85. Infanterie-Division

 

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 85. Infanterie-Division entstand am 2. Februar 1944 als Division 25. Welle beim OB. West auf Befehl vom 9. Januar 1944 mit dem verstärkten Grenadier-Regiment 1025 der 1. Welle des Ersatzheeres als Stamm. Im Mai 1944 war die Division einsatzbereit. Im Anschluss verlegte die Division an die Kanalküste. Im Juni 1944 erhielt sie ein Füsilier-Bataillon und ein Feldersatz-Bataillon. Das dritte Regiment der Division (FpÜ erst 1945) erhielt die Nummer 1064. Nach der Landung in der Normandie wurde die Division in schwere Abwehrkämpfe verwickelt. Dabei hatte sie so schwere Verluste hinzunehmen, dass Sie bereits im September 1944 am Niederrhein neu aufgestellt werden musste. Anschließend wurde sie im Raum Aachen eingesetzt, bis sie im Februar / März 1945 in der Eifel vernichtet wurde. Die verbleibenden Mannschaften wurden auf andere Einheiten verteilt.

Ab dem 29. April 1945 wurde die 85. Infanterie-Division auf dem Truppenübungsplatz Döberitz als Division 35. Welle neu aufgestellt. Verantwortlich dafür war der Generalinspekteur für den Führernachwuchs. Die hierfür grundlegenden Befehle wurden am 29. und 30. März 1945 erteilt. Aus der alten Division wurden ihm der Divisions-Stab, die Nachrichten-Abteilung und das Versorgungs-Regiment zugeführt. Zur Bildung der Stämme der Regimenter wurden der Division die III. und IV. / Volks-Artillerie-Korps 412, die Panzerjäger-Kompanie 1185, die 3. Kompanie der Panzerjäger-Abteilung 185, die Reste der Infanterie-Regimenter 1053, 1054 und 1064. Die fechtenden Teile der Division wurden von Schulen und Lehrgängen aller Waffengattungen gestellt. Voraussetzung war, dass das Personal eine mindestens achtwöchige militärische Grundausbildung durchlaufen hatte. Fehlendes Personal stellte der Wehrkreis III unter Rückgriff auf Ersatzpersonal aller Art. Waffen, Kraftfahrzeuge und Geräte mußten durch den Generalinspekteur für den Führungsnachwuchs aus Beständen der entsprechenden Schulen zur Verfügung gestellt werden. Die Division erreichte eine Stärke von 4.000 - 6.000 Mann. Am 8. April 1945 wurde die Division in Infanterie-Division Potsdam umbenannt.


1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Februar in Aufstellung 15. Armee D Kanalküste
Mai z. Vfg. 15. Armee B Kanalküste (Lagekarte) (Lagekarte)
August LXXXI 5. Panzerarmee B Normandie (Lagekarte)
September LXXXVIII 1. Fallschirm-Armee B Niederlande (Lagekarte)
Oktober LXVII 15. Armee B Aachen (Lagekarte) (Lagekarte)
Dezember z. Vfg. 15. Armee B Aachen (Lagekarte)

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar LXXXI 15. Armee B Aachen (Lagekarte)
Februar LXXIV 5. Panzerarmee B Eifel (Lagekarte)


2. Divisionskommandeure:

1. Februar 1944 Generalleutnant Curt Chill

16. Oktober 1944 Generalmajor Helmut Bechler

15. März 1945 Oberst der Reserve Erich Lorenz

 

3. Gliederung:

85. Infanterie-Division 1944:

Grenadier-Regiment 1053

Grenadier-Regiment 1054

Artillerie-Regiment 185

Pionier-Bataillon 185

Füsilier-Bataillon 185

Panzerjäger-Kompanie 185

Divisions-Nachrichten-Abteilung 185

Divisions-Nachschubführer 185

 

85. Infanterie-Division April 1945:

Grenadier-Regiment 1053

Grenadier-Regiment 1054

Grenadier-Regiment 1064

Artillerie-Regiment 185

Pionier-Bataillon 185

Feldersatz-Bataillon 185

Füsilier-Bataillon 185

Panzerjäger-Abteilung 185

Divisions-Nachrichten-Abteilung 185

Divisions-Nachschubführer 185

 

4. Literatur und Quellen:

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6. Die Landstreitkräfte 71 – 130. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979

Heinz Ulrich: Die Infanterie-Division "Potsdam" - Ihre Aufstellung und ihr Einsatz im April 1945 im Ostharz, an der Elbe und im Raum Köthen. dr. ziethen verlag, Oschersleben 2012