Luftverteidigungskommando 9
9. Flak-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung

Das Luftverteidigungs-Kommando 9 wurde am 10. Juli 1940 im Bereich des Luftgaus Belgien-Nordfrankreich in Amiens aufgestellt. Es war für die Luftverteidigung in Nordfrankreich und Belgien zuständig und führte hierzu die hier liegenden Flak-Verbände. Am 19. Juni 1941 wurde das Kommando dann in den Bereich des Luftgaukommandos Westfrankreich verlegt, der Stab lag in Rambouillet südwestlich von Paris. Einige Wochen später wurde der Gefechtsstand nach Beauragard bei Paris verlegt. Am 1. September 1941 in 9. Flak-Division umbenannt. Am 29. Januar 1942 übergab die Division ihren Befehlsbereich an die 13. Flak-Division und verlegte in den Südabschnitt der Ostfront. Am 22. Januar 1942 übernahm die Division die Führung der Flakverbände bei der Heeresgruppe Süd. Der Divisionsgefechtsstand lag in Poltawa. Nach Zuführung von drei weiteren Flak-Divisions-Stäben in diesen Raum zur Vorbereitung der deutschen Sommeroffensive in Richtung Stalingrad und Kaukasus wurde die 9. Flak-Division auf Zusammenarbeit mit der 2. und 6. Armee angewiesen, der Gefechtsstand verlegte nach Charkow. Ab dem 26. Juni 1941 war die Division auf Zusammenarbeit mit der 6. Armee und ab dem 11. Juli 1942 mit der 4. Panzerarmee angewiesen. Ab dem 27. Juli 1942 wurde die Division erneut auf Zusammenarbeit mit der 6. Armee angewiesen. Mit dieser Armee nahm die Division am Vorstoß nach Stalingrad teil. Die Verbände der Division wurden in der nördlichen Riegelstellung von Stalingrad eingesetzt und zeichneten sich dort sowohl in der Bekämpfung von Flugzeugen als auch Panzern aus. Nach der Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad befanden sich 12 schwere und 13 leichte Batterien innerhalb des Kessels. 5 schwere und 3 leichte Batterien waren der Einkesselung entgangen. Der Divisionsstab übernahm nun auch die Führung der im Kessel eingesetzten rumänischen Flak-Verbände. Die Division wurde schließlich im Kessel von Stalingrad vernichtet.

Am 7. Februar 1943 wurde der Stab der 9. Flak-Division auf der Krim durch Teile des alten Divisionsstabes, der der Einschließung entkommen war, neu aufgestellt. Ab dem 8. April 1943 wurde die neue 9. Flak-Division auf der Krim und im Kuban-Brückenkopf eingesetzt. Infolge der schweren Verluste während der Kämpfe auf der Krim war die Division nach der Räumung der Krim nicht mehr einsatzbereit. Die Division wurde daher am 15. Mai 1944 zur Auffrischung erst nach Rumänien und am 2. Juni 1944 nach Breslau verlegt. Am 2. September 1944 wurde die Verlegung der Division an die Westfront befohlen. Die kam im Raum Metz - Diedenhofen zum Einsatz, der Divisions-Gefechtsstand kam nach Bolchen südostwärts von Saarbrücken, am 22. November nach Saarbrücken. Am 7. Dezember 1944 folgte die Verlegung des Stabes nach Neunkirchen und am 20. Dezember nach Kaiserslautern. Es folgten Verlegungen in den saarländischen und pfälzischen Raum und der beginnende Rückzug nach Osten. Anfang April 1945 lag der Stab in Stuttgart und verlegte am 3. April 1945 in den Raum Göppingen. Bis Kriegsende erreichte der der Stab den Raum südlich von Rosenheim in Bayern. Hier geriet der Stab in Gefangenschaft.

 

1940

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

10. Juli

 

Luftgau-Kommando Belgien-Nordfrankreich

Nordfrankreich

 

1941

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

1. Januar

 

Luftgau-Kommando Belgien-Nordfrankreich

Nordfrankreich

19. Juni   Luftgau-Kommando Westfrankreich Nordwest-Frankreich / Normandie

 

1942

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

1. Januar

  Luftgau-Kommando Westfrankreich Nordwest-Frankreich / Normandie
29. Januar in Zuführung Luftflotte 4 Verlegung nach Osten
22. Februar   Luftflotte 4 Südabschnitt der Ostfront bis Stalingrad
Dezember 1944   6. Armee (Heer) Stalingrad

 

1943

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

1. Januar

  6. Armee (Heer) Stalingrad

 

nach Wiederaufstellung:

1943

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

7. Februar

  Luftflotte 4 Kuban / Krim

 

1944

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

1. Januar

  Luftflotte 4 Kuban / Krim
15. Mai   Luftflotte 4 Rumänien
2. Juni   Luftgau VIII Breslau
2. September   Luftflotte Reich Raum Metz - Diedenhofen
12. September IV. Flakkorps Luftwaffenkommando West Westfront

 

1945

Datum

Fliegerkorps / Flakkorps

Luftgau / Luftflotte

Ort

1. Januar

  Luftwaffenkommando West Süddeutschland

 

 

2. Kommandeure

3. Juli 1940 Generalmajor Gerhard Hoffmann

17. März 1941 General Otto-Wilhelm von Renz

25. Juni 1942 General Wolfgang Pickert

Januar 1943 Oberst Wilhelm Wolff

Januar 1943 Oberstleutnant Richard Haizmann

Februar 1943 General Wolfgang Pickert

18. Mai 1944 Oberst Wilhelm van Koolwijk

23. Juni 1944 Generalleutnant Adolf Pirmann

 

3. Gliederung

Luftverteidigungskommando 9 1. August 1941:

Stab/Flak-Regiment 59

Stab/Flak-Regiment 100

Stab/Flak-Regiment 15

Stab/Flak-Regiment 30

Luftverteidigungs-Nachrichten-Abteilung 9

 

9. Flak-Division Dezember 1942 Stalingrad:

Stab/Flak-Regiment 37

Stab/Flak-Regiment 91

Stab/Flak-Regiment 104

Luftnachrichten-Abteilung 129

 

9. Flak-Division März 1943:

Stab / Flak-Regiment 27

Stab / Flak-Regiment 42

Stab / Flak-Regiment 77

Luftnachrichten-Abteilung 129

Sanitätskompanie

Divisions-Nachschubführer mit

    Kraftwagen-Werkstattzug der Luftwaffe 4/II

    Flakgeräte- und Instandsetzungszug

    schwere Flaktransportbatterie 94/XII

    Flaktransportbatterie 125/VI

    Flaktransportbatterie 39/XIII

    Flaktransportbatterie 92/VI

 

9. Flak-Division 1. November 1943:

Stab / Flak-Regiment 27

Stab / Flak-Regiment 42

Luftnachrichten-Betriebs-Kompanie 129

 

9. Flak-Division 1. Oktober 1944:

Stab / Flak-Regiment 27

Stab / Flak-Regiment 42

Stab/Flak-Regiment 169

Stab/Flak-MG-Regiment 200

Flak-Transport-Batterie 125./IV, 3./VI, 92./VI und 72./XI

Luftnachrichten-Abteilung 129

 

4. Literatur und Quellen:

Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 14. Die Landstreitkräfte. Namensverbände. Die Luftstreitkräfte. Fliegende Verbände. Flakeinsatz im Reich 1943–1945. Biblio-Verlag
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 3: Die Landstreitkräfte. Nr. 6-14. 2. Auflage Osnabrück 1974
Karl-Heinz Hummel: Die deutsche Flakartillerie 1935–1945: Ihre Großverbände und Regimenter. 1. Auflage. VDM Heinz Nickel
Horst-Adalbert Koch: Flak - Die Geschichte der deutschen Flakartillerie 1935 - 1945, Podzun-Verlag 1954
Bundesarchiv Freiburg: Flakübersicht 11.43 - 12.44, RL 2 III/1119 - 1122