Grenadier-Regiment 480

 

Entstanden am 15. Oktober 1942 durch die Umbenennung des Infanterie-Regiments 480 und der 260. Infanterie-Division unterstellt. Im November bezog das Regiment zusammen mit der Division eine neue Frontlinie im Ssukowka-Abschnitt. Nach einem relativ ruhigen Winter 1942/43 bereitete sich das Regiment im Februar auf die sogenannte "Büffelbewegung", der Zurücknahme der Front, vor. Es hatte am 19. Februar eine Stärke von 441 Unteroffizieren und 2107 Mannschaften. Als am 27. Februar das GR 470 aufgelöst wurde, wurden Teile des Regiments als neues III. Bataillon übernommen. Am 7. März begann dann der Rückzug der deutschen Truppen. Bis zum 19. März zog sich das Regiment bis Sslusna  nördlich von Spass-Demensk zurück. Die russischen Einheiten drängten nur schwach nach, so daß die neue Stellung ohne größere Verluste erreicht werden konnte. Kaum waren die neuen Stellungen erreicht, griffen die nachrückenden russischen Verbände die neuen Linien an. Ein Schwerpunkt der Angriffe befand sich bei der Ortschaft Wyssokoje, bei dem das II. Bataillon überrollt wurde. Der Ort wurde im Gegenangriff wieder genommen. Am 19. März 1943 kam es nochmals zu schweren Kämpfen gegen das Regiment. Am Abend hatte das Regiment die HKL aber behauptet. Auch in den nächsten Tagen ließen die Angriffe nicht nach, erst am 23. März konnten die letzten Angriffe abgewehrt werden. Bis Anfang August war die Feindtätigkeit auf gegenseitige Spähtrupptätigkeit beschränkt.

Am 7. August 1943 begann die russische Großoffensive, die sich im Divisionsabschnitt vor allem gegen das GR 480 richtete. Am 11. August zog sich das  Regiment mit der Division nach Süden die Bahnlinie Jelnja-Suchinitschi hin ab. Das Regiment bezog Stellungen um Kamenka in der "Barbarossa"-Stellung. Am 15. August wurde weiter nach Süden bgezogen. Am 16. August wurde der Fluß Ssnopot erreicht. Hier setzte sich das Regiment fest. Doch am 28.  August wurde auch diese Stellung von der Roten Armee durchbrochen, die Division und das Regiment setzten sich weiter nach Süden über die Dessna hin ab. Am 17. September ging das Regiment weiter auf die Osterstellung zurück. Am 19. September konnte die Rote Armee das Regiment umgehen und die Brücke über die Dessna bei Krassiniki im Rücken des Regiments erobern. Die 3. Kompanie konnte die Brücke wieder nehmen. Am 21. September wurde die Oster-Linie aufgegeben.  Der Ssosh wurde am 28. September überschritten und die "Pronja"-Stellung bei Krischew erreicht. Die russische Armee drängte scharf nach und griff die erreichten Stellungen immer wieder an. Nur unter größten Anstrengungen konnte die HKL teilweise gehalten werden. Doch Mitte November ging der Rückzug weiter in Richtung Dnjepr weiter, bis das Regiment bei Mogilew zum Stehen kam. Zu Pfingsten 1944 begann die Verlegung des Regiments mit der Division.  

Ende Mai/Anfang Juni wurde der neue Abschnitt ostsüdostwärts von Orscha erreicht. Die HKL der Division verlief vom Südrand von Morosowa bis nach Kaserinowa. Bis Mitte Juni lag konnte das Regiment seine Stellungen ausbauen. Am 14. Juni begann die russische Luftwaffe mit der systematischen Bombardierung der rückwärtigen Verbindungen. Am 22. Juni begann der russische Großangriff. Südlich der 260. Infanterie-Division konnte der Gegner die deutsche Front durchbrechen, vor der eigenen Front blieb es aber vorerst ruhig. Am 25. Juni zog sich das Regiment mit der Division nach Westen hin zurück, nachdem die Einheiten im Norden und Süden umgangan worden waren. Die Masse der Division zog zu dem Ort Kopys, wo es eine Brücke über den Dnjepr gab. Das Regiment überschritt auf der Brücke zwischen Charkowka und Ustje den Fluß. Hart bedrängt, konnten sich die beiden Bataillone in der Nacht auf Tscherwen absetzen. Die Division hielt sich noch stützpunktartig am Dnjepr fest, wurde aber bereits umgangen. Am 27. Juni trafen das Regiment schwere Angriffe, die abgewiesen werden konnten. Gegen Abend zog das Regiment dann nach Koseki, wo eine provisiorische Auffangstellung bezogen wurde. Die Trosse des Regiments wurden wiederholt von durchgebrochenen russischen Einheiten angegriffen. Die eingeschlossene Division brach am 28. Juni aus dem Kessel von Minsk nach Südwesten aus. Dabei wurde das Regiment auseinandergerissen und zerschlagen. Über Braschtschino, Olschanki und Schubeni wurde der Drut erreicht. Weiter über Chrapy, Schepelewitschi und Ssomry wurde am 1. Juli die Beresina erreicht und überschritten. Doch auch hier kam die Division nicht zur Ruhe und mußte sich weiter nach Westen zurückziehen. Am 5. Juli wurde der Raum Welikij-Bor-Belaja Lusha erreicht, und weiter nach Westen vorgestoßen, wo die Reste des Regiments Verbindung zur Division "Feldherrnhalle" aufnehmen konnten. Mit dieser Division ging es weiter nach Westen. In einer Auffangstellung bei Dombrowa sammelten sich die Reste der 260. Infanterie-Division und des Regiments.Nur knapp 1300 Mann der Division kamen zusammen! Das Regiment hatte aufgehört zu bestehen, die Reste kamen zur Divisionsgruppe 260.

 

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Das Regiment in der "Büffelstellung".