88. Infanterie-Division

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1. Einsatz und Unterstellung:

Die 88. Infanterie-Division wurde mit Verfügung vom 11. November 1939 zum 1. Dezember 1939 als Division der 6. Welle auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr aufgestellt. Gebildet wurde die Division aus Personal der Wehrkreise VII (München), XIII (Nürnberg) und XVII (Wien). Als Divisionsstab wurde der Stab der aufgelösten Grenzkommandantur St. Wendel verwendet. Die Division wurde mit tschechischem Gerät und Waffen ausgestattet. Die 13. Kompanien der Infanterie-Regimenter waren zunächst schwere Granatwerfer-Kompanien. Mitte Januar 1940 wurde die Division in die Oberpfalz verlegt. Mitte Mai 1940 verlegte die Division als OKH-Reserve in den Raum Trier und marschierte von dort aus ab dem 16. Mai 1940 durch Luxemburg und Nordfrankreich bis an die Marne. Am 12. Juni 1940 erlebte die Division hier beim Übergang über den Fluß im Raum Dormans - Trekop ihre Feuertaufe. Anschließend verfolgte die Division die sich zurückziehenden französischen Einheiten bis an die Loire. Nach dem Ende des Westfeldzuges verblieb die Division bis zum 1. Juli an der Loire im Raum Bourges und kehrte dann in die Heimat zurück. Die Division wurde von August 1940 bis Februar 1941 beurlaubt. Anfang März 1941 verlegte die Division nach Frankreich und übernahm die Küstensicherung von der spanischen Grenze bis zur Biscarosse Plage. Am 12. Dezember 1941 wurde die Division durch die 333. und 708. Infanterie-Division abgelöst und ab dem 17. Dezember 1941 an die Ostfront verlegt. Zuvor wurden der Division noch 500 Unteroffiziere und Mannschaften der Jahrgänge 1914 und Jünger aus dem General-Kommando des XXV. Armeekorps sowie den Höheren Kommandos XXXI und LIX zugeführt. Außerdem wurden der Division die Infanterie-Geschütz-Kompanien der 205. Infanterie-Division unterstellt. Am 22. Dezember 1941 traf der Divisionsstab in Przemysl ein. Ziel der Division war der Raum Kiew im Bereich der Heeresgruppe Süd. Das Infanterie-Regiment 245 wurde im Raum ostwärts von Kursk eingesetzt und erlitt bei den schweren Abwehrkämpfen erhebliche Verluste. Das Infanterie-Regiment 248 folgte einige Tage später. In den folgenden Monaten wurden die einzelnen Einheiten der Division getrennt von dieser im raum Charkow - Kursk eingesetzt. Erst Anfang Juni 1942 wurde die Division im Raum westlich von Kursk wieder versammelt. Am 19. Juni begann die 88. Infanterie-Division ihre Verlegung in den Bereitstellungsraum für das Unternehmen Blau, die deutsche Offensive in den Kaukasus. Die Division war für den Einsatz am linken Flügel des Unternehmens vorgesehen. Nach dem Beginn der deutschen Offensive am 28. Juni 1942 wurde die 88. Infanterie-Division Anfang Juli 1942 in die Kampffront eingeschoben. Der neue Gefechtsstand befand sich in Kriwzowa Plota. Am 3. Juli erzwang die Division den Übergang über den Kschen und stieß anschließend auf Alekseewka vor. Am 5. Juli stieß die Division auf den Olym vor. Hier endete der Vormarsch der Division vorerst, sie ging zur Verteidigung über. Am 17. Dezember 1942 erhielt die Division den Befehl, die zwischen Kshen und Olym liegenden Einheiten aus der Frontlinie heraus zu ziehen und in den Raum Don / Woronesh zu verlegen. Im Winter 1942/43 wurde die Radfahr-Kompanie zu einem Ski-Bataillon 188 erweitert. Im Januar 1943 gehörte die Division zum VII. Armeekorps im Brückenkopf Woronesh. Am 6. Januar 1943 übernahm die Division den Befehl über einen Gefechtsabschnitt nördlich von Woronesh. Nach dem Beginn der russischen Gegenoffensive am Wolchow am 7. Januar 1942 musste sich die Division zusammen mit dem VII. Armeekorps in verlustreichen Kämpfen vom Wolchow zurückziehen.

 

Im Winter 1942/43 wurde die Radfahr-Kompanie zu einem Ski-Bataillon 188 erweitert.

Am 2. November 1943 wurde die Divisions-Gruppe 323 unterstellt. Die Division wurde in eine Division neue Art umgewandelt.

Nach dem Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy wurde die Division auf Befehl der Org.Abt./OKH vom 28. Februar 1944 (Nr. I/1836/44) bis zum 15. Mai 1944 auf dem Truppenübungs-Platz Deba aufgefrischt. Zur Auffrischung wurden die noch vorhandenen Teile der 309. Infanterie Division verwendet. Die Divisions-Gruppe 323 wurde aufgelöst. Dafür kam das Grenadier-Regiment 110 zur Division.

Die Division wurde im Januar 1945 im Weichselbogen bei Baranow zerschlagen und am 28. März 1945 offiziell aufgelöst.

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
17. Mai z. Vfg. 16. Armee B Raum Trier - Luxemburg
24. Mai z. Vfg. 12. Armee B Nordfrankreich
26. Mai XIII 12. Armee B Nordfrankreich
27. Mai XVIII 12. Armee B Nordfrankreich
1. Juni XXXXIII 9. Armee B Frankreich
1. Juli z. Vfg. 9. Armee B Frankreich
13. Juli z. Vfg. 1. Armee C Frankreich
22. Juli stellv. Gen. Kdo. XIII. AK     Heimat / beurlaubt

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar stellv. Gen. Kdo. XIII. AK     Heimat / beurlaubt
2. März Höheres Kommando XXXI. AK 7. Armee D Süd-Frankreich
Mitte Dezember z. Vfg.   Süd Verlegung an die Ostfront

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg.   Süd Kiew
Februar XXXXVIII 2. Armee Süd Charkow, Kursk (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
Juni z. Vfg. 2. Armee Süd Kursk (Lagekarte)
1. Juli XIII 4. Panzerarmee Süd Kursk (Lagekarte)
August XIII 2.Armee B Woronesch (Lagekarte)
Oktober LV 2. Armee B Woronesch (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar LV 2. Armee B Woronesch (Lagekarte)
Januar VII 2. Armee B Woronesch (Lagekarte)
19. Februar XIII 2. Armee Mitte Sumy (Lagekarte) (Lagekarte)
Mai z. Vfg. 2. Armee Mitte Sumy (Lagekarte)
Juni VII 2. Armee Mitte Sumy (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
August VII 4. Panzerarmee Süd Sumy, Kiew (Lagekarte)
Dezember (Reste) VII 4. Panzerarmee Süd Shitomir (Lagekarte)

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar VII 4. Panzerarmee Süd Berditschew (Lagekarte)
Februar XXXXII 8. Armee Süd Tscherkassy (Lagekarte)
März   Auffrischung   Deba  (Lagekarte)
Juli XXXXII 4. Panzerarmee Nordukraine Cholm, Baranow (Lagekarte) (Lagekarte)
Oktober XXXXII 4. Panzerarmee A Baranow (Lagekarte)

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXXII 4. Panzerarmee A Baranow (Lagekarte)
Februar (Reste) z. Vfg.   Mitte Glogau

 

2. Divisionskommandeure:

1. Dezember 1939 Generalmajor Georg Lang

2. Februar 1940 General der Infanterie Friedrich Gollwitzer

10. März 1943 Generalleutnant Heinrich Roth

5. November 1943 Generalleutnant Georg von Rittberg

8. Januar 1945 Generalmajor Carl Anders

 

3. Gliederung:

88. Infanterie-Regiment 1939:

Infanterie-Regiment 245

Infanterie-Regiment 246

Infanterie-Regiment 248

Artillerie-Regiment 188

Pionier-Bataillon 188

Panzerabwehr-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 188

 

88. Infanterie-Division Ende 1943:

Grenadier-Regiment 245

Grenadier-Regiment 248

Divisions-Gruppe 323

Divisions-Füsilier-Bataillon 88

Feldersatz-Bataillon 188

Artillerie-Regiment 188

Pionier-Bataillon 188

Panzerjäger-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 188

 

88. Infanterie-Division Mai 1944:

Grenadier-Regiment 110

Grenadier-Regiment 245

Grenadier-Regiment 248

Artillerie-Regiment 188

Pionier-Bataillon 188

Divisions-Füsilier-Bataillon 88

Feldersatz-Bataillon 188

Artillerie-Regiment 188

Pionier-Bataillon 188

Panzerjäger-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 188

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 188

 

4. Literatur:

Die 88. Infanterie-Division - Julius Pfister, Selbstverlag, Bayreuth 1956

Die 88. Infanterie-Division in Amberg März bis Mitte Mai 1940. 88. Infanterie-Division Dezember 39 bis Februar 45 - J. Pfister/Dr. A. Schwarz, Selbstverlag, Bayreuth 1984

Traditionsverband 88. und 323. Infanterie-Division e.V., Chronik des Infanterie-Regiments 248, Teil 1, 1975