Artillerie-Regiment 85

 

Feldpostnummern ab 1940/41: Die Einheiten wurden als Teile vom Artillerie-Regiment 85 in der Feldpostübersicht eingetragen. 1941/42 kam es zu Umgliederungen beim Regiment. Dabei erhielten die Einheiten der IV. Abteilung eigene Nummern, wobei der Stab der IV. Abteilung bei zwei Nummern eingetragen wurde. 1942 wurden die Einheiten erneut umgegliedert.

Einheit Feldpostnummer Nummer ab 41/42 Nummer ab 1942
Regimentsstab 46360 46360 46360
Stab I. Abteilung 16354 A 16354 A 16354 A
1. Batterie 16354 B 16354 B 16354 B
2. Batterie 16354 C 16354 C 16354 C
Stab II. Abteilung 17515 A 17515 A 17515 A
3. Batterie - 17515 B 17515 B
4. Batterie 17515 B 17515 C 17515 D
5. Batterie 17515 C - -
Stab III. Abteilung 18831 A 18831 A 18831 A
5. Batterie - 18831 B 18831 B
6. Batterie - 18831 C 18831 C
7. Batterie 18831 B 40780 18831 D
8. Batterie 18831 C - -
9. Batterie 18831 D - -
Stab IV. Abteilung 19768 A 19768

41439

19768 A
8. Batterie - 44914 19768 B
9. Batterie - 45007 19768 C
10. Batterie 19768 B   -
11. Batterie 19768 C   -

Das Artillerie-Regiment 85 wurde am 10. Dezember 1940 im Protektorat Böhmen und Mähren aufgestellt. Der Regimentsstab des neuen Regiments wurde aus dem Regimentsstab des Artillerie-Regiment 300 gebildet. Die Abteilungen mit Abgaben der Ersatztruppen des Wehrkreis V gebildet, welche zu dieser Zeit im Protektorat lagen. Als Stamm für das neue Regiment wurden dazu noch der Stab der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 300, die I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 18, der Stab der III. Abteilung mit der 2., 4. und 8. Batterie vom Artillerie-Regiment 35 und die 3. Batterie vom Artillerie-Regiment 71 herangezogen. Das Regiment wurde zu vier Abteilungen aufgestellt. Die I. bis III. Abteilung waren mit 7,5-cm l.FH und 10-cm Kanonen ausgestattet, die IV. Abteilung war mit 15-cm. s.FH ausgestattet. Das Regiment unterstand der 101. leichten Infanterie-Division. Bis Ende März 1941 wurde das Regiment auf den Höhen des Brdy-Waldes ausgebildet, dann wurde in den Raum Südlich von Graz verlegt. Am 7. April 1941 begann für das Regiment der Balkan-Feldzug. Durch die Untersteiermark und Slowenien marschierte das Regiment über Marburg an der Drau, Pettau und Krapina bis an die Save westlich von Agram. Die 101. leichte Infanterie-Division kam aber nicht mehr zum Einsatz und verlegte ab dem 2. April 1941 wieder zurück in den Raum Prag, im Protektorat Böhmen und Mähren. Nach nur kurzem Aufenthalt wurde das Regiment per Eisenbahn über Kolin - Olmütz und Poprad in die Zips rund um Käsmark verlegt. Von hier aus marschierte das Regiment dann nach Südgalizien in den Raum Neu-Sandez. Mitte Juni erfolgte die weitere Verlegung in den Raum westlich von Przemysl. Hier stellte sich das Regiment für den Überfall auf Russland bereit. Am 22. Juni 1941 durchstieß das Regiment nördlich von Przemysl die russischen Linien. Am 28. Juni 1941 kam es zu Gefechten bei Rudki, an die sich der Durchstoß durch die Seenkette beiderseits Komarno anschloss. Anfang Juli 1941 kam es zu Verfolgungskämpfen nördlich den Dnjestr bei Chodorom, Halicz, Marjampol, Monasterzyska und Czortkow. Am 7. Juli 1941 wurde der Zburcz überschritten. Bis zum 14. Juli 1941 wurde die Stalin-Linie bei Jaltuszkoff erreicht und hier am 15. und 16. Juli 1941 durchbrochen. Anschließend wurde die Stalinlinie südostwärts Jaltuskoff aufgerollt. Es kam zu Kämpfen bei Myki, Maryanowka und Kopajgrod. Nach weiteren Verfolgungskämpfen wurde am 24. Juli 1941 der Bug bei Ladyshin überquert und der dortige Brückenkopf verstärkt. Ab dem 28. Juli 1941 wurde in Richtung Gaiworon an der Straße nach Uman vorgestoßen, das am 31. Juli 1941 erreicht wurde. Nach der Schlacht bei Golowanjewsk vom 6. bis zum 8. August 1941 wurde die 101. leichte Infanterie-Division Heeresgruppenreserve und konnte sich eine Woche lang ausruhen. Dann marschierte das Regiment zum Dnjepr und erzwang zwischen dem 2. und 12. September 1941 bei Krementschug den Übergang über den Fluss. Nach der erfolgreichen Überquerung des Flusses schlossen sich Verfolgungskämpfe an, die das Regiment über Poltawa bis zur Worskla führten. Anschließend wurde nach Bogoduchow vorgestoßen. Bei Murafa kam es zwischen dem 13. und 16. Oktober 1941 zu Abwehrkämpfen. Zwischen dem 17. und 27. Oktober 1941 nahm das Regiment mit der Division an den Kämpfen und der der Eroberung der Stadt Charkow teil. Bis zum Ende des Monats Oktober wurde der Donez erreicht. Hier verstärkte das Regiment den Brückenkopf von Staryj Ssaltoff. Anfang Dezember 1941 wurde von Charkow nach Gorlowka marschiert. Zwischen Debalzewo und Troizkoje kam es ab dem 6. Januar 1942 zu schweren Abwehrkämpfen. Diese zogen in wechselnder Stärke bis in den Mai 1942 hin. Am 16. Mai 1942 stellte sich das Regiment zum Angriff auf Isjum bereit. Zwischen dem 17. und 19. Mai 1942 gelang es dem Regiment, zum Donez durch durchzubrechen. Dabei kam es zu Kämpfen bei Majaki, Chrestischtsche und Golaja Dolina. Am 19. Mai 1942 kam es zu Gefechten bei Studenok. Zwischen Raigorok und Ssemitschewo im Donez-Becken kam es im Anschluß zu Abwehrkämpfen, die sich bis Mitte Juni 1942 hinzogen. Am 22. Juni 1942 trat das Regiment dann zum Stoß auf den Donez zwischen Oskol und Isjum bis Podwyssokoje an, am 24. Juni 1942 konnte Isjum genommen werden. Anschließend wurde das Regiment in den Raum Ssiawiansk verlegt, um sich für den Durchbruch in das Donez-Becken bereitzustellen. Am 6. Juli 1942 wurde die 101. leichte Infanterie-Division in 101. Jäger-Division umbenannt. Dabei wurden auch die I. und II. Abteilung zur Gebirgs-Abteilung umbewaffnet. Der Angriff nach Südrussland begann am 9. Juli 1942 und führte das Regiment bis zum 7. August 1942 zum Kuban und bis Mitte August in das Gebiet um Maikop. Weiter stieß das Regiment beiderseits der Straße nach Tuapse in den Kaukasus vor. Vom 3. bis zum 14. Oktober 1942 kam es zu Kämpfen um das Becken von Kurinkij, am 15. und 16. Oktober 1942 wurde der Jelisswaetpolskij-Pass gestürmt und im Anschluss der Schaumjan genommen. Ab dem 20. Oktober 1942 hatte sich das Regiment bei Sarja Gora und dem Jelissawetpolsij-Pass zu verteidigen. Bis zum 15. Januar 1943 mussten die erreichten Stellungen im Kaukasus gehalten werden, dann begann der Rückzug aus dem Kaukasus in den Kuban-Brückenkopf. Dabei kam es u.a. zu Gefechten bei Tochtamukai, Schendschij, Krasnodar, Auscheds, Ssadowij, Krimskaja und Noworossisk. Nach den Kämpfen im Kubanbrückenkopf bis zum 15. Juli 1943 übernahm das Regiment einen Küstenabschnitt bei Temrjuk zur Sicherung der Halbinsel Taman. Am 13. September 1943 wurde das Regiment über die Krim hinweg in die Wotan-Stellung südlich von Saporoshje verlegt. Ab dem 19. September 1943 begann die Abwehrschlacht um die Wotanstellung. Im November 1943 folgten Abwehrkämpfe am unteren Dnjepr beiderseits Berislaw. Anfang Januar 1944 wurde das Regiment in den Raum Winniza verlegt. Hier kam es zu schweren Angriffs- und Abwehrkämpfen, u.a. bei den Orten Komarow, Woronowzy, Latanzy, Potoki, Schenderiwka und Rotmistriwka. Die Kämpfe im Raum Winniza dauerten bis zum März 1944. Im Anschluss kam es zu Rückzugs- und Kesselkämpfen im Rahmen der 1. Panzerarmee bei Winniza, Brailoff, Bar, Nowaja-Uschiza, Kamenez-Podolsk und Uszieocko. Am 10. April 1944 begannen die Angriffskämpe über die Stypa und den Dnjetr bei Wozilow, Snowidow und Isakow, die sich bis zum 20. April 1944 hinzogen. Im Anschluß kam es zu Waldkämpfen nordwestlich von Zukow bei Brotniki, an die sich Kämpfe bei Peczeniyzn anschlossn. Vom 16. bis zum 27. Juli 1944 war das Regiment an der Schlacht um Lemberg beteiligt und anschließend an den Abwehrkämpfen südlich des Dnjestr. Am 8. August 1944 begann das Absetzen über die Karpaten, in deren Anschluss es zu Kämpfen bei Turka kam. Am 20. September 1944 musste die Turka-Stellung aufgegeben werden. Über den Karpathenkamm hinweg zog sich das Regiment in die Abwehrstellung nordwestlich von Ungvar zurück, die am 28. Oktober 1944 erreicht wurde. Über Jeszenö, Szobranc und Michalowec ging es bis zum 10. Dezember 1944 in die Giselastellung bei Kaschau. Vom 27. Dezember 1944 bis zum 12. Januar 1945 verlegte das Regiment in den Raum Südlich von Schemnitz ostwärts des Gran-Tales. Hier kam es ab Mitte des Monats zu schweren Abwehrkämpfen, die das Regiment im März nach Altsohl, ins Grantal und nach Neusohl brachten. Im März 1945 und im April 1945 stand das Regiment in Kämpfen in der Großen Tatra im Raum Neusohl. Ende April 1945 wurde das Regiment in den Raum Malacky westlich der kleinen Karpaten verlegt. Am Westufer der March und im Marchfeld kam es zu weiteren Kämpfen, der Rückzug ging weiter über Angern, Prottes und Matzen. Zu Beginn des Mai 1945 stand das Regiment bei Hollabrunn und ging über Horn, Weitra, Deutsch-Beneschau, Kaplitz und Rosenberg auf Nesselbach zurück. Hier kam das Regiment in amerikanische Gefangenschaft.

Für die Ersatzgestellung des Regimentsstabes und der leichten Abteilungen des Regiments war die Artillerie-Ersatz-Abteilung 5 zuständig. Für die schwere Abteilung übernahm die Artillerie-Ersatz-Abteilung 61 diese Aufgabe. Nach der Umbewaffnung der I. und II. Abteilung war ab 1942 für diese dann die Gebirgs-Artillerie-Ersatz-Abteilung 79 zuständig.

Regimentskommandeure:

Oberst Heinrich Borowski 10. Dezember 1940 - 18. April 1941

Oberst Kuno Franz (1942)

Oberstleutnant Richard Hofert (1944)

 

Abteilungskommandeure:

I. Abteilung:

Major Günther Handke (1944/45)

 

II. Abteilung:

Major Ottomar Broscheit (1942/43)

 

III. Abteilung:

Hauptmann der Reserve Adolf Passeck (1942)

 

IV. Abteilung:

Major Rudolf Emmelheinz (1941) - 16. Oktober 1941 (gefallen bei Charkow)