385. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 385. Infanterie-Division wurde am 10. Januar 1942 als "Rheingold"-Division der 18. Welle  aufgestellt. Sie war eine von fünf Divisionen der 18. Aufstellungswelle, die unter dem Stichwort "Rheingold" aus Ersatztruppenteilen der Wehrkreise VI, X und XI aufgestellt wurde. Die Aufstellung war am 15. Januar 1942 planmäßig beendet. In der Zeit vom 16. - 23. Januar 1942 verlegten die aufgestellten Teiule der Division aus den Wehrkreisen auf den Truppenübungsplatz Bergen bei Fallingbostel, wo sie bis zum 11. März 1942 verblieb. An diesem Tag verließ der erste Transport der Division den Truppenübungsplatz mit Ziel Ostfront und erreichte am 16. März 1942 Polozk. Der letzte Transport traf hier am 28. März ein. Im Unterbringungsraum Polozk - Newel wurde das Regiment zu Sicherungsaufgaben eingesetzt und hatte immer wieder Feindberührung mit Partisanen. Ab dem 16. April 1942 verlegte die Division dann in den Bereich der 4. Armee in den Raum Roslawl. Hier wurde sie im Raum Fomino in vorderster Front eingesetzt. Das Pionier-Bataillon 385 verblieb an der Rollbahn Polozk, das Infanterie-Regiment 538 verlegte an die Front bei Leningrad. Ab dem 11. Mai 1942 wurde die Division durch die 267. Infanterie-Division aus der Front herausgelöst und verlegte nach Roslawl. Das Einsatzgebiet der Division lag bei Alexandrowska. Mit Befehl von 22. April 1942 wurde die Division dem XXXX. Panzerkorps zum Herauslösen, Wiederauffrischen und Ordnen der Verbände der 19. Panzer-Division sowie der 10. Infanterie-Division (mot) unterstellt. Die Ablösung begann am 23- April im Raum der 10. ID am Kolodes-Bach. Am 6. und 7. Mai 1942 führte die Division ein begrenztes Angriffsunternehmen zur Frontbegradigung durch, das jedoch nur geringen Erfolg Brachte. Am dem 8. Mai 1942 wurde die Division wieder von der 267. Infanterie-Division aus der Front herausgelöst und marschierte nach Roslawl. Von hier aus verlegte die Division zwischen dem 12. und 31. Mai in den Raum südostwärts von Maloarchangelsk bei Orel. Unterkunftsraum war Mochowoje - Aleksandrowka - Lugowoj. Ab dem 28. Juni 1942 beteiligte sich die Division an der deutschen Sommeroffensive des Jahres 1942. Sie überschritt am 28. Juni den Tim und am 1. Juli den Keschen. Im Brückenkopf Keschen kam es am 2. und 3. Juli zu schweren russischen Gegenangriffen. Ab dem 5. Juli stieß die Division als Flankensicherung der Nordflanke des XIII. Armeekorps auf den Olym vor. Am 6. Juli wurde der Vormarsch gestoppt und die Division ging zur Verteidigung über, um auch weiterhin die Nordflanke des XIII. Armeekorps zu sichern. Ab dem 12. Juli 1942 wurde die Division von der 88. Infanterie-Division abgelöst. Sie sammelte im Raum Beresowka und marschierte dann ab dem 21. Juli 1942 Ab dem 24. Juli nahm die Division an der Schlacht bei Wereika teil. Der Division fiel im Rahmen des VII. Armeekorps die Aufgabe zu, im Verein mit der 9. Panzer-Division den im Abschnitt der 387. Infanterie-Division erfolgten tiefen Einbruch zwischen Mal. Wereika und Lebjashje auszubeulen und dem erwarteten weiteren Vorstoß russischer Panzerkräfte zuvor zu kommen. Hierzu sollte die Division aus einem Bereitstellungsraum nordostwärts Nowopawlowka längs eines Höhenrückens angreifen und diesen Höhenrücken erobern. Dies gelang auch am 24. Juli und am Folgetag stieß die Division auf Bol. Wereika vor. Die Einschließung stärkerer russischer Einheiten gelang jedoch nicht. Ab dem 27. Juli ging die Division auf den genommenen Höhen zur Verteidigung über. In diesen Stellungen verblieb die Division in den nächsten Wochen. Die Division wurde bei der 8. Armee im Donbogen beim russischen Angriff auf Stalingrad vernichtet.

Mit Befehl vom 17. Februar 1943 war aus den Resten der 385. und 387. Infanterie-Division ein Kampfverband zu bilden, der am 30. März 1943 auf eine neue 387. Infanterie-Division erweitert wurde.

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
10. Januar in Aufstellung stellv. Gen.Kdo. VI. AK   Bergen bei Fallinbostel
18. Januar in Aufstellung stellv. Gen.Kdo. XI. AK   Hannover
25. März in Zuführung Befehlshaber rückw. Heeresgebiet Mitte Mitte Polozk
16. April z. Vfg. 4. Armee Mitte Roslawl
22. April XXXX. Armeekorps 4. Armee Mitte Fomino
1. Mai LVI. Panzerkorps 4. Armee Mitte Fomino (Lagekarte)
13. Mai z. Vfg. 4. Armee Mitte Kursk
21. Mai z. Vfg. 2. Panzerarmee Süd Kursk
1. Juni LV. Armeekorps 2. Armee Süd Woronesch (Lagekarte)
6. Juni z. Vfg. 2. Armee Süd Woronesch
6. Juni XXXXVIII. Panzerkorps 4. Panzerarmee Süd Woronesch
9. Juni XIII. Armeekorps 4. Panzerarmee Süd Woronesch (Lagekarte)
10. Juli XIII. Armeekorps 2. Armee B Woronesch
18. Juli z. Vfg. 2. Armee B Woronesch
23. Juli VII. Armeekorps 2. Armee B Woronesch (Lagekarte)
24. August XIII. Armeekorps 2. Armee B Woronesch (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
Dezember z. Vfg. 2. ungarische Armee B Donbogen

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXIV 8. italienische Armee B Donbogen
Februar (Reste) XXIV Lanz B Bjelgorod
März (Reste) zur 387. ID     n.ö. Nikitowka (Lagekarte)

 

2. Divisionskommandeure:

7. Januar 1942 General der Infanterie Karl Eibl

18. Dezember 1942 Generalmajor Eberhard von Schuckmann

 

3. Gliederung:

Infanterie-Regiment 537

Infanterie-Regiment 538

Infanterie-Regiment 539

Artillerie-Regiment 385

Panzerjäger-Abteilung 385

Reiter-Schwadron 385

Pionier-Bataillon 385

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 385

Versorgungs-Einheiten 385

 

4. Literatur und Quellen:

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 10. Die Landstreitkräfte 371 – 500. Biblio-Verlag, Bissendorf 1975
NARA Signatur T 315 R 1147