260. Infanterie-Division

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1. Einsatz und Unterstellung:

Die 260. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 als Division 4. Welle im Wehrkreis V mit einem Drittel Personal aus dem Wehrkreis XIII aus Ergänzungseinheiten beider Wehrkreise aufgestellt. Am 9. September 1939 wurde die Division zum Grenzschutz an den Oberrhein südlich von Freiburg verlegt. Im Mai 1940 wurde die Division aus ihren Stellungen gezogen und erreichte im Juni 1940 Rethel. Von hier aus nahm sie an der zweiten Phase des Westfeldzuges teil. Die Division setzte über die Aisne und trat nach ersten Kämpfen zur Verfolgung durch die Champagne, über den Rhein-Marne-Kanal und über das Plateau von Langres bis Dijon an. Am 6. November 1939 Abgabe des Pionier-Bataillons 260 als Heerestruppe, es wurde durch das Heeres-Pionier-Bataillon 653 ersetzt. Im November verlegte die Division als Besatzungstruppe in den Raum Belfort, wo sie bis Ende Juni 1941 blieb. Am 21. Oktober 1940 Abgabe eines Drittels der Division an die 125. Infanterie-Division (Stab/IR 460, I./420, III./470, III./480, III./AR 260). Die Abgaben wurden aus der Division und durch Rekruten ersetzt. Vom 26. Juni bis 14. Juli 1941 wurde die Division an die Ostfront transportiert und an der Südflanke der Heeresgruppe Mitte eingesetzt. Sie nahm am Vormarsch zur Beressina und zum Dnjepr teil und marschierte über Gomel zur Dessna. Nach der Eroberung von Tschernigow und der Teilnahme an der Kesselschlacht von Kiew folgte im Oktober der Angriff auf Moskau. Die Division stieß über die obere Dessna, die Bolwa und Urga auf Kaluga vor und erreichte schließlich noch den Raum westlich von Sserpuchow und den Brückenkopf Kremenki. Hier wurde die Division von der russischen Winteroffensive getroffen. Bei den anschließenden schweren Rückzugskämpfen ging die Division bis zur Ressa und Ugra zurück. Ab Mai 1942 folgte die Verlegung in die Abwehrfront bei Spass-Demensk. Nach der Büffelbewegung im März 1943 lag die Division bis August 1943 zwischen Strebki und Kamenka südwestlich von Wjasma. Im Sommer 1943 wurde das Grenadier-Regiment 470 wegen schwerer Verluste aufgelöst. Mitte September 1943 erfolgte der Rückzug hinter die Dessna bis zur Pronja-Stellung. Im Oktober 1943 wurde ein Divisions-Füsilier-Bataillon aufgestellt. Im April 1944 wurde das Grenadier-Regiment 470 wieder aufgestellt. Im Mai 1944 erreichte die Division den Raum südöstlich von Orscha. Hier wurde sie am 23. Juni 1944 von der russischen Sommeroffensive getroffen. Innerhalb weniger Tage wurde die Division auf den Dnjepr zurückgeworfen und im Kessel von Minsk bis Ende Juni 1944 zerschlagen. Nur Reste der Division konnten nach Westen entkommen und wurden zur I. / Divisionsgruppe 57 zusammen gefaßt.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
September im Antransport 7.Armee C Oberrhein
Oktober XXV 7. Armee C Oberrhein

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXV 7. Armee C Oberrhein
Mai OKH-Reserve     Donaueschingen
Juni XIII 12. Armee A Rethel
Juli XXV 12. Armee C Dijon
August XVIII 12. Armee C Belfort
September XXVII 1. Armee C Frankreich
November XXVII 1. Armee D Frankreich

 

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXVII 1. Armee D Frankreich
Mai XXXXV 1. Armee D Frankreich
Juli im Antransport   Mitte Brest-Litowsk
August XXXXIII 2. Armee Mitte Bobruisk
September XIII 2. Armee Mitte Kiew, Brjansk
November XIII 4. Armee Mitte Moskau

 

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XIII 4. Armee Mitte Juchnow, Ugra
Mai XII 4. Armee Mitte Spass-Demensk

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XII 4.Armee Mitte Spass-Demensk
September XII 9. Armee Mitte Mogilew
Oktober XXXXI 9. Armee Mitte Mogilew

 

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXIII 4.Armee Mitte Mogilew
Februar XII 4. Armee Mitte Mogilew
Juni XXVII 4. Armee Mitte Orscha, Minsk
Juli Verbleib unbekannt      

 

2. Divisionskommandeure:

1. September 1939 Generalleutnant Hans Schmidt

1. Januar 1942 Generalleutnant Walther Hahm

27. August 1942 Generalmajor Dietrich von Cholitz (i.V.)

9. November 1944 Generalleutnant Robert Schlüter

1. Mai 1944 Generalmajor Günther Klamm

 

3. Gliederung:

260. Infanterie-Division 1939

Infanterie-Regiment 460

Infanterie-Regiment 470

Infanterie-Regiment 480

Artillerie-Regiment 260

Pionier-Bataillon 260

Panzerabwehr-Abteilung 260

Aufklärungs-Abteilung 260

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 260

Divisions-Nachschubführer 260

 

260. Infanterie-Division 1943

Grenadier-Regiment 460

Grenadier-Regiment 470

Grenadier-Regiment 480

Divisions-Füsilier-Bataillon 260

Feldersatz-Bataillon 260

Artillerie-Regiment 260

Pionier-Bataillon 653

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 260

Divisions-Nachschubführer 260

 

4. Literatur und Quellen:

Werner Haupt: Die 260. Infanterie-Division 1939 - 1944, Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim 1970


Die 260. Infanterie-Division 1939 - 1944. Eine Bildchronik, Podzun-Pallas-Verlag, Bad Nauheim o.J. (1982)

 

Die 260. Infanterie-Division (Bildband), Eigenverlag der Kameradschaft, 2010


T. Gebhardt: Soldaten der 260. Infanterie-Division berichten, 1984


Wolf van Helden: Tapferkeitsauszeichnungen in der 260. Infanterie-Division 1939 - 1944, Kameradenhilfswerk und Traditionsverband 260. ID e.V. (Hrsg.), Stuttgart 1985


Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 8: Die Landstreitkräfte Nr. 201-280, 2. Auflage, Osnabrück 1973


Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen, 3 Bände, Podzun-Pallas-Verlag


Schematische Kriegsgliederungen 1939 - 1945 BA/MA RH 2/348 bis RH 2/355; RH 2/356K und R 2/769
Kriegstagebücher und sonstige Unterlagen BA/MA RH 26-260/
Kriegsgliederungen der 4. Armee RH 20-4/
Kriegsgliederungen der 1. Armee RH 20-1/


Divisionsschicksale - Deutsches Rotes Kreuz - Erarbeitet vom Suchdienst des DRK München, München 1958 - 1960, Band 1 und 2

 

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Divisionsgefechtsstand Januar 1942:Oberstleutnant Glaesemer (IR 460), Oberst Hahm (260 ID), Major i.G. Plücker (Vertreter des Ia), Hauptmann Wieland (Adj.) Schlacht bei Romanischtsche. 8./IR 460 mit dem sMG-Zug der 12./IR 460 greift am 21. Juli 1941 über Ugly auf Romanischtsche an.
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Behelfsverbandsplatz im Herbst 1941 Die Kommandeure Hauptmann Zöller und Major Dr. Dr. Streubel
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Feier  zum Ritterkreuz von Generalleutnant Schmidt (2. v. l.). Rechts daneben General Felber und Major i.G. Köstlin. Schlammperiode Ende September 1941 bei Kletnja.