII 18. Armee Nord Wolchow (Lagekarte)
Februar LIX 4. Panzerarmee Süd Schepetowka (Lagekarte) (Lagekarte)
April XXXXVI 1. Panzerarmee Nordukraine Tarnopol (Lagekarte)
Mai XXXXVIII 4. Panzerarmee Nordukraine Tarnopol (Lagekarte)
Juni XXXXVIII 1. Panzerarmee Nordukraine Lemberg
August XXIV 1. Panzerarmee Nordukraine Beskiden
September XI. 1. Panzerarmee Nordukraine Beskiden (Lagekarte)
Oktober

XI.

17. Armee A Beskiden

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar III. SS-Panzerkorps 6. Armee Süd Ungarn
Februar I. Kavallerie 6. Armee Süd Ungarn
April XXXXIII 8. Armee Süd Pressburg, Wien
Mai XXXXIII 8. Armee Ostmark Niederösterreich

 

2. Divisionskommandeure:

15. September 1939 - 5. August 1940 General der Infanterie Erwin Vierow

7. August 1940 - 10. April 1942 Generalleutnant Wolf Schede

10. April 1942 - 6. Oktober 1942 Generalleutnant Joachim Freiherr von Schleinitz

9. Oktober 1942 - 28. Juni 1943 Generalleutnant Fredinand Nöldechen

Juni 1943 Oberst Noack (i.V.)

Juli 1943 Oberst Weber (i.V.)

28. Juli 1943 - 30. November 1943 Generalleutnant Richard Wirtz

1. Dezember 1943 - Januar 1944 Generalmajor von Blücher (i.V.)

Januar 1944 - August 1944 Oberst Fischer (i.V.)

1. September 1944 - 11. September 1944 Generalleutnant Werner Dürking

12. September 1944 - 2. Oktober 1944 Oberst Kobolt (i.V.)

3. Oktober 1944 - 10. November 1944 Generalleutnant Richard Wirtz

1. Dezember 1944 - 8. Mai 1945 Generalmajor Hermann Harrendorf

3. Gliederung:

96. Infanterie-Division 1939:

Infanterie-Regiment 283

Infanterie-Regiment 284

Infanterie-Regiment 287

Artillerie-Regiment 196

Pionier-Bataillon 196

Panzerabwehr-Abteilung 196

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 196

Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 196

 

96. Infanterie-Division 1944

Grenadier-Regiment 283

Grenadier-Regiment 284

Grenadier-Regiment 287

Feldersatz-Bataillon 196

Füsilier-Bataillon 96

Artillerie-Regiment 196

Pionier-Bataillon 196

Panzerjäger-Abteilung 196

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 196

Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 196

 

4. Literatur und Quellen:

Hartwig Pohlman: Geschichte der 96. Infanterie-Division 1939 - 1945, Podzun, Bad Nauheim 1959

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 6: Die Landstreitkräfte. Nr. 71-130. 2. Auflage. Osnabrück 1979
 

Deutsches Rotes Kreuz - Suchdienst - Divisionsschicksale Band 1.