369. Infanterie-Division (kroatische)

 

1.Einsatz und Unterstellung:

Die 369. (kroatische) Division wurde ab September 1942 auf dem Truppenübungsplatz Döllersheim aufgestellt und ausgebildet. Sie setzte sich zusammen einerseits aus Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften (Spezialisten) der deutschen Wehrmacht und andererseits aus den von Kroatien gekommenen Rekruten.

Zur abschließenden Zerschlagung des zwischenzeitlich gebildeten Partisanenstaates unter Tito um Bihac plante die deutsche Führung das Unternehmen "Weiß I". Kernstück des Unternehmens war der schnelle Vorstoß der 7. SS-Division "Prinz Eugen" von Karlovac und der 717. Infanterie-Division von Banja-Luka / Mrkonjigrad aus. Ungefähr auf der Höhe von Kljac sollten die beiden Divisionsspitzen sich treffen und damit die Partisanen im Raum Grmec Planina einschließen. Die 369. Infanterie-Division sollte in ihrem ersten Einsatz auf dem Balkan von Norden über Prjedor auf Bosanski Petrovac vorstoßen und dort Anschluß an den linken Flügel der 7. SS-Division "Prinz Eugen" suchen. Der Raum zwischen der 369. Infanterie-Division und der 717. Infanterie-Division wurde die 714. Infanterie-Division eingeschoben. Diese sollte den Raum Bosanski Novi / Prijedor sichern. Außerdem beteiligten sich Teile von 3 italienischen Divisionen zur Sicherung der rechten Flanke der 7. SS-Division "Prinz Eugen". Das Unternehmen startete am 20. Januar 1943 und endete am 8. Februar 1943. Der Ring um die Partisanen konnte jedoch nicht schnell genug geschlossen werden, so dass die Partisanenverbände erneut nach Süden entkommen konnten. Während des Unternehmens hatte die Division im 650 Tote zu beklagen. Zwischen dem 21. Februar und dem 15. März 1943 folgte das Unternehmen "Weiß II", ein erneuter Versuch einer Kesselbildung, dieses mal im zentralbosnischen Raum. Wie schon beim Unternehmen "Weiß I" wurden auch dieses mal beide Umfassungsarme von der 7. SS-Division "Prinz Eugen" (aus dem Raum Kljac -Drvar über Bosansko Groharo auf Livno) und der 717. Infanterie-Division (aus dem Raum Jajce - Donji - Vakuf) gestellt, während die 369. Infanterie-Division trotz zwischenzeitlich erwiesener mangelhafter Geländegängigkeit von Mirkonjic Grad auf Glamoč unter Säuberung des Gebirgsgeländes vorzustoßen hatte. Die 718. Infanterie-Division sollte die linke Flanke der 369. Infanterie-Division bzw. den Rücken der 717. Infanterie-Division sichern. Von Süden nahmen die 12. Infanterie-Division Sassan, die 13. Infanterie-Division Re und die 57. Infanterie-Division Lombardia teil. Von kroatischer Seite waren die 2. und 3. kroatische Heimatschutz-Gebirgs-Brigade beteiligt. Im Verlauf der Schlacht wurden die Partisanen dicht ans westliche Ufer der Neretva gedrängt. Dabei standen sie deutschen Streitkräften gegenüber, die von Panzerbrigaden unterstützt wurden. Das den Partisanen gegenüberliegende östlichen Ufer der Neretva wurde lediglich von Formationen der Tschetniks überwacht. Es gelang den Partisanenverbänden jedoch, die Truppen der Tschetniks am gegenüberliegenden Ufer der Neretva einzukreisen und auszuschalten. Zwar durchschauten die deutschen Befehlshaber die Absicht der Partisanen, über den Fluß zu entkommen, waren dann aber nicht mehr in der Lage, rechtzeitig einen ernsthaften Angriff vorzubereiten, da sie die notwendigen Befehle und Umgruppierungen nicht rasch genug durchgeführt werden konnten. Die Nachhut der Partisanen kämpfte gegen den wieder zunehmenden Druck durch deutsche Truppen. Letztlich retteten die Partisanen den Großteil ihrer Leute ans östliche Ufer der Neretva. Der Übergang vollzog sich jedoch unter heftigem Bombardement der Luftwaffe. Trotz des Abzuges der Partisanen war das Unternehmen "Weiß II" ein Erfolg für die Wehrmacht. Die Partisanen hatten 11.915 Tote, es wurden 47 Maschinengewehre und 389 Gewehre erbeutet.

Während des Unternehmens "Schwarz" Mitte Mai 1943 hatte die Division 92 Tote, 263 Verwundete und 233 Vermißte.

Teile der Division wurden bei Stalingrad vernichtet.

Die Division geriet im Raum Klagenfurt in englische Gefangenschaft.

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
August in Aufstellung      
August (Kroat. IR 369)       Stalingrad

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar bei Oberost      
Februar Befehlshaber der deutschen Truppen in Kroatien   E Kroatien
1. April XV 2. Panzerarmee F Sarajewo
20. Oktober V. SS 2. Panzerarmee F Sarajewo

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar V. SS 2. Panzerarmee F Mostar
Dezember V. SS Hgr. E F Mostar

 

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar LXXXXI Hgr. E F Sarajewo
Februar (Reste) XXI Hgr. E F Sarajewo
April (Reste) XXI   E Brod, Cilli

 

2. Divisionekommandeure:

1. September 1942 Generalleutnant Fritz Neidholdt

5. Oktober 1944 Generalleutnant Georg Reinicke

 

3. Gliederung:

Kroatisches Infanterie-Regiment 369

Kroatisches Infanterie-Regiment 370

Kroatisches Artillerie-Regiment 369

Pionier-Bataillon 369

Divisionseinheiten 369